Kleine Turnhalle – abreißen oder renovieren?

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Nicht nur innen pfui: Die kleine Turnhalle ist für den Sportbetrieb gesperrt. Hauptgrund ist die einsturzgefährdete Wand in Richtung Schwimmhalle.

Kierspe - Die Lüftung ist kaputt, die Umkleideräume marode und die Giebelwand in Richtung Schwimmbad einsturzgefährdet: Aktuell ist die kleine Turnhalle für den Sportbetrieb gesperrt. Ob sie jemals wieder für die Nutzung freigegeben wird, ist unklar. Sanieren oder abreißen? Mit dieser Frage wird sich die Politik bald beschäftigen.

Von Matthias Clever

Eine Gutachterin hat jüngst den Schaden auf rund eine Million Euro geschätzt, diese Information unserer Zeitung bestätigte Rainer Schürmann auf Anfrage. Der Sachgebietsleiter für die Bereiche Bauverwaltung und Planung sprach von „diversen Mängeln“. Derzeit stelle die Verwaltung Zahlenmaterial zusammen, damit verlässliche Kostenschätzungen vorliegen. Außerdem sollen Abriss und Renovierung gegeneinander gerechnet werden. „Letztlich muss die Politik entscheiden, was sie gerne möchte“, betonte Schürmann.

Ein Abriss der kleinen Turnhalle ist aber nicht unrealistisch. Das Gebäude steht seit mehr als 40 Jahren und die Bausubstanz ist nach den neuesten Erkenntnissen nicht die Beste.

Außerdem ist 2006 nach dem großen Brand der Drei-Feld-Halle beim Neubau ein weiteres Feld eingeplant worden. „Weil die kleine Halle damals schon alt war, haben wir direkt gesagt: Lasst uns eine Nummer größer bauen“, sagte Peter Haramiorz vom Gebäudemanagement der Stadt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Damals gab es bereits die ersten Überlegungen, dass eventuell ganz auf die kleine Halle verzichtet werden könnte. Im August 2008 eröffnete die Vier-Feld-Halle. Der Schulsport konnte dadurch komplett aus der kleinen Halle in den 60 mal 45 Meter großen Neubau verlagert werden.

Daher sind durch die Schließung ausschließlich Vereine betroffen. Schürmann: „Im Rathaus hat dazu ein Treffen mit den Vereinen stattgefunden. Bei dem ist ein Belegungsplan ausgearbeitet worden.“ Lediglich zwei kleinere Gruppen seien bisher nicht untergekommen. Derzeit werde noch an einer Lösung gearbeitet. Beispielsweise käme die Rönsahler Turnhalle als Sportstätte infrage. Für alle anderen Vereine ist laut Rainer Schürmann eine Lösung „ohne größere Einschränkungen“ gefunden worden. Sobald ein tragbares Konzept sowie sämtliche Berechnungen vorliegen, soll die Frage „Abriss oder Sanieren?“ in den politischen Gremien diskutiert und eine Entscheidung getroffen werden.

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