Gebühren als Marketingmittel für Wohnen in Kierspe

+
Im Vergleich zu anderen Städten im Volmetal kommen die Kiersper - etwa bei der Schmutzwassergebühr - günstiger davon.

Kierspe - Neben dem Arbeitsplatz oder der Familie können andere Umstände die Wahl eines Wohnortes beeinflussen. Dazu gehören sicherlich auch, die Gebühren, die eine Kommune von ihren Bürger einfordert – etwa für Abfallbeseitigung, für Schmutzwasser oder die Grundsteuer B.

Es zeigt sich – anhand eines Abgleichs dieser Kosten in den Städten Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Lüdenscheid sowie der Gemeinde Schalksmühle –, dass Kierspe relativ gut dabei weg komme. Dieses Fazit konnte Kämmerer Olaf Stelse am Dienstag im Hauptausschuss präsentieren.

Mit den Zahlen, die die Gemeindeverwaltung in Schalksmühle Ende 2016 erhob, könne man durchaus Werbung machen, warf Ausschussmitglied Christian Reppel (SPD) in den Raum. „Der Vergleich zeigt, dass das Wohnen in Kierspe unter diesem Gesichtspunkt attraktiv und kostengünstig ist.“ 

Damit stieß er auch auf die Zustimmung von Bürgermeister Frank Emde. Das Stadtoberhaupt schlug vor, solche Zahlen zukünftig, etwa auf der Internetseite der Stadt, zu veröffentlichen. Damit würde auch viel Unverständnis bei den Kierspern im Bezug auf die Gebührenbescheide beseitigt werden, merkte Peter Christian Schröder von der FWG an. Auf ihn seien mehrfach verärgerte Bürger zugekommen, deshalb halte er einen solchen Vergleich für sinnvoll.

Welche Kosten kommen in 2017 auf einen Kiersper zu?

Für die Grundsteuer B (bei einem Steuermessbetrag von 100 Euro, der vom Finanzamt festgelegt und von der Gemeinde mit dem jeweiligen Hebesatz der Grundsteuer multipliziert wird) zahlt ein Kiersper 480 Euro.

32,20 Euro fallen für die Straßenreinigung (bei einer Frontlänge des Hauses von 20 Metern) und 287,64 Euro für die Abfallbeseitigung (bei einer 120-Liter-Tonne) an.

Für Schmutz- und Niederschlagswasser berechnet die Stadt 712 Euro (bei 200 Kubikmetern) beziehungsweise 141,70 Euro (bei 130 Quadrameter Grundstück).

Unter dem Strich kommen für die aufgeführten Punkte auf einen Kiersper 1654 Euro in 2017 zu.

Mit dieser Summe liegt Kierspe im Vergleich zu den drei anderen Volmekommunen und Lüdenscheid auf dem vorletzten Platz. Die höchsten Kosten mit 1918 Euro kommen auf einen Bürger in Halver zu, gefolgt von 1855 Euro in Meinerzhagen und 1733 Euro (Stand 2016) in Lüdenscheid. In der Gemeinde Schalksmühle kommt man mit 1479 Euro am günstigsten davon.

Unterschiede zwischen Kommunen

 Wie unterschiedlich die Gebühren in den Kommunen seien können, zeigt ein Blick auf die Kosten für Schmutzwasser. Hierfür fallen in Schalksmühle 522 Euro, in Lüdenscheid 592 Euro (Stand 2016), in Meinerzhagen 830 Euro und in Halver 1032 Euro an. Der Bürger stelle sich, obwohl Kierspe bei diesen Zahlen gut da steht, die Frage, warum hier etwa fast 200 Euro mehr an Schmutzwassergebühren bezahlt werden müssen, als in Schalksmühle, so Peter Christian Schröder. Die Kostensituation könne sich von Kommune zu Kommune unterscheiden, erklärte Frank Emde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare