Kiersper Wehr nutzt neues, zusätzliches Alarmierungssystem

Wissen, wer nicht zum Einsatz kommt

Daniel Kreß hat die Alarmierungsapp auf dem Smartphone. Er gehört auch zu der Arbeitsgruppe, die sich mit der Einführung des Systems beschäftigt hat.
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Daniel Kreß hat die Alarmierungsapp auf dem Smartphone. Er gehört auch zu der Arbeitsgruppe, die sich mit der Einführung des Systems beschäftigt hat.

Kierspe – Sind es 15 von 30, 25 von 30 oder nur 10 von 30? Für die Zug- und Gruppenführer der Kiersper Feuerwehr ist jeder Einsatz wie ein Lotteriespiel, da gerade tagsüber niemand weiß, wie viele Wehrleute der Alarmierung folgen können.

Bis jetzt, denn nun haben die Wehrleute neben ihrem Meldeempfänger, der sie innerhalb des Kreisgebiets über einen Einsatz informiert, auch noch eine App auf dem Handy, die ebenfalls Alarm schlägt. Doch im Gegensatz zum Meldeempfänger kann auf der App eine Rückmeldung gegeben werden. Grün für „Komme“, Rot für „Nein“ – und wenn notwendig, kann auch noch ein Text eingegeben werden.

„Die Wehrleute können dort aber auch ihre grundsätzliche Abwesenheit hinterlegen, wenn sie krank oder im Urlaub sind. Möglich ist aber auch, einen Umkreis einzustellen, wird dieser verlassen, wird der Wehrmann oder die Wehrfrau als abwesend geführt“, erklärt Christian Schwanke, Pressesprecher der Kiersper Wehr.

Vor allem bei Einsätzen während der Tagesstunden zwischen Montag und Freitag erhoffen sich die Wehrleute mehr Planungssicherheit, denn in dieser Zeit sind viele Wehrleute bedingt durch ihre Arbeit oder ihr Studium außerhalb Kierspes unterwegs. „Ist absehbar, dass zu wenige Wehrleute auf dem Weg zum Gerätehaus sind, können wir weitere Kräfte über die Leitstelle nachalarmieren lassen“, sagt Daniel Kreß, der in der Planungsgruppe für das neue, zusätzliche Alarmierungssystem mitgearbeitet hat.

Christian Schwanke mit dem Melder, den die Wehrleute auch weiterhin tragen. Die App auf dem Handy ist nur eine zusätzliche Alarmierungsmöglichkeit.

Die Rückmeldungen bekommen die Führungskräfte derzeit nur aufs Handy, in naher Zukunft wird es aber auch Monitore in den Gerätehäusern geben, auf denen die Rückmeldungen für alle Wehrleute sichtbar sind – aber eben nur für die Wehrleute. Kreß: „Das Programm ist datenschutzkonform, es ist nicht einmal möglich, einen Screenshot zu machen.“

Einen Nutzen von dem System der Firma Alamos verspricht sich die Wehr aber auch dann, wenn der Melder einmal vergessen wurde oder ausgefallen ist. Da die Alarmierung keine Grenzen kennt und überall dort funktioniert, wo es Mobilfunkempfang gibt, können auch Wehrleute erreicht werden, die sich außerhalb des Kreises befinden. Schwanke: „Bei einem Verkehrsunfall oder einer Ölspur ist diese Information dann zwar nicht so wichtig, aber bei einem Großbrand, der sich über Stunden hinziehen kann, lohnt es sich eben auch, Kameraden und Kameradinnen zu alarmieren, die sich in Olpe, Hagen oder Köln aufhalten.“

Ganz neu ist vielen Kiersper Wehrleuten das neue Alarmierungssystem nicht. Denn in einer Testphase hatte der frühere Löschzug Stadtmitte Alamos ausprobiert, die Wehrleute an der Wehestraße ein Konkurrenzprodukt.

„Ist absehbar, dass zu wenige Wehrleute auf dem Weg zum Gerätehaus sind, können wir weitere Kräfte über die Leitstelle nachalarmieren lassen.

Daniel Kreß, Feuerwehr Kierspe

Letztlich habe man sich dann aufgrund des Bedienkomforts und der Datensicherheit für den Hersteller Alamos entschieden.

Sicherheit verspricht das neue System auch noch dann, wenn das Handy entwendet wurde. „Nicht nur die Daten werden verschlüsselt übertragen, es gibt auch die Möglichkeit, die App zu deinstallieren, wenn das Handy seinem Besitzer abhanden gekommen ist“, erklärt Kreß.

Es gibt auch eine klare Anweisung der Wehrleitung an die Nutzer der App, diese nicht während der Fahrt zum Gerätehaus zu benutzen. Schwanke: „Letztlich ist es für die Planung und eine weitere Alarmierung auch viel wichtiger zu wissen, wer nicht kommt. Denn die, die kommen, sehe ich ja.“ Vor allem im Hinblick auf die fachlichen Qualifikationen der zur Verfügung stehenden Wehrleute sei die App hilfreich bei der Planung. „Wenn man sieht, wer abgesagt hat, dann wissen die Führungskräfte, ob noch genügend Wehrleute kommen, die die Fahrzeuge fahren können – oder auch, ob genügend Atemschutzträger zur Verfügung stehen“, so Schwanke.

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