Klettern über der Schanhollenhöhle

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Hilfe der Feuerwehr: Die Felswand wurde bereits abgestrahlt.

Kierspe - Alle aus dem heimischen Raum, die dem Hobby des Freikletterns frönen, werden spätestens im nächsten Jahr keine weiten Fahrten mehr unternehmen müssen. Denn in der Sparkassen-Naturarena am Hülloch wird der Deutsche Alpenverein (DAV) voraussichtlich zwischen 20 und 30 Kletterrouten herrichten.

Das Leader-Projekt, von Markus Pempe, Mitglieder DAV-Sektion Lüdenscheid, initiiert, ist genehmigt, Mittel stehen zur Verfügung und kann nun in die Umsetzung gehen. Voraussetzung dafür ist der öffentlich-rechtliche Vertrag, der am Mittwochabend von den Verantwortlichen des DAV und dem Eigentümer des ehemaligen Steinbruchs, wo sich auch das Hülloch befindet, unterschrieben wurde.

Künftig geht es also nicht nur in – seit zehn Jahren suchen Höhlerforscher nach der großen Halle – , sondern auch auf den Berg.

20 bis 30 Routen bis zu 15 Metern Höhe

Voraussetzung dafür ist, das die Untere Landschaftsbehörde des Märkischen Kreises keine Einwände gegen das Vorhaben hat. Das dürfte angesichts der Zustimmung des Geologischen Dienstes aus Krefeld, der sich die 10 bis 15 Meter hohe Felswand bereits angesehen und keine Einwände gegen die Nutzung des Naturdenkmals durch Freikletterer hat, kein großes Problem sein.

Zwischen 12 und 15 Meter hoch ist der Felsen oberhalb des Hüllochs.

Denn durch die Herrichtung für das Freiklettern, so sehen es die Verantwortlichen des Geologischen Dienstes, käme die Felswand viel besser zur Geltung. Um dort nämlich 20 bis 30 Routen einrichten zu können, müssen die Felsen von den Bäumen und Sträuchern befreit werden, die sich dort selbst gepflanzt haben und teilweise recht üppig gewachsen sind.

„Das ist richtig viel Arbeit“, weiß Markus Pempe, der schon bei der ersten Aktion mit Astscheren und anderem Gerät dabei war. Denn es heißt, sich von oben abzuseilen, im Felsen einen sicheren Stand zu finden und dann Bäume und Sträucher abzuschneiden.

An der künftigen Kletterwand müssen Steine beräumt – mit Brecheisen und Beil loses Gestein entfernt – werden.

Dabei galt der Dank nicht nur den freiwilligen Helfern vom DAV, sondern auch den Mitarbeitern des Kiersper Bauhofs, die für den Abtransport des Grünschnitts gesorgt haben. Und der Freiwilligen Feuerwehr, die anschließend mit einigen C-Rohren anrückte und die Felswand abspritzte.

Mit Brecheisen "Steine beräumen"

Bevor die Routen eingerichtet werden können, müssen die freiwilligen Helfer noch einmal ran, um das nachgewachsene Grünzeug zu entfernen und – mit Stemmeisen und Beil – Steine zu beräumen, wie es in der Fachsprache heißt, also loses Gestein heraus zu brechen beziehungsweise schlagen.

Die freiwilligen Helfer des DAV mussten sich abseilen und hatten so einiges an Sträuchern und Bäumen zu schneiden und zu entfernen.

Das würde für den Kletterer eine Gefahr darstellen, wenn er sich daran festhalten oder darauf stehen will und es dann wegbricht. Beides geschieht wieder, indem sich die Helfer von oben abseilen und dies noch ohne die sogenannten Bohranker: Dafür werden, vermutlich in Abständen von etwa zwei Metern, tiefe Löcher in den Felsen gebohrt.

In diesen werden die Bohranker dann einzementiert. (Kaum) zu sehen ist in der Wand dann nur die Öse, an der sich die Kletterer mit Seil beziehungsweise Karabiner sichern können. Am oberen Ende werde man nicht die Bäume nutzen, erklärt Markus Pempe, sondern Ketten, wie es in der Fachsprache heißt, installieren; eine Vorrichtung, mit deren Hilfe sich Kletterer dann, gesichert durch einen zweiten am Boden, ablassen können.

Landesbeauftragter mit im Boot

Pempe und die anderen Kletterer der DAV-Sektion Lüdenscheid freuen sich, dass der Landesbeauftragte Joachim Fischer mit im Boot ist. Zumal er über viel Erfahrung verfügt, was das Einrichten von Kletterrouten angeht. In Warstein-Oberhagen gebe es einen viel größeren Steinbruch, wo auf rund 150 verschiedenen Wegen geklettert werden kann.

Anspruchsvolle Kletterrouten mit Überhang gibt es über dem ehemaligen Höhleneingang.

Das kleine Kiersper Hülloch hat allerdings den Vorteil, dass es komplett eingefriedet ist und nicht jeder so einfach dort hinein kommt. Jedoch wird man organisieren, wo sich Freikletterer anmelden können und wo sie dann den Schlüssel für den Zugang zur Naturarena erhalten. Angedacht ist, den Schlüssel an mehreren Stellen zu hinterlegen.

Aber noch ist es nicht so weit und ob die Kletterrouten noch in diesem Jahr eingerichtet werden können, hängt vom Wetter ab. Zudem muss nach der Unterzeichnung des Vertrags noch „grünes Licht“ von der Unteren Landschaftsbehörde für das Freiklettern am Hülloch abgewartet werden. Der Initiator geht mittlerweile schon fast davon aus, dass die notwendigen Bohranker erst im Frühjahr beziehungsweise Frühsommer des nächsten Jahres in den Felsen über dem Höhlensystem getrieben werden.

Eine Felswand hat leichten Überhang

Besonders angetan ist Pempe vom Bereich über dem ersten Eingang des Hüllochs, weil es dort einen Überhang gibt – eine echte Herausforderung für einen Kletterer. Geplant ist letztlich, nicht nur ein Schild im Eingangsbereich der Naturarena aufzuhängen, sondern die Eröffnung des Freikletterns am Hülloch zu feiern.

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