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Kita in Rönsahl: Zorn in sozialen Netzwerken

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Von: Johannes Becker

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Die Kirchengemeinde hat die Trägerschaft für den Evangelischen Kindergarten Rönsahl gekündigt. Das kommt bei vielen in den sozialen Netzwerken nicht gut an.
Die Kirchengemeinde hat die Trägerschaft für den Evangelischen Kindergarten Rönsahl gekündigt. Das kommt bei vielen in den sozialen Netzwerken nicht gut an. © Crummenerl, Rainer

Die beabsichtigte Aufgabe des Evangelischen Kindergartens in Rönsahl durch die Kirchengemeinde hat für viel Unruhe in dem Ort gesorgt. Das wurde auch in den sozialen Netzwerken deutlichen.

Kierspe: Ortsbürgermeister Holger Scheel hat sich dort noch am Abend, nachdem die Schließung die Runde gemacht hatte, geäußert: „Für die Frage, wie es langfristig weitergeht, ist das Jugendamt des Märkischen Kreises am Ball. Die müssen sicherstellen, dass die Kinder, die dort oben einen Platz haben, auch künftig betreut werden können.“ Das heiße zunächst, einen neuen Träger zu finden. Aber: Einen Träger zu finden sei das eine und nach Aussage des Kreises nicht das Problem. Einen Träger zu finden, der sich die Immobilie mit all den „Herausforderungen“ zu eigen mache, sei allerdings schon eine andere Hausnummer. „Selbst wenn man in Rönsahl einen neuen Standort finden würde, lässt sich ja ein neues Gebäude nicht mal eben aus dem Boden stampfen. Ich habe in den vergangenen zwei Wochen mehrere Gespräche mit Kirchengemeinde, Stadt und Kreis geführt. Die eine Lösung haben wir derzeit nicht. Aber es wird eine geben, weil es eine geben muss. Für konstruktive Vorschläge aus der Dorfgemeinschaft bin ich offen“, so Scheel.

Während einige Rönsahler in den Netzwerken durchaus Verständnis für die Entscheidung der „kleinsten Kirchengemeinde im Kreis“ haben, zeigen sich andere entsetzt über die Entscheidung und machen der Kirche große Vorwürfe.

Der Märkische Kreis jedenfalls widerspricht insofern der Aussage des Ortsbürgermeisters, dass er sich am Donnerstagnachmittag überrascht von der Ankündigung der Gemeinde zeigte, wie eine Sprecherin schriftlich auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mitteilte. Weiter heißt es vonseiten des Kreises, dass man nun in intensiven Gesprächen sei, um eine Lösung für die weitere Betreuung der Kinder ab dem 1. August zu finden.

Sowohl Pfarrer Martin Spindler als auch Brigitte Denda, Vorsitzende des Presbyteriums, zeigten sich im Gespräch mit der MZ nahezu entsetzt über einige der Äußerungen in den sozialen Netzwerken. „Da werden Unwahrheiten verbreitet, auch zum Zustand des Gebäudes. Ja, das Dach ist undicht, aber es geht vor allem um die Vorschriften für zweigruppige Kindergärten, die einen größeren Raumbedarf vorschreiben. Deshalb mussten wir auch dem Mieter der Hausmeisterwohnung kündigen, um die Voraussetzungen für eine Erweiterung zu treffen. Allerdings fehlt der Kirchengemeinde das nötige Geld, um diese Baumaßnahmen selbst zu ergreifen. Ansonsten handelt es sich um ein wunderbares Gebäude, das sich bestens für seinen Zweck eignet“, so Denda, die weiter ausführt, dass man schon lange auf der Suche nach einer Lösung sei. Gespräche mit anderen zuständigen Stellen hätten aber zu keinem Ergebnis geführt, es habe nicht einmal ein Signal gegeben, wie es weitergehen könnte. „Wir wollten aber die Eltern der 45 Kinder und die sechs Mitarbeiter nicht weiter im Unklaren lassen und haben uns deshalb entschieden, diesen Weg zu gehen“, so die Vorsitzende des Presbyteriums.

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