„Moderne Sportstätten 22“ heißt das Programm des Landes Nordrhein-Westfalen

Kiersper Vereine hoffen auf finanzielle Förderung

Energetische Sanierungen plant der TSV an seinem Gebäude.
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Energetische Sanierungen plant der TSV an seinem Gebäude.

Kierspe – „Moderne Sportstätten 22“ heißt das Förderprogramm, das das Land Nordrhein-Westfalen bereits vor zwei Jahren aufgelegt hat. Mit insgesamt 300 Millionen Euro will das Land den Vereinssport unterstützen. Für Kierspe sind maximal 300 000 Euro im Topf,

Halveraner und Meinerzhagener Vereine haben ebenfalls Förderanträge gestellt; die ersten wurden bereits bewilligt. Wie üblich, ist der Geldsegen des Landes zweckgebunden und an zahlreiche Auflagen gekoppelt. Zugute kommt er ausschließlich Amateurvereinen mit eigenen Sportanlagen. Die können mit Hilfe des Landes saniert werden. Die Renovierung von Nebenräumen wie Duschen oder die Neuanschaffung von Gerätschaften sind ebenfalls möglich. Die Vereine müssen einen Eigenanteil aufbringen, können dabei aber auch Eigenleistungen und ehrenamtliche Arbeit mit bis zu 15 Euro pro Stunde in Anschlag bringen. Spenden können ebenfalls in den Eigenanteil einfließen. Die Koordination der Anträge und Verteilung der Fördergelder – falls sie genehmigt werden – liegt beim Stadtsportverband. Der Antragstellung war ein langer Diskussions- und Abstimmungsprozess zuerst in den Vereinen und anschließend auf Stadtebene vorausgegangen.

„Jede Stadt verfährt anders,“ erläuterte Thorben Weber vom Stadtsportverband Kierspe. Während die einen nur für Leuchtturmprojekte Geld beantragen, beschränken sich andere auf Vereine mit umfangreicher Jugendarbeit. In Kierspe entschied man sich letztlich, alle Vereine, die sich bewerben wollten, gleich zu behandeln. Beim Land ist der Startschuss für die Antragstellung am 1. Oktober 2019 gefallen, die Anträge für die Kiersper Vereine wurden im November 2020 in das dafür vorgesehene Online-Portal eingestellt. Das Prozedere hatte sich verzögert, weil ein Verein am Ende doch einen Rückzieher machte. Der Vorteil dabei: Der Eigenanteil für die anderen sank dadurch von 40 auf 31 Prozent. Sechs Sportvereine, die ihn aufbringen können und Renovierungsbedarf haben, warten jetzt auf Fördergelder.

„Wir wollen einen neuen Hoflader kaufen,“ sagte Thomas Vollmann vom ländlichen Reit- und Fahrverein. Das vom Verein zurzeit benutzte Fahrzeug ist inzwischen 35 Jahre alt, Reparaturen lohnen nicht mehr. Da kommt das Förderprogramm gerade recht, „einen neuen hätten wir sonst nicht anschaffen können.“ Kein Wunder, schlägt ein neues Gerät doch mit 50 000 Euro zu Buche. Außerdem will man die Lichtelektronik in der Reithalle auf LED umstellen. Der TV Berkenbaum plant die Sanierung des Hallenbodens, beim Turn- und Sportverein Kierspe (TSV), den Fußballern vom KSC, dem Allgemeinen Schützenverein (ASV) und den Tornados stehen ebenfalls Umbauten oder energetische Sanierungen an.

Die Entscheidung über die Förderanträge liegt bei der Staatskanzlei in Düsseldorf, Thorben Weber rechnet mit einer Bearbeitungszeit von drei bis sechs Monaten. Ob diese Frist in Zeiten von Corona eingehalten werden kann, ist unklar. Möglicherweise hat man in Düsseldorf zurzeit andere Sorgen als den Vereinssport.

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