Klarinettenschüler bei Wettbewerb erfolgreich

Beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ stellten sich Annika Schulte, Erik Schulte, Justus Höhn und Jael Detering (von links) einer fachkundigen Jury aus Profimusikern. Alle sind Klarinettenschüler von Birgit Franz.

KIERSPE ▪ Etwas aufgeregt waren alle sechs, als sie in der städtischen Musikschule Herdecke zum Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ mit ihrer Klarinette vor die fachkundige Jury aus Profimusikern traten.

Begleitet von Julia Habiger-Prause am Klavier, stellten sich Justus Höhn (sechs Jahre), Anna Spies (neun Jahre), Jael Detering (neun Jahre), Erik Schule (neun Jahre), Annika Schulte (zwölf Jahre) und Janine Schmidt (18 Jahre) dieser Herausforderung.

Intensiv vorbereitet von Klarinettenlehrerin Birgit Franz, hatten die Kinder und Jugendlichen bereits seit den Herbstferien an der Interpretation ihrer Stücke gefeilt. Neben dem regulären Unterricht standen für sie ein einwöchiger Workshop und zusätzliche Proben auf dem Unterrichtsprogramm. Für die Lehrerin begann die Vorbereitung sogar noch früher, galt es doch passende Stücke für jeden Schüler auszuwählen, die die gestellten Kriterien der Jury erfüllten.

„Bei einer Spieldauer von sechs bis zehn Minuten mussten Justus, Anna, Jael und Erik mindestens zwei Stücke aus zwei Stilepochen zu Gehör bringen, eines davon modern, das bedeutet nach 1910 komponiert“, beschreibt Birgit Franz die Anforderungen an die jüngsten Musiker.

Die „Ronde-Vague“ von Serge Dangain, die sie für den sechsjährigen Justus ausgewählt hatte, beschreibt Franz schon deshalb als anspruchsvoll, weil sie ein wenig atonal klingt. Vor allem bei den Proben mit Klavier zeigte sich der jüngste Teilnehmer des gesamten Wettbewerbs zunächst ein wenig irritiert wegen der Disharmonien, meisterte die Schwierigkeiten aber bravourös. Die Jury belohnte ihn für seinen gekonnten Vortrag mit 24 Punkten und einem ersten Platz. Anerkennung und fröhliches Gelächter erhielt der junge Klarinettist, der erst seit einem halben Jahr unterrichtet wird, auch dadurch, dass er selbstbewusst zu den Juroren sagte: „An manchen Stellen hat es gar nicht geklungen, deshalb habe ich hier andere Töne gespielt.“

Gerade diese Auseinandersetzung mit den Stücken ist Birgit Franz bei ihren Schülern wichtig. Deshalb nimmt sie sich auch Zeit, mit ihnen darüber zu diskutieren.

Zum ersten Mal beim Wettbewerb waren auch Jael und Anna, beide neun Jahre alt. Gemeinsam hatten sich die beiden Mädchen fleißig auf den Wettbewerb vorbereitet und dieselben Stücke ausgewählt. Für ihre Interpretation von „Remember“ von Heinz Both, „The Entertainer“ von Scott Joplin und einer Mozart-Serenade erhielten sie mit 24 und 22 Punkten ebenfalls beide einen ersten Platz. Weil in den Altersgruppen IA und IB aber noch keine Weiterleitung zur Teilnahme am Landeswettbewerb erfolgt, können Justus, Jael und Anna daran nicht teilnehmen.

Diese Ehre wird dem ebenfalls neunjährigen Erik Schulte zuteil, der in Altersgruppe II antrat. Mit „Nocturne“ von Jan Burger brachte er unter anderem ein romantisches Stück aus der Neuzeit zu Gehör, das ihm auf den Leib geschrieben war. „Dabei geht es schon in drei gestrichene Lagen, die Erik sehr schön gespielt hat“, lobte seine Lehrerin, die viel Wert auf Tonbildung legt. Gemeinsam mit seiner Schwester Annika gehörte Erik bereits im vergangenen Jahr zu den Preisträgern des Landeswettbewerbs in der Quartettwertung.

Mit dem modernen „Contest solo Nr. 5“ von Paul Harvest stellte sich Annika diesmal mit ihrer Bassklarinette der Jury. „Über vier Seiten wird das Stück durch verschiedene Tempi und Tonarten variiert und ist schon recht virtuos zu spielen“, berichtete Birgit Franz. Daneben brachte Annika noch eine Sonate von Jean Baptiste Loeillet und das „Divertissement in B“ von Joseph Haydn zu Gehör und durfte sich am Ende über einen zweiten Preis in der Altersgruppe III freuen.

Für ihren Vortrag in der Altersgruppe VI, die bereits auf Hochschulniveau spielt, belegte Janine den dritten Platz. Mit dem klassischen Klarinettenkonzert in Es-Dur von Frantisek Kramär, Stücken von Franz Danzi, Paul Harvey und der ausdrucksstarken Interpretation des „Gran Duo contertant“ von Carl Maria von Weber verstand sie zu begeistern.

Bevor sich Erik Schulte im März beim Landeswettbewerb in Köln erneut einer fachkundigen Jury stellt, findet am 12. Februar um 11 Uhr aber noch ein Preisträgerkonzert der Erstplatzierten in der Musikschule Lüdenscheid statt. ▪ msh

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