Kiffen, Saufen, zudröhnen

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Jetzt wurde die Aktion zum internationalen Tag der seelischen Gesundheit im Pluspunkt St. Georg am Donnerstag, 13. Oktober, an der Kölner Straße vorgestellt. ▪

KIERSPE ▪ „Kiffen, saufen, zudröhnen – was ist da schiefgelaufen?“ Unter diesem bewusst provokant gewählten Titel stehen vier Infoveranstaltungen, die das Sozialwerk St. Georg anlässlich des internationalen Tages der seelischen Gesundheit ab Montag durchführt.

Die Veranstalter wollen mit dieser Aktion ein Bewusstsein für die Suchtkarrieren junger Menschen schaffen.

Jugendliche, die ins Sauf-Koma fallen, Schüler, die die stimulierende und beruhigende Wirkung von Cannabis unterschätzen oder mit Medikamenten ihre Leistung oder Stimmung steigern – Bilder und Nachrichten wie diese kenne jeder, davon ist Thorsten Garske, Fachleiter für Kontakt- und Beratungsangebote und ambulanter Hilfen, überzeugt: „Experimente mit Drogen üben auf junge Menschen einen faszinierenden Reiz aus.“

Dem kann auch Annette Frenzke-Kulbach nur zustimmen. Die Fachdienstleiterin des sozialen Dienstes des Jugendamtes MK fügt hinzu, dass das eigentlich Entscheidende sei, ob es sich um ein einmaliges Experiment handle oder regelmäßig wiederholt werde und somit zur Sucht werde. „Insbesondere Kiffen stellt eine immer größere Gefahr da. Die Mittel werden stärker in ihrer Wirkung, das Suchtpotential ist hoch“, erklärt sie.

Die Kampagne wird beworben mit einem Foto auf dem der Slogan „... aber ich bin euch doch egal“ steht. „Das ist eine typische Aussage betroffener Jugendlicher. Dahinter steht vor allem ein tiefgreifender Hilferuf“, erklärt Garske. Dies bestätigt auch Hella Mösch, Leiterin der Suchtkranken-Einrichtung Weitsicht: „Hinter den meisten Suchterkrankungen stecken auch psychische Probleme.“ Daher finden die drei Experten es besonders wichtig, sich in der Woche der seelischen Gesundheit besonders um die Sucht-Karrieren junger Menschen zu kümmern und um geeignete Interventionsmöglichkeiten.

Im Hochsauerlandkreis, im Kreis Siegen-Wittgenstein, im Kreis Olpe und in Kierspe lädt das Sozialwerk daher zu Mitmach-Diskussionen über den Suchtmittelgebrauch und die Verhaltensweisen von jungen Menschen ein. In Kierspe findet diese am Donnerstag, 13. Oktober, statt. Dann wird Matthias Nowak, Sozialarbeiter, Kinder- und Jugendtherapeut und Heilpraktiker im Pluspunkt St. Georg an der Kölner Straße zu diesem Thema referieren und Fragen beantworten. „Mit der Veranstaltung möchten wir auf die Bedürfnisse von jungen Menschen aufmerksam machen, Vorurteile abbauen und ein Bewusstsein für die Gefahr schaffen“, so Garske. Eingeladen sind alle Interessierten, Betroffenen, Mitarbeiter der Jugendarbeit sowie Eltern.

Gerade letztere seien oft verunsichert. „Viele haben ein schlechtes Gefühl, können das Verhalten ihres Kindes nicht einschätzen, wissen nicht, wo Sucht beginnt“, so der Fachleiter weiter. ▪ lm

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