Nächtliches Treiben rund um die Kirche St. Josef

+
Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Mitte), Pfarrer Thorsten Rehberg (rechts) und Pastor Myrda von der Gemeinde St. Josef zelebrierten die Messe gemeinsam.

Kierspe - Die einen waren bei einem Übungsszenario der Feuerwehr dabei, andere malten mit Licht und einem Fotoapparat Kunstwerke unter freiem Himmel und wieder andere saßen an einem Lagerfeuer und ruhten sich aus oder kamen miteinander ins Gespräch. Fast 30 Workshops waren zur Nachtwallfahrt der Jugend im Bistum Essen für die gut 200 Jugendlichen und ihren rund 40 Betreuern angeboten worden, die alle ein Thema hatten: „Lebens.Punkte“.

Es war die 30. Nachtwallfahrt, die das Bistum Essen allen Jugendlichen ab 16 Jahren anbot und an der Mädchen und Jungen aus Oberhausen, Duisburg, Essen, Lüdenscheid und Kierspe teilnahmen. Für die katholische Gemeinde St. Josef war die Ausrichtung der Veranstaltung ein Großereignis, welches sie bislang noch nicht erlebt hatte. Die Straße am Glockenweg war für Fahrzeuge gesperrt, überall standen Bänke und Tische, an denen die Jugendlichen sich nach den Workshops ausruhen und etwas essen konnten.

Auch die Kirche selbst hatte sich verändert. Bunte Strahler erhellten diese von außen und innen. Ein großes weißes Tuch verdeckte die Glasfenster in der Apsis und viele Lautsprecher brachten den richtigen Sound in die Kirche. Begonnen hatte alles am frühen Abend. Gegen 18 Uhr waren die Mädchen und Jungen am Freitag angereist und zu den einzelnen Workshops gebracht worden, die in der Brennerei Rönsahl, in der Gesamtschule Kierspe, der Werkstatt Cramer in Mühlenschmidthausen, im katholischen Kindergarten und an anderen Orten stattfanden. Sehr betroffen zeigten sich die Jugendlichen, die den Workshop „Für’s Leben brennen“ in der Brennerei in Rönsahl besucht hatten.

Nach einer Besichtigung der Örtlichkeit berichtete ihnen dort ein Mitarbeiter offen über seinen alkoholbedingten Absturz und seinen mühsamen Rückweg ins suchtanerkennende Leben. Groß war das Interesse auch bei Militärpfarrer Jörg Plümper und zwei Berufssoldaten, die von ihren Erfahrungen aus Auslandseinsätzen berichteten. Muhi, ein syrischer Flüchtling, berichtete einer anderen Gruppe über die Gründe seiner Flucht, die er vor 18 Monaten angetreten hatte. Den Workshop „Trommeln – Fühle den Rhythmus“ besuchte eine Gruppe der erwachsenen Begleiter.

 „Musik ist ein Lebensgefühl und unser Leben hat einen bestimmten Rhythmus, wie das Trommeln, und den wollen wir heute Abend finden“, erklärte einer der Teilnehmer. Lebhaft ging es auch in dem Raum zu, in dem eine Gruppe Jugendlicher erlernten, das Vaterunser in der Gebärdensprache zu beten. Hartmut Benz zeigte ihnen die Gesten und Gebärden, die wichtig waren, um das Gebet sinnvoll sprechen zu können. Schon nach gut 60 Minuten Lernens beherrschte diese Gruppe das Gebet und auch ein Nichteingeweihter verstand viel von diesem stummen Vaterunser.

Während des Abendessens kam auch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck dazu, suchte das Gespräch mit den erwachsenen Teilnehmern aber auch den Jugendlichen, bevor er sich für die Abschlussmesse vorbereitete. Pfarrer Thorsten Rehberg und Pastor Gregor Myrda zelebrierten sie mit ihm gemeinsam. Moderne Lieder, eine in Farben getauchte Kirche aber auch das Mitwirken der Jugendlichen ließen eine etwas andere Form der Messe entstehen. In seiner Predigt ging der Bischof auf drei Perspektiven des Lebens ein: Das Leben entdecken, das Leben zu lieben und das Leben zu schützen. Um 23.30 Uhr endete die Nachtwallfahrt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare