Schüler als „Plastikpiraten“ an Schleipe und Volme unterwegs

+
Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Freie Schule Kierspe wieder an der Aktion „Plastikpiraten“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: Die Schüler der Klasse 7/8 untersuchten die Bäche Schleipe und Volme.

Kierspe - „Auf zu den Fließgewässern vor unserer Tür!“ hieß es jetzt für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7/8 der Freien Schule Kierspe, die sich in diesem Jahr an der Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beteiligen.

Bis Mitte dieses Monats hätten die Schüler Zeit gehabt, um ihre Ergebnisse, die sie durch Untersuchungen an der Schleipe und an der Volme erhalten haben, an das Bundesministerium zu übermitteln. Doch das ist längst geschehen, die Ergebnisse sind auch bereits im Internet auf einer Deutschlandkarte (www.bmbf-plastik.de/plastikpiraten/ergebnisse) verewigt.

Die Kinder haben damit die Untersuchungen der Schüler der Klassen 8/9 und 10/11, die im vergangenen Jahr die beiden Bäche in Kierspe unter die „Plastik-Lupe“ nahmen, fortgesetzt. Die Schüler der Freien Schule Kierspe gehörten damit in den vergangenen beiden Jahren zu den rund 5500 Jugendlichen von mehr als 300 Schulen und Organisationen, die an der Aktion „Plastikpiraten“ teilnahmen.

Denn sowohl die Schleipe als auch die Volme wurden auf Plastikverschmutzung untersucht. Dabei fanden die Kinder zwar auch wieder Müll, doch erfreulicherweise sehr wenig. Über die Fließgeschwindigkeit der Schleipe erhielten die jungen Teilnehmer keine Angabe, gleichwohl vermuten die Schüler und ihrer Lehrerin Stefanie Lambertz, dass der Müll vom oberen Bachlauf angeschwemmt worden sein könnte.

Die Schüler der Klasse 7/8 beteiligen sich an der bundesweiten Aktion „Plastikpiraten“ und untersuchen Schleipe und Volme.

Das Material könnte von Menschen stammen, welche dort die idyllisch gelegene Schleipe besuchen. „Auch wir selbst müssen darauf achten, dass uns nichts aus der Tasche fällt oder man etwas aus Versehen zurücklässt“, haben sich die Kinder selber deutlich gemacht. 0,05 Müllteile wurden pro einem Quadratmeter gefunden. Zumeist habe es sich um Plastik gehandelt.

Hochgerechnet gab es fünf Müllansammlungen pro 10 000 Quadratmeter, aber keinen treibenden Müll und keine Mikroplastikteile pro 1000 Liter Flusswasser. An der Volme scheinen es eher die Autofahrer zu sein, so die Folgerung der Schüler, die unachtsam an der Bundesstraße 54 Müll aus dem Auto werfen. Der einzige und gleichzeitig für die Kinder spannende Fund sei eine Hülle von einer CD gewesen mit einem Musikmix aus den 1980er-Jahren.

„Wir konnten noch die Titelliste lesen und haben Dank des Internets schnell eine kleine musikalische Zeitreise gemacht, als wir das Mikroplastiknetz von der Brücke bei Sankel beobachteten“, gab es bei den wissenschaftlichen Untersuchungen musikalische Unterhaltung. Die Volme fließt im Bereich Erlen beziehungsweise Sankel 0,28 Meter pro Sekunde. Dort fanden die Schüler pro Quadratmeter 0,1 Müllteile, am häufigsten Plastik.

Müllansammlungen konnten die Schüler ebenso wenig entdecken wie treibenden Abfall oder Mikroplastikteile (pro 1000 Liter Flusswasser). Die Kinder und Jugendlichen der Freien Schule wollen sich auch in Zukunft für eine saubere und plastikfreie Volme einsetzen.

Aktion Plastikpiraten

Die Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ ist eine Citizen-Science-Aktion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Plastik in der Umwelt“ und trägt zur Forschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik an und in deutschen Flüssen bei. In Projektgruppen erheben Jugendliche bei der Aktion „Plastikpiraten“ bundesweit Daten zu Kunststoffvorkommen an und in deutschen Fließgewässern. Dabei gehen sie folgenden Fragen nach: Wie viel und welcher Plastikmüll lässt sich dort finden? Wo sammelt sich besonders viel Müll? Und welche Rolle spielt die Fließgeschwindigkeit dabei? Aktionszeitraum: Beprobung vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2018; Endtermin zur Datenübermittlung: Bis zum 15. Juli 2018 müssen die Forschungsdaten eingegeben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare