Kiersper Wehrleiter als Luftbeobachter aktiv

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Einen hervorragenden Blick hatten die Insassen des Flugzeuges. ▪

KIERSPE ▪ Kurz vor dem Osterfest wurde die höchste Waldbrand-Gefahr-Stufe 4 ausgerufen. Durch die lang anhaltende Trockenheit sind die Böden und Bäume ausgetrocknet. Mit einem Rundflug verschaffte sich Kierspes Stadtbrandinspektor Georg Würth einen Überblick.

Die Feuerwehr im Märkischen Kreis musste auch über die Ostertage zu vielen Waldbrand-Einsätzen ausrücken. Oft waren diese Einsätze aber unangemeldete Osterfeuer, die viel zu nah am Waldrand abgebrannt wurden. Höchste Alarmbereitschaft heißt es derzeit bei der Feuerwehr.

Einen Überblick aus der Luft wollte sich am Samstag der Kiersper Stadtbrandinspektor Georg Würth verschaffen. Schon vor Jahren setzte die Feuerwehr Luftbeobachter bei besonders brisanten Lagen ein. Würth war früher solch ein Luftbeobachter und bringt deshalb viel Erfahrung mit. „Wir wollen uns heute erst einmal einen Überblick über die Lage verschaffen und Bezugspunkte finden, um möglicherweise bei anhaltener Waldbrandgefahr schnell eine Luftbeobachtung installieren zu können“, erklärte Würth im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung. Für den Info-Flug bediente sich Würth der langjährigen Erfahrung der Firma Aerophoto, die Würth für den Infoflug eine Cessna zur Verfügung stellte. Berufspilot John Leenus zeigte Würth auch gleichzeitig die technischen Möglichkeiten auf, um mögliche Ziele lokalisieren und fixieren zu können. „Was aus der Luft als Waldbrand ausgemacht wird, muss schließlich mit Feuerwehrfahrzeugen am Boden gefunden werden“, das sei das erste Problem laut Würth.

GPS-Koordinaten sind dabei nur bedingt hilfreich, da sie aus dem Flugzeug gesehen recht grob sind und natürlich nicht jedes Feuerwehrfahrzeug mit GPS zu einem Einsatzort gelotst werden kann. Ferner gibt es gerade in Kierspe und Umgebung sehr unzugängliches Gelände, das mit Fahrzeugen nur schlecht erreichbar ist. Eine gute Ortskenntnis verbunden mit dem richtigen Kartenmaterial, dass ist die notwendige Ausrüstung für einen Feuerwehrmann der als Luftbeobachter eingesetzt wird. „Aus der Luft sieht alles anders aus“, so Würth, der seinerzeit am Teutoburger Wald Luftbeobachter war.

Hinzu kommt, dass gerade jetzt eine Qualmwolke über dem Wald nicht unbedingt ein Feuer bedeuten muss. Tannen sondern große Mengen an Pollen ab, die aus der Luft gesehen, wie eine Qualmwolke über dem Wald aussehen und auf den ersten Blick nicht von Feuer-Rauch zu unterscheiden ist. Im Ruhrgebiet waren die Fliegerstaffeln bereits am Wochenende unterwegs, um mögliche Waldbrände zu orten oder unangemeldete Osterfeuer ausfindig zu machen. Möglicherweise wird auch im Märkischen Kreis in Zukunft bei extremen Lagen eine Luftbeobachtung eingesetzt. ▪ vdw

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