Ein Jahr Sperre und Geldstrafe

Kierspe/Meinerzhagen - Der nicht angelegte Sicherheitsgurt während der Fahrt mit dem Auto wurde einer Kiersperin - aus deren Sicht - zum Verhängnis. Als die Frau am 11. November vergangenen Jahres auf der Friedrich-Ebert-Straße in Kierspe unterwegs war, fiel einer Polizeistreife der Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung auf. Die Beamten hielten die 32-Jährige an. Sehr zum Ärgernis der Frau. Die hatte nämlich nicht nur keinen Sicherheitsgurt angelegt, sondern konnte zudem keine Fahrerlaubnis vorweisen.

Wegen des dadurch verwirklichten Straftatbestandes des Fahrens ohne Fahrerlaubnis musste sich die zweifache Mutter gestern im Amtsgericht Meinerzhagen verantworten. „Ich weiß, dass es nicht richtig war“, gab die Angeklagte die verbotene Fahrt sofort zu. Sie hätte einen Termin zur Fortbildung gehabt, den sie nicht verpassen wollte. Kurzfristig habe aber ihr Fahrer abgesagt. Und so sei sie eben selbst gefahren - ohne Fahrerlaubnis.

Diese hatte sie Anfang 2015 durch ein Gerichtsurteil verloren. Weil sie unter Alkoholeinfluss gefahren war, hatte sie sich im damaligen Verfahren dem Vorwurf der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung stellen müssen. Folge: sieben Monate Sperre zur Neuerlangung der Fahrerlaubnis.

Auch nach Ablauf der Frist hatte die Kiersperin die Erlaubnis zu fahren, nicht wiederbekommen. „Ich hatte kein Geld dafür“, erklärte die 32-Jährige. Und so hätte sie weiterhin nicht fahren dürfen. Doch daran hielt sich die Frau nicht. Denn - und das rechnete der Richter der Angeklagten besonders negativ an - im Oktober vergangenen Jahres war die Angeklagte schon einmal ohne Fahrerlaubnis unterwegs gewesen und erwischt worden.

Dafür gab es in einem Strafbefehl eine Geldstrafe. Besonders dreist war dabei der Umstand, dass einen Tag vor der aktuell verhandelten Tat sogar noch die Tagessatzhöhe des Strafbefehls vom Oktober verringert worden war. Als „enorme Rückfallgeschwindigkeit“ bezeichnete die Vertreterin der Staatsanwaltschaft dieses Verhalten. Die Angeklagte versuchte gestern, das Gericht davon zu überzeugen, keine weitere Sperrfrist zu erteilen, da sie gerade das Geld zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis zusammen habe.

Sie sei auf ein Fahrzeug angewiesen, da sie bei einem ambulanten Pflegedienst arbeiten wollte. Die Argumente der Frau konnten den Richter nicht daran hindern, neben der Geldstrafe in Höhe von 1050 Euro eine Sperre von einem Jahr zu verhängen. Das stehe so im Gesetz, erklärte der Vorsitzende. Dort heißt es, dass, wenn jemand innerhalb von drei Jahren vor der Tat bereits eine Sperre bekommen hat und durch Fahren ohne Fahrerlaubnis auffällig geworden ist, die Mindestsperrfrist ein Jahr beträgt.

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