Kinder heben ab – Ferienspaß über den Wolken

Ungeduldig warteten die 44 Mädchen und Jungen Sonntag auf dem Flugplatz auf ihren Start. 

KIERSPE ▪ „Das war toll“, strahlend stiegen drei Mädchen aus dem Flugzeug aus. Noch vor wenigen Minuten waren sie in der Luft. Nun sind sie zwar froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber das Gefühl vom fliegen sei unbezahlbar. Gut eine viertel Stunde waren sie in der Luft, hatten erst Meinerzhagen, dann Kierspe aus der Luft gesehen und waren dann wieder auf dem Flugplatz „Am Dümpel“ gelandet. Eingeladen waren sie im Rahmen der Ferienspiele von den Jugendzentren Kierspe und Rönsahl.

44 Mädchen und Jungen hatten sich für die Ferienspiele angemeldet. „Ich war schon im vergangenen Jahr hier“, erzählte ein Junge begeistert. „Wir fliegen nie in den Urlaub, weil meine Mutter Angst hat.“ Dicht gedrängt standen die acht- bis 16-jährigen auf dem Gelände, jeder wollte zuerst in eine Maschine steigen. Susanne Sattler und Kerstin Busse von den Jugendzentren hatten jedoch ein Auge auf die Kinder, damit keines von ihnen auf das Flugfeld lief.

Jeweils drei Kinder durften in eines der Flugzeuge steigen. Jürgen Salewski und Hermann Schürfeld vom Luftsportclub Dümpel waren ihre Piloten.

Normalerweise können hier nicht nur Kinder, sondern alle Interessierten Rundflüge machen. Geflogen wird jeden Sonntag bei offenem Wetter. In ihrem Flugpark hat der Verein zwei Motorsegler, vier Motorflugzeuge und zwölf Segler. Für die Kinder hatten die Piloten zwei Motorflugzeuge der Ecoklasse ausgesucht.

Zwei Tonnen Abfluggewicht können sie heben. Auch wenn die Flugzeuge mit ihren Baujahren 1973 und 1984 etwas alt erscheinen würden, seien sie „in den besten Jahren“. „Motorflugzeuge können mehr als 50 Jahre alt werden“, erklärte Jürgen Salewski. „Diese Flugzeuge sind gepflegt und haben keine fünf Nächte draußen gestanden.“ 180 PS hat eine Maschine bei einem Hubraum von sechs Litern.

Auch so etwas wie einen Technischen Überwachungsverein gibt es für die Flugzeuge. Sie werden regelmäßig kontrolliert. Da gibt es die 50-Stunden-Kontrolle, die 100-Stunden-Kontrolle und die große Kontrolle bei 2000 Stunden. Auch wenn es nicht danach aussieht, das Flugzeug ist aus Holz. Eine Grundüberholung, die bei einem der Flieger jetzt ansteht, kostet etwa 120 000 Euro. Neu kostet so ein Flugzeug etwa 230 000 Euro.

„Ich war 14 Jahre alt, als ich mit dem Fliegen angefangen habe“, erzählte Vorstandsmitglied Rainer Griessmann. Seit mehr als 34 Jahren ist er regelmäßig auf dem Fluggelände am Dümpel. „Es gab auch Zeiten, da war ich nicht so oft hier. Das war, als ich eine Freundin hatte, in den Beruf kam und als ich eine Familie gründete und Kinder kamen. Später jedoch haben meine Familie und ich hier einen Wohnwagen aufgestellt und wir haben zusammen ganze Wochenenden hier verbracht.“ Fliegen sei für ihn wichtig, denn: „Wenn ich oben in der Luft bin, lasse ich allen Ballast auf der Erde, Sorgen und Probleme sind dann vergessen.“ Er fliege mit den Flugzeugen auch nach Sylt oder an die Ostsee und mache dort Urlaub. Mit dem Flieger sei er in gut einer Stunde da und habe unterwegs keinen Stress und keinen Stau.

Kinder und Jugendliche, die Spaß am Fliegen haben, können beim Luftsportclub Dümpel mitmachen. Hier werden sie ausgebildet und an das Fliegen herangeführt. Später können sie mit den Maschinen des Vereins starten und eigene Flüge unternehmen.

So weit waren die Kinder der Ferienspiele aber noch nicht. Sie warteten Sonntag ungeduldig auf ihren Flug. Damit die Wartezeit nicht zu lang wurde und weil die Aktion über die Mittagszeit ging, gab es für sie Würstchen zur Stärkung.

Gertrud Goldbach

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