Wehrleiter Georg Würth hat an neuem Brandschutzgesetz mitgewirkt

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Die Einrichtung einer Jugendfeuerwehr ist nun eine Pflichtaufgabe für NRW-Kommunen. Damit erhalten diese Einheiten Sicherheit, auch wenn die Städte und Kommunen in große finanzielle Schieflage geraten

Kierspe - Für Kierspe ist die Kinderfeuerwehr längst Realität, während es in einigen Städten des Landes nicht einmal eine Jugendfeuerwehr gibt. Doch das wird sich aufgrund des neuen Brandschutz-, Hilfeleistungs- und Katastrophenschutz-Gesetzes (BHKG) ändern. Mitgewirkt hat daran der Kiersper Wehrleiter Georg Würth.

Georg Würth freut sich über viele Änderungen durch das neue Gesetz. Im Innenausschuss des Landes wurde der Kiersper Wehrleiter gemeinsam mit der Leiterin der Berufsfeuerwehr Dormagen angehört. Die beiden berichteten über ihre Kinderfeuerwehren, die als Pilotprojekt eingerichtet wurden.

Dieser Einsatz blieb nicht folgenlos. Denn jetzt dürfen alle Kommunen auch Kinderfeuerwehren als reguläre Einheit der eigenen Wehr einrichten. Für Kierspe ändert sich dadurch fast nichts, da die jüngste Einheit aus dem Wehrgeschehen nicht mehr wegzudenken ist.

Nur die Versicherung der Löschzwerge wird jetzt viel einfacher. Wurde die Kiersper Wehr bislang dabei von der Provinzial-Versicherung unterstützt, übernimmt jetzt die Unfallkasse NRW.

Jugendfeuerwehr ist neue Pflichtaufgabe

Wehrleiter Georg Würth begrüßt das neue Gesetz.

„Wichtig ist mir aber vor allem, dass die starren Altersgrenzen gefallen sind. Die Kinder und ihre Eltern können jetzt entscheiden, wann die Kinder wechseln. Bei der Kinderfeuerwehr ist nun ein Übergang zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr möglich und bei der Jugendfeuerwehr ist nun der Übergang in die Löschzüge bereits ab dem 16. Lebensjahr möglich“, erklärt Würth. Doch der Wegfall der Altersgrenzen ist nicht die einzige Änderung bei der Jugendfeuerwehr.

Denn diese ist nun eine Pflichtaufgabe der Gemeinden. „Bislang gab es nur sechs Städte und Gemeinden in NRW, in denen es noch keine Jugendfeuerwehr gab. Diese müssen jetzt auch eine Jugendwehr gründen. Doch viel entscheidender ist, dass die Jugendfeuerwehr nun eine Pflichtaufgabe ist. Da freiwillige Leistungen von Städten mit großen Finanzproblemen gestrichen werden können, sind die Jugendlichen davon nicht mehr bedroht. Und auch die finanzielle Ausstattung für den Ausbildungsbetrieb ist nun gewährleistet“, freut sich der Kiersper Wehrleiter.

Würth setzt auf Ausbildung von Frauen für Führungsaufgaben

Große Bedeutung misst Würth auch dem Mannschaftssprecher bei, der als sogenannte „Vertrauensperson“ Eingang in das neue Gesetz gefunden hat: „Die Vertrauensperson wird von den Einheiten gewählt und sollte möglichst nicht dem Kommando angehören. Der Sprecher hat das Recht, sich direkt an den Wehrleiter zu wenden, um eventuelle Probleme ansprechen zu können, ohne sich vorher an einen Trupp- oder Zugführer wenden zu müssen.

Dass es diesen Sprecher jetzt gibt, ist sicher ein Verdienst des Projektes ,Feuerwehrensache’. Denn dort wurde in verschiedenen Workshops immer wieder das fehlende Mitspracherecht der Mannschaften bemängelt.“ Eine Frauenquote bei der Besetzung von Führungspositionen hat es zwar nicht in das Gesetz geschafft, doch Würth setzt da auf die stärkere Ausbildung von Frauen für Führungsaufgaben.

Leute ohne feuerwehrspezifische Ausbildung können aufgenommen werden

„Dazu wurde der Ausbildungsplan geändert. Dort ist zukünftig eine feste Quote von 25 Prozent festgeschrieben“, so Würth. Geändert hat sich dagegen der Umgang mit den älteren Wehrleuten. Mussten diese bislang mit 63 Jahren in die Altersabteilung wechseln, können sie nun bei nachgewiesener gesundheitlicher Eignung ihren Dienst verlängern. Das gilt auch für Wehrleiter, die dadurch ihre sechsjährige Amtszeit beenden können, auch wenn sie während dieser Zeit ihr 63. Lebensjahr vollenden.

Würth: „Außerdem können jetzt Leute aufgenommen werden, ohne die feuerwehrspezifische Ausbildung absolviert zu haben.“ Als Beispiel nannte er Pädagogen für die Jugendarbeit oder Verwaltungsspezialisten für den „Innendienst“ in den Feuerwehren.

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