Erster digitaler Klönabend der Kiersper SPD: Teilnehmer schalten sich aus verschiedenen Städten hinzu

Allgemeines Kopfschütteln bei der Kiersper SPD

Politische Diskussionen vom Wohnzimmer aus – das hat Vor- aber auch Nachteile. Auch aus anderen Städten des Unterbezirks der SPD hatten sich Gäste zum Klönabend der Kiersper SPD zugeschaltet.
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Politische Diskussionen vom Wohnzimmer aus – das hat Vor- aber auch Nachteile. Auch aus anderen Städten des Unterbezirks der SPD hatten sich Gäste zum Klönabend der Kiersper SPD zugeschaltet.

Ein digitaler Klönabend, das ist politische Diskussion vom Wohnzimmer aus. Eine Teilnehmerin der SPD-Veranstaltung, die gerade noch ihr Kind ins Bett bringen musste, hatte Kamera und Mikrofon ausgeschaltet, war aber trotzdem dabei („Ich höre zu.“) Dagegen flog Stefan Kugel gleich mehrfach aus der Leitung.

Kierspe - Die überraschend große Teilnehmerzahl lag vielleicht auch daran, dass alle Genossen sich den Weg sparen konnten. Auch aus anderen Städten des Unterbezirks hatten sich Gäste zugeschaltet. Die neue Vorsitzende der Meinerzhagener SPD, Petra Gossen, war dabei, ebenso Robert Kirchner-Quehl, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Olpe und Volker Schmidt vom Märkischen Kreis. Olaf Stelse, ein weiterer Gast, erhoffte sich von „Corona-Chefbekämpfer“ Schmidt Informationen aus erster Hand darüber, „wie es im Impfzentrum aussieht.“ Der berichtete sehr ausführlich von den Aufs und Abs bei der Nachverfolgung im Gesundheitsamt („Klappt prima, inzwischen tagesaktuell. Allerdings geben die Leute nicht mehr so bereitwillig Auskunft wie früher“) und dem Geschehen im Impfzentrum („Recht voll, aber verteilt sich gut“) Auch die Stimmung sei entspannt, trotz gelegentlicher Pannen.

Die Impfungen in den Pflegeeinrichtungen seien weitgehend abgeschlossen, aber Schmidt warnte trotzdem: „Das heißt nicht, dass sich niemand mehr anstecken wird.“ Neuzugänge und nicht geimpfte Bewohner und Mitarbeiter seien nach wie vor vom Ansteckungsrisiko betroffen. Auch wenn die Pandemie alles überlagert, wollte Stefan Kugel doch noch wissen, wie denn das Miteinander mit dem neuen Landrat sei. Bei der letzten Wahl war Schmidt bekanntlich seinem Kontrahenten Marco Voge von der CDU unterlegen. „Die Zusammenarbeit ist in Ordnung,“ war die knappe Antwort. Für das Miteinander der beiden heimischen SPD-Kandidaten bei der Nominierung für die Bundestagswahl gilt das wohl weniger. Die Emotionen kochten immer noch hoch, als die Kiersper die für „ihren“ Kandidaten Serkan Celik verlorene Wahl diskutierten. „Knallhart, aber bereichernd“ nannte Celik selbst die Zeit, in der er überwiegend virtuell durch die Ortsvereine getingelt war. Das war nicht unbedingt positiv gemeint und auch wenn Celik sich bemühte die Niederlage sportlich zu nehmen („Ich bin ja noch jung“) – das Verhalten seiner Kontrahentin Nezahat Baradari hatte nicht nur er als unsportlich empfunden. Allgemeines Kopfschütteln in der digitalen Runde gab es über das Ergebnis, insbesondere über die elf Enthaltungen bei der Abstimmung. „Unterbezirk und Kreisverband unterscheiden sich ganz erheblich,“ bemühte Robert Kirchner-Quehl Mentalitätsunterschiede zwischen Märkischem Sauerland und Olpe.

Falls Unterstützer von Baradari an diesem Abend anwesend waren, so meldeten sie sich jedenfalls nicht zu Wort. Glücklich war niemand mit dem parteiinternen Wahlkampf; Stefan Kugel, einer der beiden Vorsitzenden, brachte es auf den Punkt: „Die Partei nimmt dabei Schaden. Wir reden über Personen und nicht über Inhalte.“ Ein bisschen geklönt wurde zum Schluss doch noch, Fußball ist immer ein gutes Thema. Und einig waren sich alle, was das Format betraf: besser digital als gar keine Kommunikation.

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