Bauverein saniert nach Energieeinsparverordnung

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Die Bauvereins-Immobilien an der Königsberger Straße 2 bis 4 sowie 8 bis 10 erfahren für rund 1,7 Millionen Euro eine Grundsanierung. Der erste Teil sei inzwischen erfolgreich abgeschlossen, wie Geschäftsführer Stefan Kriegeskotte informiert, ab Mai folge der zweite Teil. ▪

KIERSPE ▪ Der Bauverein, der satzungsgemäß als Wohnungsgenossenschaft geführt wird, ist dabei, seine Immobilien von Grund auf zu sanieren. „Rund ein Drittel haben wir inzwischen geschafft“, informiert Geschäftsführer Stefan Kriegeskotte.

Letztes Objekt war der Komplex an der Königsberger Straße 2 bis 4 mit zwölf Wohnungen. Anfang Mai soll dann das direkt anschließende Gebäude Königsberger Straße 8 bis 10 nochmals mit zwölf Wohneinheiten folgen. Insgesamt investiert der Bauverein hier etwas mehr als 1,7 Millionen Euro.

Positiv kommt die Maßnahme auch bei den Mietern an, die während der Instandsetzung, zu der neben einer kompletten energetischen Sanierung auch Küche und Bad sowie Elektrik gehören, in den Wohnungen bleiben können. „Immerhin steigt der Wohnwert erheblich, zumal quasi ein Neubaustatus vorliegt“, erläutert Kriegeskotte. Zwar erhöhe sich einerseits leicht die Miete, andererseits verringerten sich die Verbrauchswerte besonders für die Heizung aber erheblich, teilweise um die Hälfte. Garantiert sei danach eine auf lange Sicht stabile Miete als weiterer positiver Aspekt, weil eine größere Unabhängigkeit von den Erdölpreisen entstehe.

Dadurch, dass bei der Sanierung des Komplexes Königsberger Straße 2 bis 4 der alte Balkon jetzt Bestandteil der Wohnungsfläche geworden ist, sind die Wohnungen zudem um rund fünf Quadratmeter größer geworden. Außen wurde ein neuer und größerer Balkon angebaut. Auch hinsichtlich des Gesamteindrucks der Immobilie wurde eine deutliche Aufwertung erreicht, was sich positiv auf das Wohnumfeld auswirkt. Die Fassade ist hell und freundlich, durch die Gliederung mit den Balkons und Farbelementen wirkt sie richtig attraktiv. Auch Stefan Kriegskotte freut sich über das gelungene Ergebnis der Maßnahme, die 782 000 Euro kostete. Hauptbestandteil war die energetische Sanierung durch eine neue gedämmte Fassade, ein gedämmtes neues Dach und einen gedämmten Keller. Parallel wurden noch verschiedene Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Die Maßnahme fand ab Juli 2012 statt und endete jetzt im März. In dem Haus wohnen einige Mieter bereits seit der Errichtung im Jahr 1964.

Bei dem ab Mai anstehenden nächsten Objekt in direkter Nachbarshaft handelt es sich um eine KfW-Effizienzhaus-Sanierung der Kreditanstalt für Wiederaufbau, an die höchste Maßstäbe gelegt werden. „Die Grenzwerte der Energieeinsparverordnung sind bindend“, macht Kriegeskotte aufmerksam, der sich freut, dass die vorgeschriebenen KfW-Standards erreicht werden. Dafür erhält der Bauverein äußerst zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse in Form eines Schuldenerlasses. Die Planung einer solchen energetischen Sanierung ist eine Ingenieurleistung. Bei diesem Objekt gehört zudem eine neue Heizungsanlage dazu. Das Gesamtvolumen des neuen Projekts liegt bei 937 000 Euro. Allein in jede Wohnung werden 14 000 Euro investiert.

„Menschen wollen gut wohnen und leben. Ihnen dies zu ermöglichen, ist das Ziel unserer Genossenschaft. Mit diesem Selbstverständnis investieren wir auch stetig in unsere Gebäude. Wir sanieren unseren Bestand energetisch und schaffen altersgerechten Wohnraum“, so Kriegeskotte. Die Immobilien im Wohngebiet Felderhof seien von 1961 bis 1976 entstanden. Damals seien die Objekte ohne Dämmung und ohne zentrale Wärmeversorgung gebaut worden. Für die Wärmeversorgung seien die Mieter selbst verantwortlich gewesen. Diese hätten meistens durch Kohle- oder Öleinzelöfen und später teilweise durch Elektroheizungen die Wohnungen warm gehalten. Seit Mitte der 90ziger Jahre seien alle Wohnungen dann mit einer Gaszentralheizung ausgestattet worden, so der Bauvereins-Geschäftsführer. Aber dieser Standard reicht heute nicht mehr aus. Die Grundmieten sind zwar sehr gering, aber durch die extreme Steigerung von Energie- und Heizkosten ist die Vermietbarkeit der Objekte immer schlechter geworden. Daher sah sich die Genossenschaft irgendwann zum Handeln gezwungen. Die Siedlung Felderhof wird aus dem Grund Schritt für Schritt umfassend modernisiert. „Ziel ist es, mit der Sanierung unseren Wohnungsbestand aufzuwerten und die Lebensqualität unserer Mitglieder zu verbessern“, wie Kriegeskotte deutlich macht.

Begonnen wurde mit der Grundsanierung der Bauvereins-Immobilien im Jahr 2004 mit der Danziger Straße. Insgesamt befinden sich im Eigentum des Bauvereins 75 Immobiliern mit 460 Wohneinheiten und 150 Garagen. Der größte Teil ist drei bis sechs Wohnungen groß. Größtes Objekt ist der Komplex an der Bachstraße mit 50 Wohneinheiten, aber es gibt auch fünf Einfamilienhäuser, die öffentlich gefördert sind für kinderreiche Familien. Zur ersten KfW-Effizienzhaus-Sanierung kam es beim Bauverein im Jahr 2009 mit dem Objekt Berliner Straße 4. ▪ Rolf Haase

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