Kindergarten errichtet Anbau für U3-Betreuung

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Die Tiefbauarbeiten haben begonnen: Am Kindergarten Kunterbunt wird zurzeit ein Anbau errichtet, in dem der Raumbedarf für die Betreuung für Unterdreijährige geschaffen werden soll. ▪

KIERSPE ▪ Der Zeitplan ist extrem eng, daher war es ganz wichtig, dass das Tiefbauunternehmen wie vereinbart pünktlich kommen würde.

Doch die Leiterin des Kindergartens Kunterbunt, Gabi Dreyer, konnte am Montagmorgen erleichtert aufatmen, denn da begann sich die Schaufel des Baggers schon in das Ufer zu graben, das für den Anbau ein Stück entfernt werden muss. Gestern setzten die Mitarbeiter der Firma Gohmann sogar bereits die ersten Betonelemente für die Mauer, die das Ufer abfangen und stützen soll. Nur so war es möglich, dass der Rundweg um das Gebäude erhalten bleibt, wenn auch an dieser Stelle nur auf einer Breite von etwa eineinhalb Metern. Aber das wollten der Vorstand der Elterninitiative und die Erzieherinnen unbedingt gewährleistet sehen. Durch die nur rund einen Meter hohe und damit bewusst niedrig gehaltene Betonwand wird das nun möglich.

Mit dem Anbau will die Einrichtung die baulichen Auflagen für die Betreuung der Unterdreijährigen erfüllen. Damit nähert sich nun endlich der Zeitpunkt, dass die Kleinsten, die gerade zwei Jahre alt sind, einen Schlafraum zur Verfügung haben. Außerdem entsteht noch ein Pflegeraum und ein Vorraum, in dem zudem die Möglichkeit besteht, Kinderwagen und ähnliches abzustellen. Insgesamt wird eine Fläche von rund 50 Quadratmetern errichtet, die vom Flur aus erreichbar ist. Im Rahmen der U3-Betreuung gibt es zurzeit vier Kinder, ausgelegt ist der Bereich aber für sechs, die dann auch aufgenommen werden sollen, wenn der Anbau zum geplanten Termin am 15. September fertiggestellt ist. Derzeit hoffen Gabi Dreyer und die anderen sechs Erzieher, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Der zeitige Baubeginn bildet dafür natürlich eine wichtige Voraussetzung.

Leider geht durch das neue Gebäude der bisherige Fußballplatz verloren, was besonders die älteren Kinder bedauern, die diesen rege genutzt haben. Während der Bauarbeiten musste ein Teil des Außengeländes abgeteilt werden, damit die Maßnahme ungestört stattfinden und auch die Baufahrzeuge an die Baustelle gelangen können, ohne die Kinder zu gefährden. Der Bereich ist von einem hohen Bauzaun umgeben und auch eine Zufahrt wurde abgesperrt und extra geschottert.

„Geplant ist, dass wir nach hinten hinaus einen separaten Spielplatz für die Unterdreijährigen anlegen mit Sandkasten und kleiner Rutsche. Denn die Anlage der größeren kann von diesen nur bedingt genutzt werden“ erklärt Christa Philipp, die ebenfalls schon viele Jahre lang im Team mitarbeitet.

Mit der Baumaßnahme, die ein Investitionsvolumen von rund 120 000 Euro hat, sind ausschließlich heimische Firmen befasst. Pro Kind werden für die Erstausstattung 20 000 Euro vom Land bezuschusst, wobei der Trägeranteil zehn Prozent beträgt. Hier springt die Stadt in die Bresche, von der die Elterninitiative wie bisher die Räume anmietet.

Seit dem Kinderbildungsgesetz begannen viele Einrichtungen sofort mit der Umsetzung des gewollten Ausbaus der U3-Betreuung. Auch der Kindergarten Kunterbunt beantragte gleich im Frühjahr 2009 die Änderung der Betriebserlaubnis und außerdem die finanzielle Förderung der Erweiterung. Trotzdem dauerte es bis zum April 2011, bis die Bewilligung eintraf. Das hätte sich Gabi Dreyer etwas früher gewünscht, zumal die ersten Unterdreijährigen schnell aufgenommen worden waren. Der Awo-Kindergarten Liederwiese am Haunerbusch war der erste in Kierspe, der die räumlichen Voraussetzungen schaffte. Alle anderen sind nachgezogen oder wollen dies in Kürze.

Der aktuelle Anbau ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Kindergartens Kunterbunt, der im Jahr 1984 als Elterninitiative im März gegründet wurde und dann in einem umgebauten Schulpavillon hinter dem Hallenbad im November den Betrieb aufnahm. Seit 1989 wird die Einrichtung integrativ geführt, so dass auch behinderte Kinder betreut werden können. 1997 wurde durch die Stadt der Kindergartenneubau am Büscherweg errichtet. Im Januar 1998 zog die Einrichtung dorthin um. Aus dem eingruppigen Kindergarten wurde danach ein zweigruppiger, der inzwischen auch eine Kindertagesstätte ist. „Das Mittagessen wird von eine Küchenmitarbeiterin jeden Tag frisch zubereitet“, berichtet Christa Philipp nicht ohne Stolz.

Im Vorfeld des Projektes gab es am vergangenen Samstag einen Arbeitsdienst, bei dem die Eltern die Pflastersteine aufnahmen und abtransportierten. So wird versucht, durch Eigenleistung die Kosten zu senken. „Errichtet wird der Anbau mit einer Betonplatte und massiven Grundmauern ansonsten aber in einer Holzrahmenbauweise. Von außen soll er verputzt und nicht verklinkert werden“, so der für die Planung zuständige Architekt Dirk Gohmann. ▪ Rolf Haase

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