Klar negatives Votum zur Sperrung des Büscherwegs

Bürgermeister Frank Emde erläuterte eingangs den Hintergrund der Anliegerversammlung und versprach am Ende, das klare Votum mit den in zuständigen Fachausschuss zu geben. ▪

KIERSPE ▪ Die Überlegung, den Büscherweg zwischen der Einmündung des Margarethenweges bis zur Friedrich-Ebert-Straße zur Einbahnstraße zu machen, so dass dieser nur noch bergab zu befahren ist, stößt auf die massive Ablehnung der Anwohner aus dem Wohngebiet.

Diese waren am Donnerstagabend von der Stadtverwaltung zu einer Versammlung in die Bismarckschule eingeladen worden. Rund 40 Bürger erschienen, um zu sagen, was sie von dem von der FDP-Fraktion eingebrachten Antrag halten. Klarer hätte das Meinungsbild nicht ausfallen können: Bis auf zwei oder drei Anlieger direkt vom Büscherweg, die sich positiv äußerten, sahen alle anderen Statements das Vorhaben äußerst kritisch, so dass deutlich wurde das dieses bei bestimmt rund 90 Prozent der betroffenen Anlieger keine Akzeptanz findet. Die Gründe der einzelnen waren dabei durchaus unterschiedlich, überzeugten aber die anderen Anwesenden. Sogar die wenigen, die die FDP-Initiative begrüßten, signalisierten Verständnis. Dagegen wurde eine zeitweise Einbahnregelung zur Sicherheit während schneereicher Winter begrüßt, allerdings nicht ohne darauf hinzuweisen, dass dann auch insgesamt weniger Verkehr entstehe, weil viele ihr Auto stehen ließen.

Eingangs erläuterte Bürgermeister Frank Emde nochmals, wie es zu der Versammlung gekommen war und erinnerte dabei an die positiven Erfahrungen, die während des vergangenen schneereichen Winters mit der Einbahnregelung gemacht worden waren. Das habe Liberalen zu dem Antrag, den Büscherweg in eine Fahrtrichtung zu sperren, veranlasst. Für die FDP ergänzte Jürgen Rothstein, dass davon auszugehen sei, dass für den Margarethenweg nur wenig Zusatzverkehr entstehe, da auch auf dem Büscherweg nur zu wenigen Stoßzeiten ein etwas höheres Verkehrsaufkommen herrsche. So fahre über den Büscherweg nicht alle drei Minuten ein Auto, sagte er.

Da musste er sich aber von allen Seiten korrigieren lassen, denn das derzeitige Verkehrsaufkommen sei viel höher und auch zeitlich ausgedehnter als er behaupte. Für die Bismarckschule stellte die Konrektorin Gisela Paulick fest, dass allein schon durch die Schule sowie die offene Ganztagsschule und nicht zu vergessen auch die zwei Kindergärten von morgens 7.30 bis 9 Uhr, dann wieder ab 11 Uhr und auch nachmittags bis vier sowie dazu noch abends durch die Turnhalle sehr viel Verkehr in diesem Bereich entstehe. Hinzu kommt laut den Anwohner der Verkehr durch die Wohngebiete oder auch durch das baptistische Gemeindezentrum und den Friedhof. Dieser, so sei zu befürchten, würde bei der beabsichtigten Sperrung vor allem über Dr. Deisting-Straße und Margarethenweg fließen.

Wie für die Verwaltung Ordnungsamtsleiter Axel Boshamer informierte, haben Verkehrszählungen auf dem Büscherweg ergeben, dass darüber pro Stunde 56 Autos fahren und in Spitzenzeiten sogar 152, wobei die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 33 Stundenkilometern liege.

Mit dem Hinweis der Befürworter des Antrages, dass doch die Bachstraße einst als Erschließungsstraße gebaut worden sei und genauso wie die Lindenstraße und die Thingslindestraße als Alternative zur Verfügung stehe, konnten diese sich nicht so recht durchsetzen angesichts des dann dorthin verlagerten Problems und besonders auch wegen der entstehenden teilweise großen Umwege. Die Inkaufnahme einer deutlichen Zunahme des Verkehrs auf der Dr. Deisting-Straße und dem Margarethenweg wurde angesichts der problematischen Situation im Bereich beider Straßen mit schmalen oder fehlenden Gehwegen, einer teilweise unter drei Meter breiten Fahrbahn und einer aufgrund der Grundstücksbegrenzungen durch Hecken und Mauern vorliegenden Unübersichtlichkeit als „unverantwortlich“ bezeichnet. Hingewiesen wurde hier besonders auf den regen Schulwegfußgängerverkehr auf beiden Straßen. Genauso auf die beim Einbiegen in die Dr. Deisting-Straße entstehenden Rückstaus, wenn diese künftig als Umleitung genutzt werden müsste. Hier würden neue Unfallgefahren produziert.

Angeregt wurde im Rahmen der Versammlung, die Einbahnstraßenregelung in die andere Richtung vorzusehen, so das nur berghoch gefahren werden darf, auch eine Spielstraßenregelung auf dem Margarethenweg könnte eine Lösung sein, weil auf diesem dann nur noch Schritttempo gefahren werden dürfte und dieser somit als Umleitungsstrecke unattraktiv würde, und eine Abbindung des Büscherwegs als „Sackkasse“ war genauso eine Anregung. Allerdings fand sich dazu wenig Zustimmung. Außerdem kam die Forderung nach mehr Geschwindigkeitskontrollen. Axel Boshamer informierte darüber, dass die Polizei zahlreiche in Kierspe messe und dabei unter anderem auch im oberen Teil des Büscherwegs.

Das klare Votum der Anlieger will Bürgermeister Frank Emde nun mit in die Beratung über das Thema im Bau- und Umweltausschuss am Dienstag, 7. Juni, nehmen. ▪ Rolf Haase

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