In Vorbereitung zur Linienfindung

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Hohe Lkw-Frequenz: Von den 16 000 Fahrzeugen, die in 24 Stunden auf der Bundesstraße 237 zwischen Tannenbaum und Wildenkuhlen gezählt wurden, sind mehr als 1000 dem Schwerlastverkehr zuzuordnen. Hinzu kommen weitere 9900 Fahrzeuge (500 Lkw) auf der Friedrich-Ebert-Straße (L 528), die zum großen Teil auf die B 237 einbiegen.

Kierspe - Wenn alles optimal laufe, dann könnte es im Jahr 2026 zu einem Ministerbesuch in Kierspe kommen – wenn der erste Spatenstich für die B 54n oder, wie es früher hieß, für den Lausebergaufstieg erfolgt.

Allerdings ist dies lediglich eine sehr grobe und positive Schätzung von Andreas Berg, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW in Hagen. Nicht zuletzt auch, weil man sich bei der Planung der Kiersper Umgehungsstraße von der Bundesstraße 54 zur Landesstraße 528 teilweise auf Neuland bewegt. Denn in diesem Fall ist eine sehr frühe Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen.

„Wir befinden uns in der Vorbereitung des Linienfindungsverfahrens“, erklärt Berg gegenüber der Meinerzhagener Zeitung, dass man voraussichtlich im kommenden Monat ein Büro engagieren wird, das für die Erstellung eines Beteiligungskonzepts verantwortlich zeichnen soll. In diesem Konzept eingebunden wird dann auch die Öffentlichkeitsbeteiligung, die in der ersten Hälfte des kommenden Jahres kommen könnte.

Nicht nur die verschiedenen Behörden und Verbände sowie die Stadt Kierspe werden dazu eingeladen, sondern auch die Bürger. Dabei will man versuchen, erläutert Berg weiter, eine Linie für die Umgehungsstraße über den Lauseberg zu finden. Dabei sei man erst einmal ganz offen. Es könne die alte, schon einmal auf Pläne skizzierte Streckenführung sein, aber ebenso eine ganz andere.

Gern und oft genutzt: Die Auffahrt auf die Kreisstraße 25 in Bollwerk.

Da bislang noch nicht feststeht, wo die Straße verlaufen wird, will der Pressesprecher von Straßen.NRW auch nicht ausschließen, ob es Anbindungen von innerörtlichen Straßen geben kann. „Wir müssen dann sehen, ob es machbar und auch sinnvoll ist.“ Denn bei Straßen.NRW hat man nicht nur die Brücke über den Volmebach im Blick, die für den immensen Schwerlastverkehr eigentlich nicht ausgelegt ist, sondern ebenfalls die (teilweise recht enge) Kreisstraße 25, die vom Handweiser an der L 528 über Berken und Bollwerk zur B 54 führt und häufig als Abkürzung von Kierspe nach Lüdenscheid genutzt wird – oder ebenso, um dem hohen Verkehrsaufkommen auf der Kölner Straße zu entgehen.

Eine Anbindung von innerörtlichen Straßen an die B 54n könnte zu einer Entlastung der K 25 führen. Eine Entlastung der Bundesstraße 237 (Kölner Straße) ist auf jeden Fall einer der Hauptgründe, warum die B 54n im Bundesverkehrswegeplan 2030 mit dem Vermerk vordringlicher Bedarf versehen wurde. Rund 16 000 Fahrzeuge in 24 Stunden wurden auf der B 237 von der Einmündung der B 54 bis zur Kreuzung Wildenkuhlen, also mit der L 528, gezählt, erinnert Andreas Berg an die Zahlen, die vor vier Jahren ermittelt wurde, darunter etwas mehr als 1000 Lastwagen und Sattelschlepper.

Etwa die Hälfte an Schwerlastverkehr (500) kommt in 24 Stunden auf der Landesstraße 528 (Friedrich-Ebert-Straße) hinzu. Dort wurden insgesamt 9900 Fahrzeuge an einem Tag registriert. Allein daran werde schon deutlich, dass im Sinne der überregionalen Verkehrsabwicklung – Ruhrgebiet, Rheinland, Bergisches Land – eine Entlastung der Ortsdurchfahrt notwendig sei.

Mit solch einer Entlastung würden gleichzeitig die Unfallgefahren gemindert. Bevor es aber so weit ist, sind nach der Linienfindung die weiteren Verfahrensschritte einzuhalten sowie durchzuführen: Vor- und Entwurfsplanung, Planfeststellung und Durchführungsplanung. Darin eingebettet sind Umweltverträglichkeitsstudien ebenso wie Antworten auf die wesentlichen Fragen der Auswirkungen auf den Verkehr sowie nach der Finanzierung und Wirtschaftlichkeit.

Aus dieser Sicht steht bislang eigentlich nur fest, dass eine „zweistreifige Straße“ zwischen der B 54 und der L 528 gebaut werden soll. Es hat zwar schon im vergangenen Monat ein erstes Treffen mit Behörden und Verbänden gegeben, bei dem es um die Grundlagen der Umweltverträglichkeit ging. Erste Erkenntnisse über die Kiersper Umgehungsstraße wird es voraussichtlich erst im Laufe des kommenden Jahres geben.

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