Landfrauen betreten gestalterisches Neuland

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Stolz präsentierten die Landfrauen ihre Arbeiten, die alle individuell gestaltet wurden und unverkennbar die „Handschrift“ ihrer Schöpferinnen tragen.

Kierspe - Sechs Kiersper Landfrauen waren am Donnerstag in der Keramikwerkstatt von Tanja Hoppe an der Kirchstraße in Meinerzhagen zu Gast, um Neuland zu entdecken.

Keine von ihnen hatte bis dahin getöpfert, doch an diesem Abend sollte die Töpferin sie mit der Wulsttechnik bekannt machen, einer traditionellen Herstellungsweise, mit der vor Einführung der Töpferscheibe jede Art von Gefäßen gefertigt wurde und die auch heute noch zum Einsatz kommt, um plastische und modellierte Formen sowie große und kleine Töpfe herzustellen.

Der Rand des Gefäßbodens wurde angeritzt und befeuchtet, damit die Seitenwände darauf aufgebaut werden konnten.

Schalen, (Blumen-)Töpfe und Windlichter sollten entstehen. Der Ton war bereits vorbereitet, so dass den Landfrauen das Schlagen des Materials, mit dem eingeschlossene Luftblasen beseitigt werden, die beim Brennen leicht „explodieren“ und die Arbeiten zerstören können, erspart blieb. So kam zunächst das Nudelholz zum Einsatz, mit dem der Ton zu einer Platte ausgerollt wurde. Daraus wurde in gewünschter Größe der Boden für die Werkstücke ausgeschnitten.

Die Ränder mussten mit einem Hölzchen eingeritzt und befeuchtet werden, damit die Seitenwände gut darauf haften konnten. Anschließend wurden mit langen fließenden Bewegungen Tonwülste in angemessener Länge gerollt, die dann außen auf den Rand aufgesetzt wurden. Weitere Lagen folgten bis die gewünschte Höhe des Gefäßes erreicht war. Diese Vorgehensweise ist auch als Aufbautechnik bekannt.

Tanja Hoppe zeigte den Landfrauen, wie sie diese Arbeiten mit viel Fingerspitzengefühl und unter Zuhilfenahme eines Modellierholzes meistern und schmückende Elemente einbauen konnten. Allmählich zeichnete sich die endgültige Form der Vasen und Schalen ab. Jede war individuell gestaltet und zeigte die „Handschrift“ ihrer Schöpferinnen.

Tanja Hoppe zeigte den Landfrauen, wie sie die Aufgaben mit viel Fingerspitzengefühl und einem Modellierholz meistern konnten.

Während die einen das rustikale Erscheinungsbild der übereinander liegenden Tonwülste bewusst beibehielten, glätteten andere neben der Innenseite auch die Außenseite ihres Werkstücks. Mit weiteren Tonstücken und verschiedenen Stempeln konnten zusätzliche attraktive Verzierungen aufgearbeitet werden, bis alle mit ihrer Arbeit zufrieden waren.

Einige Töpferinnen glätteten zum Abschluss auch die Außenseite ihrer Arbeit, hier ein Windlicht.

Mit nach Hause nehmen konnten die Landfrauen ihre Arbeiten noch nicht, denn sie müssen erst trocknen. Hat der Ton die richtige Konsistenz erreicht, ist es Zeit für den Schrühbrand, der dem formbaren Material Haltbarkeit verleiht. Danach ist der Ton aber immer noch porös. Wasserdicht wird er erst, wenn eine Glasur aufgebracht und er ein zweites Mal mit einer höheren Temperatur gebrannt wird. Diese Arbeiten wird Tanja Hoppe alleine vornehmen.

Die Glasuren, die von der Töpferin selbst hergestellt werden, konnten sich die Landfrauen anhand von kleinen Musterstücken aussuchen. Mitnehmen konnten sie einen kleinen Einblick in die nahezu unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten, die sich mit Ton eröffnen.

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