Eine Vernissage als Geburtstagsüberraschung

Theo Hermann hat seine Bilder im ganzen Haus verteilt, so wie hier im Treppenhaus. Am Wochenende gab er einigen Gästen intime Einblicke in sein künstlerisches Wirken der vergangenen Jahre.

Kierspe - Es war eine besondere Geburtstagsfeier, die Theo Hermann am vergangenen Samstag erlebte. So kamen seine Freunde, Nachbarn und Bekannten nicht nur, um ihn hochleben zu lassen, sie waren auch zu einer Ausstellungseröffnung eingeladen. Was einigen dieser Geburtstagsgäste nicht so gegenwärtig war, sahen sie dann beim Betreten des Hauses: Theo Hermann malte. Er malte viel, er malte abwechslungsreich und er malt richtig gut.

Angefangen zu malen hatte Theo Hermann bereits in seiner Kindheit. Als Kriegskind aufgewachsen gab es damals nicht viel Spielzeug. So beschaffte er sich Papier und Stifte und begann mit seinen ersten Gehversuchen. Dieser Neigung ging er bis zu seinem 18. Lebensjahr nach, entschied sich dann jedoch, sich dem Sport zu widmen.

Das blieb auch so. Bis er vor fünf Jahren wieder Pinsel, Farbe und Papier zur Hand nahm und zunächst als Hobby mit einfachen Malübungen begann.

Anfangs nahm er sich bekannte Bilder als Vorlage, später besuchte auch er auch Kunstkurse, um seine Technik zu verbessern, bis er schließlich anfing, eigene Motive zu entwerfen. Vor allem versuchte er Erlebtes in seinen Bildern für die Ewigkeit festzuhalten. Daher sei unter seinen Werken auch vieles mit einem autobiografischen Bezug zu finden.

Mal ist es seine Ehefrau Ursula, wie er sie beim Paddeln kennen gelernt hatte. Dann sind es Szenen beim Skifahren, Impressionen aus demGarten, vor einer langen, gefüllten Kleiderstange und dann beim Schwimmen oder bei der Gymnastik.

Die Besucher stockten vor allem vor einem Bild. „Die Hühner“ zeige versteckt Gesichter aus seiner Verwandtschaft. Und so begann unter den Gästen das große Suchen.

Obwohl seine Bilder mit Menschen die augenfällig interessantesten sind, hat er noch andere Erlebnisse mit Aquarellfarbe auf Papier fest gehalten. So sind unter den Bildern Erinnerungen an eine Ostpreußenfahrt zu finden mit einem Sonnenuntergang über einem See sowie einem Schiff, welches über die dortigen Rollberge gezogen wird. Auch Szenen aus Finnland hat er gemalt.

Sogar ein ursprünglich nicht gegenständlich geplantes Bild malte er, in dem Theo Hermann so viele kleine Monster sah, dass er sie mit wenigen Strichen einzeichnete und seine Besucher nun raten lässt, wie viele der kleinen Tierchen sich dort befinden.

Gegenständlich sind alle seine Bilder, sie zeigen Blumengestecke, Landschaften oder Tiere. Viele von ihnen sind nah an der Wirklichkeit, doch schon bald reichte Theo Hermann das nicht und er begann sie zu verändern. Hier ein Pinselstrich anders angelegt, dort eine Fantasiegestalt hinein gemalt, bei manchen Bildern war es gut, einen intensiven Blick auf sie zu werfen.

Doch am interessantesten waren seine Menschenbilder. Hier veränderte er sehr viel. Die Frauen bekamen riesige Schleifen an ihre sehr durchsichtigen Röcken, ein anderes Mal waren die Schuhe der Blickfang und bei vielen Bildern waren die Proportionen so verändert, dass die Frauen die Leichtigkeit und Grazilität von Insekten bekamen.

Wer die Bilder sehen möchte, sollte sich zuvor anmelden. Da die Ausstellung in den privaten Räumen stattfindet, bittet die Familie um eine telefonische Terminabsprache unter der Rufnummer 0 23 59-71 62.

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