Kiersper Einrichtungen hoffen auf Lieferung

Kitas warten weiter auf Schnelltests

Für die Erzieherinnen der Awo-Kita Bullerbü gilt Maskenpflicht
+
Für die Erzieherinnen der Awo-Kita Bullerbü gilt Maskenpflicht: Doch glücklich sind die Verantwortlichen mit dieser Regelung nicht, können die Kinder so doch zum Beispiel keine Mimik in den Gesichtern lesen.

Eigentlich hätte es am Montag losgehen sollen mit den Schnelltests in den Kindertagesstätten und Kindergärten. Stattdessen fällt der Startschuss wohl erst in der nächsten Woche. Egal, wen man in den heimischen Einrichtungen fragt, die Antwort ist überall gleich: „Bei uns ist noch nichts angekommen.“

Kierspe - Kein einziger Schnelltest, stattdessen jede Menge Nachrichten im elektronischen Postfach, die aber auch nicht weiterhelfen. Die Fragen der Eltern können die Erzieherinnen deswegen trotzdem nicht beantworten.

Genaues weiß niemand, aber Matthias Willnat vom Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg kann zumindest etwas zum technischen Ablauf sagen: „Die Verteilung läuft komplett über die Organisation und Logistik des Landes.“ Das Land schickt die Tests an die Träger, die sie wiederum an die Einrichtungen weiterreichen. Der Kirchenkreis ist als Träger von insgesamt 16 Kitas ebenfalls betroffen, drei davon sind in Kierspe. Ein genaues Datum, wann die Tests denn nun ankommen, hat Willnat auch nicht. Aber „sehr bald“ solle es soweit sein.

Immerhin eine Gebrauchsanweisung ist angekommen

Bei der Elterninitiative Regenbogen in Rönsahl ist immerhin schon eine Gebrauchsanweisung angekommen. Die Tests für die Kinder geben die Erzieherinnen an die Eltern weiter, getestet wird dann zuhause. Anders sei es kaum möglich, meint Bianca Klein, Leiterin der Kita Regenbogen. „Wenn bei jemandem der Schnelltest positiv ausfällt, müsste ja die Einrichtung geschlossen werden.“ Dazu muss man wissen, dass die Rönsahler Elterninitiative über nur eine Gruppe verfügt.

Ganz anders geht es in der neuen Awo-Kita Bullerbü mit ihren derzeit sechs Gruppen zu. Gemeinsam ist beiden Einrichtungen, dass die meisten Kinder regelmäßig kommen. Der Appell der Politik an die Eltern, ihre Kinder möglichst zuhause zu lassen, wird nicht mehr aufrechterhalten. Anders sieht es in der Awo-Kita an der Höherstraße aus: Hier bleibt rund ein Drittel der Kinder zur Zeit zuhause.

Diese Unterschiede bei den Bedingungen vor Ort schlagen sich natürlich auch bei den Schnelltests nieder. Man wolle den Kitas keine Vorgaben machen, sagt Matthias Willnat. Die Leitungen sollten jeweils abhängig von der Situation in ihrer Einrichtung entscheiden. Das tun sie jetzt schon, wie sich im Vergleich der kleinen Elterninitiative Regenbogen mit der großen Awo-Kita Bullerbü zeigt.

Masken-Regelung unterscheidet sich

In der Elterninitiative tragen die Erzieherinnen keine Maske, wenn sie mit den Kindern arbeiten. Sie folgen damit einer Empfehlung aus dem vergangenen Jahr. Das sieht man in der Kita Bullerbü anders: Dort herrscht Maskenpflicht. Leiterin Anke Holthaus macht ihrem Ärger Luft: „Alle Erzieherinnen sind dem Risiko total ausgesetzt.“ Glücklich ist sie mit den Masken trotzdem nicht. Für die Erwachsenen sei das Arbeiten dadurch anstrengend, die Kinder behindere es in ihrer Sprachentwicklung. „Sie können nicht vom Mund ablesen. Die Mimik fehlt.“

Zwei Schnelltests pro Kind und Mitarbeiterin sind geplant, auf freiwilliger Basis. Zur Zeit nutzen die Mitarbeiterinnen der Kita Bullerbü und ihre Kolleginnen am Haunerbusch den Service im Seniorenzentrum. Das kommt für ihre Kolleginnen in Rönsahl wohl nicht so problemlos infrage.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare