"Kinder müssen sich ohne Zwänge und Sorgen entwickeln können"

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Doris Gründer (links) betreut unter anderem Emma (links) und Charlotte (im Arm von Mama Ulrike Pett). Im Snoezelenraum können sich die Kinder mit Lichtspielen beschäftigen oder in der Hängematte abschalten.

Volmetal - Der Bedarf an Plätzen in der Kindertagespflege und ausgebildeten Tagesmüttern ist hoch und nimmt unverändert zu - auch im Volmetal. Das kann Tagesmutter Doris Gründer nur bestätigen.  

Während in Meinerzhagen die Zahl der Tagesmütter von 2012 bis 2016 von zehn auf 12 gestiegen, und 2017 wieder auf zehn gesunken ist, hat sich seit 2012 die Lage in Kierspe positiv verändert. Da gab es 2012 noch sieben Tagesmütter, seit 2016 sind es konstant 13. Sie betreuen zurzeit 36 Kinder in Meinerzhagen sowie 41 in Kierspe. Von den 77 Kindern sind insgesamt 64 unter drei Jahre alt.

Doch was macht diese Art der Tagesbetreuung aus? Und wie unterscheidet sie sich von der Betreuung im Kindergarten? Diese und weitere Fragen beantwortet die Kiersper Tagesmutter Doris Gründer. Gründer ist 61 Jahre alt und gelernte Erzieherin. 

Wie lange und aus welchen Beweggründen sind Sie als Tagesmutter tätig? 

Als Erzieherin bin ich seit 25 Jahren tätig, seit anderthalb Jahren allerdings als Tagesmutter. Als Erzieherin in Kindertagesstätten gab es zuletzt für Kinder immer weniger Freiräume, um einfach mal Kind zu sein – und im Gegenzug mehr Druck. Vor allem im Bereich der Sprachentwicklung sollen die Einrichtungen mehr Wert auf frühzeitiges Lernen legen. Sonst kommen die Kinder meines Erachtens zu früh in jene Zwänge, die sie ansonsten erst in der Schule erwarten. Bei der Entwicklung von Kindern gehört es dazu, dass sie sich unbeschwert, ohne Zwänge und ohne Sorgen in ihren ersten Jahren entwickeln können. 

Welche Vor- und Nachteile hat die Tagespflege gegenüber der Betreuung im Kindergarten- oder Kindertagesstätten?

Unterscheiden muss man, in welchem Alter sich das Kind befindet. Ich persönlich denke, dass Kinder unter drei Jahren wegen der Freiheit in der Tagespflege besser aufgehoben sind, während es für Kinder über drei Jahren sicherlich viele Vorteile in Kindergärten gibt. Sie haben soziale Kontakte zu einer Vielzahl von Erwachsenen und Kindern. Die Älteren können teilweise auch schon ein wenig Verantwortung für die Jüngeren übernehmen. 

Wie sieht der Arbeitsalltag einer Tagesmutter eigentlich aus? 

Ich arbeite fünf Tage in der Woche, jeweils von 8 bis 13 Uhr. In Ausnahmefällen können sie aber auch bis 15 Uhr hierbleiben. Die Kinder werden zu mir gebracht. Wir bereiten dann Mahlzeiten gemeinsam vor und essen anschließend. Das ist klar strukturiert. Die restliche Zeit verbringen wir unter Berücksichtigung der Verfassung der Kinder. Ich merke ja, ob jemand spielen oder schlafen möchte. Ich habe hier sowohl einen Spiel- als auch einen Ruheraum. Zusätzlich gibt es hier noch einen Snoezelenraum, ein Entspannungsraum, der recht schlicht gehalten ist. Ein Lichternetz mit Sicherheitsvorhang, ein Sternenhimmelprojektor und eine Lavalampe leuchten in gleichen, warmen Farbtönen, um die Kinder nicht mit Reizen zu überfluten.

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