Bezirksbeamter Dunkel geht in den Ruhestand

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Wachleiter Michael Stumpe (rechts) überreichte Jürgen Dunkel (Mitte) die Entlassungsurkunde. Als Bezirksbeamter wird zukünftig Axel Oehm in Kierspe seinen Dienst ausüben.

Kierspe - Nach 43 Jahren im Polizeitdienst geht der Kiersper Bezirksbeamte Jürgen Dunkel zum Monatsende in den Ruhestand. Sein Nachfolger steht mit dem Valberter Axel Oehm bereits fest.

Es gibt wohl kaum einen Kiersper, der Jürgen Dunkel nicht kennt. Beim Schützenfest fuhr er vor dem Zug, in den Schulen war er Ratgeber, die Schulwege ging er mit den Kindern ab. Hin und wieder musste er auch schon mal die Handschellen zuschnappen lassen und wenn es notwendig war, dann übernahm er auch Geschwindigkeitskontrollen in seinem Dienstort. Ab Freitag ist er in Kierspe nur noch als Zivilist unterwegs. Denn am 30. Mai endet die Dienstzeit des Bezirksbeamten. Sein Nachfolger steht bereits fest und wird seine Arbeit in Kürze kommissarisch aufnehmen.

"Du warst beliebt und anerkannt"

„Du warst beliebt und anerkannt in deinem Bezirk. Das ist sicher nicht selbstverständlich. Und auch ich habe gerne mit dir zusammengearbeitet“, sagt Wachleiter Michael Stumpe zum Abschied und überreicht die Entlassungsurkunde. Damit endet für Jürgen Dunkel eine 43-jährige Dienstzeit. Als 17-Jähriger war er zur Polizei gegangen. Nach der Ausbildung in Münster und Bonn wurde er in Wuppertal eingesetzt. Mit der Dienststelle Lüdenscheid war er seiner Heimatstadt ein ganzes Stück näher gekommen. Und seit dem 1. April 1982 wurde die Wache an der Oststraße zu seinem Dienstort. 1999 dann der erneute Wechsel in den Bezirksdienst und damit nach Kierspe – seiner Geburtsstadt – „das war damals so, auch für Meinerzhagener“.

Mit 61 Jahren in den Ruhestand

Und auch, wenn er bis heute gerne im eigenen Haus in der Nachbarstadt wohnt, Kierspe hat ihm immer am Herzen gelegen. Auch, weil er sich dort seinen Dienst viel freier einteilen durfte. Zwischen 6 und 22 Uhr liegt die Arbeitszeit des Bezirksbeamten – grundsätzlich kann er in diesem Rahmen seine Dienstzeit festlegen und an die örtlichen Gegebenheiten anpassen. „Diese Unabhängigkeit und freie Einteilung habe ich sehr geschätzt“, so Dunkel rückblickend. Er hat es in der Dienstzeit zuvor über Jahrzehnte auch anders erlebt, wobei er heute von dieser Zeit im Wach- und Wechseldienst profitiert. Denn dadurch, dass er mehr als 25 Jahre im Schichtdienst arbeitete, darf er nun mit 61 in den Ruhestand gehen und damit ein Jahr früher als üblich.

Häufig zu Fuß unterwegs

In Kierspe war Dunkel auch oft zu Fuß oder im Bus anzutreffen. Das lag aber nicht daran, dass der Polizist gerne wandert und überhaupt leidenschaftlich Sport treibt, sondern vor allem daran, dass der Meinerzhagener Polizei Dienstwagen fehlten und so der Bezirk manches Mal ohne Wagen blieb. Eine Situation, die sich erst vor wenigen Jahren änderte. „Wenn Haftbefehle zu vollstrecken waren, dann musste ich mir manches Mal einen Wagen erbetteln“, so Dunkel. Bei dieser Arbeit war er dann auch mit dem zweiten Bezirksbeamten unterwegs – ansonsten war Kierspe klar aufgeteilt. Dunkel war für den Bereich von der Friedrich-Ebert-Straße bis Rönsahl zuständig.

Axel Oehm übernimmt

Ein Bereich, den nun Axel Oehm übernimmt. „Ich habe mich auf die Stelle beworben, weil ich nach den vielen Jahren im Wach- und Wechseldienst darin die Chance sehe, noch einmal eine neue Aufgabe zu übernehmen“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Valberter ist bereits seit 38 Jahren bei der Polizei. Nach seiner Ausbildung war er in Köln, Radevormwald und Lüdenscheid eingesetzt, bis er vor 31 Jahren zur Wache nach Meinerzhagen wechseln konnte. Dort arbeitete damals noch sein Vater als Polizist. „Wir sind sogar einige Male zusammen Streife gefahren“, erinnert er sich an seine Anfänge in der Volmestadt. Stumpe: „Das wäre heute gar nicht mehr zulässig.“

Offizieller Dienstantritt am 1. September

Offiziell wird Oehm am 1. September seinen Dienst in Kierspe antreten – kommissarisch aber wohl schon früher.

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