Kontaktverbot: Bürger ziehen mit

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Die Hausmeister der Gesamtschule haben einen Blick aufs Forum. Falls es dort zu Menschenansammlungen käme, würden sie die Verwaltung informieren.

Kierspe – „Wir können so gut wie keine Verstöße gegen das Kontaktverbot auf den Schulhöfen, den Sportanlagen und Spielplätzen feststellen“, freut sich Oliver Knuf, Sachgebietsleiter Ordnung bei der Stadt Kierspe.

Täglich sind die Mitarbeiter des Sachgebiets derzeit im Stadtgebiet unterwegs, um das Kontaktverbot sicherzustellen. „Wenn man mal mehr als zwei Leute sieht, die miteinander unterwegs sind, sind es meist Familien – und das ist ja nach wie vor erlaubt“, schildert Knuf seine Erfahrungen. Um eine flächendeckende Kontrolle zu gewährleisten, wurde das Sachgebiet Ordnung mittlerweile durch Mitarbeiter aus anderen Bereichen ergänzt. Auch die Hausmeister der Gesamtschule hätten einen Blick aufs Forum und würden bei Bedarf die Stadtverwaltung informieren. „Gleiches gilt natürlich auch für die Mitarbeiter des Bauhofs, die bei ihren Fahrten zu den Arbeitseinsätzen immer auch einen Blick auf die einzelnen Plätze werfen. Auch ich fahre jetzt, wenn ich unterwegs bin, mal eben am Volme-Freizeitpark oder den Sportanlagen vorbei. Doch bislang halten sich die allermeisten Kiersper vorbildlich an das Kontaktverbot“, schildert Bürgermeister Frank Emde seine Erfahrungen.

Webcam am Volme-Freizeitpark

Im Volme-Freizeitpark kommt der Stadt zugute, dass dort eine Webcam installiert wurde, die einen guten Überblick liefert. Emde: „Wir können damit zwar nicht sehen, wer sich im Park aufhält, aber doch zumindest, ob dort überhaupt Menschen sind.“ Denn der Park ist, genau wie Spielplätze, Sportanlagen und auch Schulhöfe gesperrt.

Stadtpark offen

Geöffnet ist aber noch der kleine Stadtpark im Dorf. „Die Leute dürfen ja spazieren gehen und dafür steht der Park zur Verfügung. Doch auch dort konnten wir bislang keine Verstöße feststellen“, so Knuf. Der Bürgermeister vermutet, dass es hilfreich war, dass Bayern mit seinen strengeren Regeln „vorgeprescht“ sei. „Ich denke, da haben sich bereits etliche mit dem beschäftigt, was jetzt auch hier Realität ist“, so Emde.

Wachdienst entlastet

Entlastet werden die städtischen Mitarbeiter in den Abend- und Nachtstunden von dem Wachdienst, der schon seit Jahren für die Stadtverwaltung tätig ist. Gerne hätte man dort noch mehr Stunden gebucht, als das Kontaktverbot in Kraft trat, doch seien dort zusätzliche Mitarbeiter nicht zu bekommen. Knuf: „Die Arbeit hat in dieser Branche sehr zugenommen, da nun auch Supermärkte und Discounter Sicherheitskräfte ordern, um im eigenen Bereich für Ordnung zu sorgen.“

Keine Probleme im Einzelhandel

Probleme beim Einzelhandel in der eigenen Stadt sieht der Sachgebietsleiter derzeit nicht: „Wir haben in der vergangenen Woche alle Geschäfte und Gaststätten aufgesucht. Wir haben bei denen, die es betrifft, auf die Schließung aufmerksam gemacht. Bei den Betrieben, die geöffnet haben dürfen, waren dann die Hygieneregeln Thema. Doch auch in diesem Bereich waren alle sehr kooperativ. Natürlich werden wir die Entwicklung dort auch im Auge behalten.“

Grillfeiern als Grauzone

Knuf weist aber darauf hin, dass man durchaus willens und bereit sei, auch Bußgelder zu verhängen, wenn man vorsätzliche Verstöße gegen das Kontaktverbot feststelle. Als Grauzone bezeichnen Bürgermeister und Sachgebietsleiter Grillfeiern. „Natürlich sind wir nur für die Durchsetzung der Maßnahmen im öffentlichen Bereich zuständig, aber wenn wir feststellen, dass sich Gruppen zum Grillen auf Privatgeländen treffen, dann würden wir diese auch ansprechen“, so Emde, der darauf hinweist, dass alle Feiern – eben auch private – verboten seien, wenn mehr als zwei Menschen zusammenkämen. Der Bürgermeister ist aber hoffnungsvoll, dass es zu solchen Treffen erst gar nicht kommt. „Man kann sich bei den Kierspern nur dafür bedanken, wie verantwortungsvoll sie mit den neuen Regeln umgehen. Aber es geht ja jetzt auch um die Gesundheit von uns allen.“

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