Schreckschusswaffen dürfen mitgeführt, aber nicht verwendet werden

Kleiner Waffenschein: Interesse sinkt

Vor fünf Jahren gab es einen regelrechten Run auf den sogenannten Kleinen Waffenschein, der es erlaubt, Reizgas-, Schreckschuss- und Signalwaffen zu führen – inzwischen ist das Interesse daran gesunken.
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Vor fünf Jahren gab es einen regelrechten Run auf den sogenannten Kleinen Waffenschein, der es erlaubt, Reizgas-, Schreckschuss- und Signalwaffen zu führen – inzwischen ist das Interesse daran gesunken.

Vor fünf Jahren gab es einen regelrechten „Run“ auf den sogenannten Kleinen Waffenschein, der es erlaubt, Reizgas-, Schreckschuss- und Signalwaffen zu führen. Eine diffuse Angst vor den Flüchtlingen, die damals ins Land kamen, war der Grund für die Beantragung. Seit dem ist es aber wieder ruhig geworden um diese Art der Scheine.

Kierspe - „Wir führen keine Statistik über die Kleinen Waffenscheine. Dadurch wissen wir nur, wie viele ausgegeben wurden, können diese Zahl aber nicht ins Verhältnis setzen“, erklärt Christof Hüls, Sprecher der Kreispolizeibehörde auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung. Was er aber weiß, ist, dass in Kierspe vor zwei Jahren 24 Kleine Waffenscheine beantragt wurden und im vergangenen Jahr kamen weitere acht hinzu, in Meinerzhagen gab es 2019 genau 12 Anträge und im vergangenen Jahr vier – damit liegt die Zahl nun bei 157 in Kierspe, in der Nachbargemeinde Meinerzhagen sind es 371. Insgesamt gibt es derzeit im gesamten Märkischen Kreis etwa 5000 Kleine Waffenscheine.

„Der Schein erlaubt zwar das Führen der genannten Waffen, so sie denn über ein PTB-Prüfzeichen verfügen, aber nicht deren Benutzung. Das gilt auch Silvester oder bei Hochzeiten“, führt Hüls aus. Bei einer Gefahrenabwehr sehe das anders aus, aber dann folge meist im Nachhinein eine Abwägung, ob der Einsatz gerechtfertigt gewesen sei. Der Sprecher warnte auch vor dem Einsatz von sogenannten Tierabwehrsprays, die auch ohne einen Schein erworben werden können: „Diese Sprays haben eine große Streuwirkung. Wenn dann der Wind ungünstig steht, bekommt man schnell einen Teil der Sprühladung selbst ab.“

Jäger und Sportschützen

Natürlich gibt es auch in Kierspe und Meinerzhagen viele Menschen, die aufgrund ihres Hobbys eine Waffe und den dazugehörigen Schein besitzen. So sind an Jäger und Sportschützen aus Kierspe derzeit rund 210 dieser Standard-Waffenbesitzkarten ausgegeben. Dazu kommen noch 12 sogenannte Sportschützenwaffenbesitzkarten (die für den Besitz bestimmter Waffen notwendig sind). In einer letzten Gruppe befinden sich dann die Sammler von Waffen. Da gibt es in Kierspe genau einen, in Meinerzhagen sind es zwei. In der Nachbarkommune haben darüber hinaus 310 Jäger und Sportschützen eine Waffenbesitzkarte und 32 die Sportschützenwaffenbesitzkarte. Eine Aussage über die Zahl der Waffen, die sich hinter den Karten verbergen, konnte Christof Hüls nicht treffen. Dafür konnte er mitteilen, dass im Märkischen Kreis insgesamt 32 958 erlaubnispflichtige Waffen registriert sind. „Wobei ein nicht unerheblicher Teil dieser Waffen sich im Besitz von Jägern befinden dürfte, da diese meist über mehrere Waffen verfügen, insgesamt dürfen auf eine Waffenbesitzkarte maximal acht Waffen eingetragen werden, was zur Folge hat, dass es Waffenbesitzer gibt, die auch mehrere Waffenbesitzkarten ihr Eigen nennen“, so Hüls.

Menschen, die über einen Waffenschein verfügen, sind in beiden Städten nicht gemeldet, teilt der Sprecher abschließend mit. Dieser Schein unterscheidet sich von den Besitzkarten dadurch, dass sein Träger Waffen nicht nur besitzen darf, sondern diese auch außerhalb der eigenen Wohnung „führen“ darf. Üblicherweise erfüllen die Kriterien für diesen Schein unter anderem sogenannte Werttransport- und Bewachungsunternehmer, aber auch Personenschützer.

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