Das „kleine ABC“ der Brandbekämpfung

Hinter dem Gebäude der Firma Goletz brannten zwei kleinere Feuer. „Das ist nur ein bisschen Kosmetik“, erklärte Stadtbrandmeister Georg Würth schmunzelnd. Ein wenig reale Brandathmosphäre könne bei einer Löschübung schließlich nicht schaden.

KIERSPE ▪ Zwei kleine Rauchsäulen stiegen am Samstag hinter der Firma Goletz an der B 237 in Kiersperhagen in den blauen Himmel. Grund zur Sorge gab es aber nicht - ganz im Gegenteil: Für 21 Blauröcke stand an diesem Tag die praktische Abschlussprüfung des Grundlehrgangs auf dem Programm.

Ein Stapel brennender Paletten und eine entzündete Tonne sollten ein wenig reale Brandathmosphäre schaffen und die Prüflinge bei ihrem Löschangriff motivieren. „Das ist nur ein bisschen Kosmetik“, schmunzelte der Kiersper Stadtbrandmeister Georg Würth, der die Prüfung zusammen mit Olaf Bühren, dem stellvertretenden Wehrleiter in Schalksmühle, Reiner Clever, dem stellvertretenden Wehleiter in Halver, und Michael Kind, Zugführer des Löschzugs Halver Stadtmitte abnahm.

Für die Teilnehmer aus Kierspe, Halver und Schalksmühle galt es, im Rahmen einer Übung ihr fundiertes Grundwissen der Gerätetechnik unter Beweis zu stellen.

Den Vorgaben ihres Gruppenführers folgend mussten sie zunächst Saugleitungen in einen „Löschwasserteich“ legen. In Ermangelung eines echten Gewässers wurden kurzerhand zwei große Wasserbehälter aufgestellt. Weitere Schläuche mussten verlegt und der Löschangriff auf das Feuer richtig koordiniert werden.

Neben praktischen Kenntnissen musten die Prüflinge zwei weitere Fähigkeiten unter Beweis stellen: „Bei dieser ersten Prüfung für Feuerwehrleute legen wir besonderes Augenmerk auf Teamfähigkeit“, machte Würth aufmerksam. „Nur der Einsatzleiter ist ein Einzelkämpfer, alle anderen arbeiten mindestens in Zweierteams und müssen ihr Handeln koordinieren.“

Zudem sollten die Wehrleute zeigen, dass sie Gefahren richtig einschätzen könnten, so Würth. Nach dem Einsatzalarm ging dann alles ganz schnell: Mehrere Einsatzfahrzeuge rollten mit Blaulicht auf den großen Firmenparkplatz. Entgegen der üblichen Praxis, mussten die Prüflinge vor dem Fahrzeug Aufstellung nehmen und den Befehl ihres Gruppenführers noch einmal wiederholen.

„Das wird nur bei der ersten Prüfung so gehandhabt“, erklärte Würth. „In der Praxis läuft diese Kommunikation ohnehin schon während der Fahrt ab.“ Dann entrollten die Teilnehmer in Windeseile Schläuche, setzten die Einsatzbefehle um und konnten schon wenig später „Wasser marsch“ rufen und die beiden Feuer löschen.

Der praktischen Prüfung war eine intensive Vorbereitungzeit vorausgegangen: Im Frühjahr beschäftigten sich die Teilnehmer mehr als drei Wochen lang mit theoretischem Grundwissen, das abschließend in einer Prüfung abgefragt wurde.

Im Sommer absolvierten alle 21 Prüflinge außerdem einen Erste-Hilfe-Kurs. „An den vergangenen drei Wochenenden wurden die angehenden Einsatzkräfte dann schließlich in Sachen Löschpraxis fit gemacht“, so Würth.

Petra Schüller

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