Charly Turk sucht auch unter Tage nach neuen Schätzen

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Charly Turk zeigt seine Mineralien auch gerne interessierten Besuchern.

Kierspe - Zwei Hobbys pflegt Karl Albert – genannt Charly – Turk: Pilze suchen und Mineralien sammeln. Während für die Pilze nicht die richtige Zeit ist, hat er jetzt für seine Mineraliensammlung um so mehr Muße.

„Mineralienkabinett“ nennt er seine Sammlung auch – und wer mag, den führt er durch die Ausstellung und bereichert das alles mit vielen Geschichten und Fachwissen. Angefangen hat bei Charly Turk alles in seinem 16. Lebensjahr: „Ich war auf dem Rad mit Freunden zwischen Versetalsperre und Fürwiggetalsperre unterwegs“, erinnert sich Charly Turk. „Bei einer Pause in einem alten Steinbruch setzte ich mich auf einen Bergkristall. Es war Gras darüber gewachsen, daher hatte ich ihn nicht gesehen.“

Erste schmerzhafte Begegnung

Nach dieser ersten schmerzhaften Begegnung mit Mineralien war seine Neugierde geweckt. Charly Turk suchte die Stelle weiter ab und fand dort noch andere Mineralien. „Ich denke, da hat jemand seine Sammlung entsorgt, denn die Steine, die dort lagen, waren alle nicht aus dem Sauerland, sondern eher aus den Alpen.“

Von da an wurde es für Charly Turk interessant. Bei der Gesamtschule gab es eine Arbeitsgemeinschaft Mineralien mit einem Lehrer Koch. Dieser Pädagoge hatte selbst eine große Sammlung, die Turk begeisterte. „Für mich begann dann das Selbersuchen.“

Im Mineralienkabinett von Charly Turk finden sich unzählige interessante Stücke aus dem Sauerland und Umgebung.

Er schloss sich dem Verband der Freunde der Mineralogie Deutschland in Warstein an und gründete eine kleine Gruppe, die „Trüffelschweine“. Zu diesem Namen kam Turk, als er mit Sammelkollegen aus den Niederlanden, Belgien und Köln in der Eifel in der Grube Nickel bei Mendig unterwegs war.

Mehrere Stunden suchten sie dort erfolglos, nur Charly Turk hatte Glück. Er fand einen riesengroßen Brocken, einen Hauyn. Da hatte er seinen Spitznamen Trüffelschwein weg. Von nun an begann er eifriger zu sammeln. „Das ist nicht so einfach“, erklärte er. „Man kann nicht den Grund und Boden anderer Menschen betreten, man braucht eine Genehmigung.“

Dennoch gibt es auch einige Stellen, an der ohne Genehmigung gesammelt werden kann. Eine davon liege in der Nähe von Rösrath. Es sei die Grube Leibniz-Dante. Durch sie führe ein Wanderweg hindurch, da könne jeder sammeln, so lange er keine tiefen Löcher grabe und diese offen zurücklasse. Ansonsten gibt es auch im Sauerland viele Mineralien zu finden.

Auch unter Tage sucht Charly Turk regelmäßig nach Mineralien, wie hier in der Grube Eisenkaule bei Derschlag.

Hauptsächlich sind es Calzite, weiterhin Eisenerze, Bleierze und Kupfererze. Ein außergewöhnlich schönes und seltenes Stück fand Turk in Bastenberg im Sauerland. Es war ein Chalkonatronit, dessen Kristalle von der Größe her im Nanobereich liegen und nur durch ein Mikroskop zu sehen sind. In Ohl hat er einen Chalkopyrit entdeckt und in Hildfeld einen außergewöhnlich schönen Aragonit auf Calzit.

Wieviele Mineralien Charly Turk in seinen Vitrinen und Schubladen hat, kann er nicht sagen. „Ich glaube aber, dass ich die größte Mineraliensammlung im Märkischen Kreis habe“, vermutet er. Wer sie sich einmal ansehen möchte, dem zeigt sie Charly Turk gerne. Einfach unter Tel. 01 77/3 40 48 37 einen Termin ausmachen und schon kann man eintauchen in eine faszinierende Welt.

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