Soziales Bürgerzentrum: Koll folgt auf Ahlhaus

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Mit der Wahl von Wolfgang Koll als neuem 1. Vorsitzenden (hinten rechts) und Kassiererin Ingrid Krull (links) ist der Vorstand wieder komplett.

Kierspe - Grundsätzliche Überlegungen zu Notwendigkeit und Zweck von Hand in Hand stellte Martin Ahlhaus bei der Mitgliederversammlung in den Mittelpunkt seiner Eröffnungsrede. Denn nirgendwo in Kierspe prallen Überfluss und Mangel, Wegwerfgesellschaft und Bedürftigkeit so stark aufeinander wie im Sozialen Bürgerzentrum. Der Verein bestreitet seine Arbeit ausschließlich aus Geld- und Sachspenden und leistet damit Beeindruckendes.

Die Tätigkeitsberichte aus den einzelnen Arbeitsgebieten nahmen deshalb breiten Raum ein: Die haben sich einerseits stetig ausgeweitet und werden andererseits durch den Zuzug der Flüchtlinge immer stärker in Anspruch genommen. Im Mittelpunkt stehen weiterhin Kleiderkammer und Vorratskammer, hier werden inzwischen rund 600 Menschen einmal im Monat mit einem Warenpaket aus zugekauften und gespendeten Lebensmitteln versorgt – viel Arbeit für alle, die die Waren einkaufen, sortieren, ausgeben und für einen geordneten Ablauf sorgen. Um den Ansturm bewältigen zu können, werden die Lebensmittel inzwischen zweimal im Monat, an jedem dritten und vierten Mittwoch, ausgegeben.

Deutlich wurden durch die Berichte der einzelnen Vorstandsmitglieder aber auch die vielfältigen Vernetzungen mit anderen Vereinen und Organisationen in Kierspe. Zahlreiche, häufig auch personelle Verflechtungen gibt es mit den Kirchengemeinden, der Stadtverwaltung und dem Stadtmarketing. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit „Menschen helfen“. Hier bestehe eine klare Aufgabenteilung, sagte Ahlhaus: Hand in Hand sorgt für Lebensmittel und eine Erstausstattung an Kleidung, das Begegnungscafé hat sich außerdem als Treffpunkt von Flüchtlingen und Kümmerlingen etabliert.

Kassierer Wolfgang Koll lieferte das Zahlenwerk zu den einzelnen Aufgabenbereichen: Bei den Lebensmitteln seien die Ausgaben um 70 Prozent gestiegen, vornehmlich abgedeckt durch zweckgebundene Spenden. Alle weiteren Ausgaben werden ausschließlich über Sachspenden finanziert: Dazu gehöre nicht nur alles, was in Kleiderkammer und Fundgrube abgegeben werde, sondern auch die Kuchen und Waffeln, die viele Helferinnen jede Woche für das Café backen. Alles in allem konnte Koll eine „schwarze Null“ vermelden.

Spannend wurde es bei den turnusgemäß anstehenden Vorstandswahlen. Martin Ahlhaus hatte seinen Rücktritt vom Amt des 1. Vorsitzenden schon zeitig angekündigt, mit Wolfgang Koll stand ein Kandidat für die Nachfolge bereit. Zur Kassiererin wählte die Versammlung die Betriebswirtin Ingrid Krull; Gabriele Menger wurde als Beisitzerin wiedergewählt, Rolf Bähner rückte als Kassenprüfer nach. Der Beirat ist nach der Wahl von Stefan Schick und Rita Kattwinkel ebenfalls wieder komplett. Martin Ahlhaus versuchte zwar von seiner eigenen Person abzulenken, aber das gelang nicht wirklich. Er habe schließlich die Gründung von Hand in Hand maßgeblich vorangetrieben, sagte seine Vertreterin Claudia Lüsebrink-Wirth in ihrer Laudatio. Auch Hans-Georg Ackermeier fand eine ausführlichere Würdigung angemessen und steuerte ein Lied bei – den „Ahlhaus Abschiedsblues“.

Wolfgang Koll appellierte an die Versammlung, neue Ehrenamtliche zu werben, denn die inzwischen 150 Mitarbeiter reichen nicht aus, alle Aufgaben zu bewältigen. Spenden sind im Verein natürlich ebenfalls ein Dauerthema: „Die Rücklagen reichen für ein Jahr Lebensmittel, dann ist Schluss. Darum geht hinaus in die Welt und sagt: Wir brauchen Spenden.“

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