Kirche St. Josef ist auch Wahrzeichen der Stadt

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Mit einem feierlichen Pontifikalamt begann der Festtag. Zusammen mit Dr. Franz-Josef Overbeck (2.v.r.) zogen der Pastor der Gemeinde, Gregor Myrda (Mitte), der Pfarrer der Großgemeinde St. Maria Immaculata, Peter Wilhelm Keinecke (rechts), sowie die ehemaligen Kiersper Pfarrer Hermann-Josef Bittern (2.v.l.) und Ulrich Schmalenbach (links) in die Kirche ein. ▪

KIERSPE ▪  Die Festgäste kamen aus Essen, Bochum, Altena, jedoch die meisten aus Kierspe und Meinerzhagen. Schon früh füllte sich die Kirche St. Josef, die am vergangenen Sonntag ihr 50-jähriges Weihejubiläum feierte. Die Fahne des Bischofs von Essen flatterte am Kirchturm im Wind, ein äußeres Zeichen, dass Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck an diesem Tag in der Gemeinde zugegen war. Gelb-weiße Fahnen säumten den Weg vom Gemeindehaus zur Kirche und auch der Blumenschmuck war in diesen liturgischen Farben.

Mit einem festlichen Pontifikalamt begann der Festtag und zugleich das Festjahr um das Jubiläum. Zusammen mit Dr. Franz-Josef Overbeck zogen der Pastor der Gemeinde, Gregor Myrda, der Pfarrer der Großgemeinde St. Maria Immaculata, Peter Wilhelm Keinecke, sowie die ehemaligen Kiersper Pfarrer Hermann-Josef Bittern und Ulrich Schmalenbach, Pastor Theodor Schulte und Pastor Ludwig Opahle aus Valbert in die Kirche ein. Die Kinder des Kindergartens St. Josef hatten ein Lied eingeübt, welches sie zu Beginn der Messe vortrugen.

„Vieles aus unserem Glauben ist in der Symbolik der Kirche St. Josef wieder zu finden“, führte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in seiner Predigt aus. „Das Taufbecken im Eingangsbereich innerhalb eines runden Turmes sagt uns, dass wir nur über die Taufe zu Gott kommen.“ Mit einem runden Turm stellten die Baumeister schon seit jeher Gott dar, ihn, der ohne Anfang und Ende ist.

„Warum feiert ihr euer Weihejubiläum in einem so großen Rahmen?“, mit dieser Frage begann der Gemeinderatsvorsitzende Ulrich Jatzkowksi die Feierstunde im Gemeindehaus. „Der Grund ist, dass viele unserer älteren Gemeindemitglieder es noch miterlebt haben, wie es ist, ohne Kirche oder nur mit einer Notkapelle, Gottesdienste zu feiern. Diesen Menschen wollen wir mit diesem Fest für ihre damals geleistete Arbeit danken, dieses schöne Gotteshaus gebaut zu haben. Es ist somit auch ein Fest für die Gründer dieser Kirche.“

Die stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Luise Linde würdigte in ihren Grußworten die herausragende Kunststätte durch den Kölner Architekten Gottfried Böhm. „Gerade in der heutigen Zeit brauchen wir eine aktive und lebendige Kirchengemeinde. Ihre vielfältigen, vom Glauben getragene Aktivitäten bilden ein unverzichtbares Gegengewicht zur einer gesellschaftlichen Entwicklung, die das menschliche Miteinander und die Verantwortung für die Schwächeren allzu gern dem Diktat der bloßen Wirtschaftlichkeit unterwirft.“

„Die Kirche St. Josef ist trotz ihres äußerlich herausragenden Gebäudes auch ein Wahrzeichen der Stadt und vor allem als Gottes- und Menschenhaus ein Ort der Anbetung der Stille und der Begegnung“, darauf verwies Pfarrer Martin Ahlhaus von der evangelischen Kirche Rönsahl.

Pfarrer George Freiwat brachte einen neuen Besen als Symbol dafür mit, dass dieser nicht nur gut kehren soll, er soll ebenso den Weg frei machen für Begegnungen beider Kirchen in gemeinsamen Aktionen, wie zum Beispiel der des gemeinsamen Bürgerzentrums „Hand in Hand“. „Dieser Besen soll Ihnen helfen, den Weg zu solchen Projekten frei zu machen, doch wir würden ihn gerne bei Ihnen ausleihen, falls in unserer Kirche Hindernisse den Weg versperren sollten.“

Auch Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck ging auf die Gemeinsamkeiten der christlichen Kirchen ein und wünschte der Gemeinde, dass trotz Unterschiede im Glauben ein gemeinsames Miteinander in sozialen Projekten möglich sei.

Weitere Gastredner waren Pfarrer Peter Wilhelm Keinecke, Hartwig Wiedemuth von der Christlichen Gemeinde, in der die katholische Gemeinde ihre ersten Gottesdienst nach dem Krieg feiern konnte, Addis Makowski von der katholischen Arbeitnehmerbewegung und Roswitha Pracht von der KFD (Katholische Frauen Deutschlands).

Nach dem offiziellen Teil war für viele die Möglichkeit gegeben, mit den Ehemaligen von St. Josef ins Gespräch zu kommen, was auch ausgiebig genutzt wurde. Die Gemeindereferentinnen Irene Langwald und Anja Rommert waren von Gemeindemitgliedern dicht umlagert, ebenso Pfarrer Ulrich Schmalenbach aus Altena und zu späterer Stunde Pfarrer Emil Breithecker, der als Kaplan in St. Josef gearbeitet hatte.

Großen Zuspruch erhielt das Festbuch, welches die Entwicklung der katholischen Gemeinde in Kierspe bis zum Jubiläumsjahr wiedergibt. Für zehn Euro kann es von der Gemeinde erworben werden und bietet eine Fülle von Informationen, Fotos und Erinnerungen.

Den Abschluss des ersten Festtages anlässlich des 50-jährigen Weihejubiläums bildete ein Festkonzert in der Kirche St. Josef, welches der ehemalige Organist der Gemeinde, Michael Bischof, und seine Ehefrau Antje Bischof gaben. Werke von Johann-Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel aber auch Leonard Bernstein standen auf dem Programm. Es war in bewegendes Konzert welches vielen Kierspern in Erinnerung rief, welches herausragend musikalische Ehepaar es durch die Sparmaßnahmen verloren hat. ▪ Gertrud Goldbach

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