Studienarbeit: Gehört der Islam zu Kierspe?

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Der Student Marius Schriever möchte für seine Abschlussarbeit mit einem Fragenbogen mehr über das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Religionen in Kierspe erfahren.

Kierspe - Wie funktioniert das Zusammenleben der Menschen mit unterschiedlichem Glauben in Kierspe? Dieser Frage geht derzeit der Student Marius Schriever im Rahmen seiner Abschlussarbeit an der Universität Köln nach. Wichtig sei ihm, das betont der 33-Jährige ausdrücklich, dass er durch seine Studie keine politische Aussage treffen möchte.

Der gebürtige Kiersper studiert in der Rhein-Metropole Physik und Sozialwissenschaften auf Lehramt. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit widmet er sich einem Thema, mit dem er nach eigenen Angaben in seiner Heimatstadt bislang wenig zu tun hatte. „Bis vor einem Jahr wusste ich relativ wenig über den Islam allgemein und die Moslems in Kierspe“, erklärt Schriever. Durch ein Seminar bei dem Islamwissenschaftler Dr. Markus Gamper unter dem Titel „Globaler Islam“ kam er auf die Idee, mehr über das Zusammenleben von Christen und Moslems in Erfahrung zu bringen. Dadurch, dass er teilweise in Köln lebe, habe er auch vermehrt Kontakt zu Muslimen aufbauen können.

Als ersten Schritt führte Schriever mit einigen Kommilitonen ein Forschungsprojekt zur sogenannten integrativen Wohnsituation von Flüchtlingen durch. Die Erkenntnisse aus dieser Arbeit, da ist sich der Student sicher, könne man auch auf Kierspe anwenden.

"Weder Kiersper kritisieren, noch Muslime diskriminieren"

Seit der Aussage des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff („Der Islam gehört zu Deutschland“) und spätestens seit den Vorfällen in der Kölner Innenstadt in der Silvesternacht 2015 auf 2016 werde viel über die Integration von Flüchtlingen und andersgläubigen Menschen in Deutschland diskutiert. „Ich möchte nicht in dieser Richtung forschen. Meine Arbeit hat weniger mit der politischen Diskussion zu tun.“

Vielmehr möchte er unter anderem durch die Ergebnisse eines Fragebogen, den er zusammen mit dem Islamforscher Gamper konzipiert hat, und der den Titel „Gehört der Islam zu Kierspe?“ trägt, das Miteinander der Glaubensrichtungen sozialwissenschaftlich auswerten. „Ich möchte mit den Fragen weder Kiersper kritisieren, noch Muslime diskriminieren.“ Es gehe ihm um die Meinung der Gesellschaft. Deshalb hoffe er, dass er einen bunten Teilnehmer-Pool aus allen sozialen Schichten, Ethnien und unterschiedlichen Religionen ansprechen wird.

Gespräch mit Bürgermeister Frank Emde

Um sein Ziel, eine qualitative Aussage treffen zu können, zu erreichen, macht der Student Werbung für seine Arbeit. Am Mittwoch möchte er sich mit Bürgermeister Frank Emde treffen und erfragen, ob und wo er den Fragebogen in der Stadt auslegen kann. „Ich möchte wissen, ob ich mit meinen Fragen unter anderem auch an die Schulen gehen kann.“

Als Marke hat sich der Student 1000 ausgefüllte Fragebögen gesetzt, bislang habe er rund 300 zurückbekommen. Bis Mitte März soll die Befragung noch laufen. Damit er möglichst viele Teilnehmer zusammenbekommt, stellt Schriever den Fragebogen nicht nur in gedruckter Form, sondern auch seit Sonntag im Internet zur Verfügung. Wichtig sei dabei, dass die Beantwortung völlig anonym erfolge, betont der Student. „Die Menschen sollen nicht beeinflusst werden.“ Die Aussagen über das Zusammenleben sollen anschließend auch völlig wertneutral analysiert werden.

Kontakt

Fragen zu seiner Studie, gerade von Menschen ohne Internetzugang, beantwortet Marius Schriever unter der Rufnummer 0176/96139588 und per E-Mail an meidam@smail.uni-koeln.de. Der Fragebogen ist online zu finden unter www.wasdenktkierspe.de.

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