Rest-Medikamente nicht über das WC entsorgen

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Einige Medikamente (siehe Artikel) können im Schadstoffmobil abgegeben werden.

Kierspe - Ob Altpapier, Kunststoff oder Restmüll – häufig ist der Fall klar, wohin der Abfall gehört. Was allerdings die Entsorgung von Medimenten betrifft, gibt es offenbar nach wie vor Aufklärungsbedarf. Denn viel zu oft landen nicht mehr gebrauchte Tabletten, Pillen und Dragees im Klo, landen somit also im Abwasser, wo sie keinesfalls hingehören, stellen sie doch die Klärwerke vor große Probleme.

In Kierspes Nachbarstadt Lüdenscheid gibt es deshalb jetzt die Info-Kampagne „Arzneimittel entsorgen, aber richtig“ der Stadtentwässerungsbetriebe (SEL) und des Stadtreinigungs-, Bau- und Transportbetriebes (STL). Wie Josef Lorkowski, Technischer Vorstand der SEL, sagt, stehe nach Untersuchungen und Umfragen fest, dass immer noch zu viele Bürger nicht mehr benötigte oder abgelaufene Medikamente in der Toilette entsorgen.

 Die Klärwerke können die Chemikalien nur bis zu 70 Prozent abbauen. Mit einer vielerorts ausliegenden Broschüre werden die Bürger über das Problem informiert. Laut des Heftes können rund 150 Arzneimittel in Gewässern und im Grundwasser nachgewiesen werden. Was bedeutet, dass eben 30 Prozent der Inhaltsstoffe der Medikamente durch die Kläranlage gegangen sind, nicht herausgefiltert wurden – und folglich auch ins Wasser der Wasserschutzzonen, beispielsweise in die Kerspetalsperre, gelangen. Daher wird an die Bürger appelliert, nicht mehr benötigte Arzneimittel und Rest-Medikamente in den Apotheken abzugeben.

Wie eine Nachfrage bei der Apotheke am Wildenkuhlen und der Adler-Apotheke ergab, können Medikamente dort zum Beispiel entsorgt werden. Christiane Karge, Inhaberin der beiden Apotheken, erklärt: „Ich habe dafür extra einen Fachentsorger beauftragt, der den Medikamentenabfall bei uns abholt.“ Ganz entleerte Medikamenten-Behältnisse (Packungen, Flaschen...) können aber im Hausmüll entsorgt werden, so Karge. Darüber hinaus finden Bürger auf der Internetseite der Stadt Kierspe, die unter der Adresse www.kierspe.de erreichbar ist, unter dem Punkt „Rat und Verwaltung“ und den Unterpunkten „Rund um den Abfall“ und „Abfälle von A-Z“ Hinweise zur Entsorgung von Medikamenten.

Laut dieser Informationen können Dragees, Tabletten, Kapseln, Salben, Pulver und flüssige Medikamente (bis 40 Volumen-Prozent Alkohol, nicht brennbar) in der Apotheke abgegeben werden. „Sollte wider Erwarten Ihre Apotheke die oben genannten Problemstoffe nicht annehmen, können diese zum Schadstoffmobil gebracht werden“, heißt es auf der Homepage weiter. In der Schadstoffsammlung abgegeben werden können Spraydosen mit Resten, Desinfektionsmittel, brennbare Flüssigkeiten, flüssige Medikamente (mehr als 40 Volumen-Prozent Alkohol, brennbar), quecksilberhaltige Thermometer und Batterien aus den digitalen Thermometern. Im Restmüll entsorgt werden können laut den Infos auf der Internetseite Haut- und Pflegemittel, Kosmetika, Spritzen (Kanülen in bruchsicheren Gefäßen), Kosmetiktücher, Watte, Hygieneartikel, Pflaster und Binden.

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