Der Jugend ein Gehör geben

„Speed-Dating“ mit Kandidaten

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Zum Speed-Dating mit den drei Bürgermeisterkandidaten trafen sich alle Beteiligten im Volme-Freizeitpark.

Kierspe - Am Sonntag, 13. September, ist Kommunalwahl und die Politikerinnen und Politiker aller Parteien schreiben sich auf die Fahne, der Jugend ein Gehör zu geben, ihnen zu zuhören, Fragen zu beantworten und sie und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Das hört sich äußerst positiv an.

Und so hat sich das Team Streetwork der Stadt Kierspe viele Gedanken gemacht, wie man dieses Vorhaben der Politiker entsprechend umsetzen könnte. Susanne Struth-Gräfe und Christian Schwanke vom Team Streetwork der Stadt Kierspe entwickelten ein Projekt, in dem es nicht nur um Jugendbeteiligung und um politische Bildung geht, sondern auch um Kreativität und Medienarbeit.

Gemeinsam mit vier Jugendlichen im wahlfähigen Alter wurden insgesamt zwölf Fragen entwickelt, die sie den drei Bürgermeisterkandidaten in der Volmestadt Kierspe gerne stellen möchten. Um zu wissen, wer den Jugendlichen da eigentlich gegenüber sitzen würde, recherchierten die Beteiligten im Internet und schauten sich die Präsenz der Kandidaten im weltumspannenden Netz genauer an. Die eigentliche Arbeit kam dann aber noch.

Im Rahmen der Dreharbeiten wurde auch das Wahlbüro bei der Stadt besucht.

Mit professioneller Unterstützung von Niklas Gräfe und dem jfc-Medienzentrum Köln sollte ein internettauglicher Film entstehen. So wurden in Kierspe und Rönsahl an zwei Tagen einige Szenen gedreht, die die Jugendlichen in alltäglichen Situationen zeigen und ihre Nöte und Sorgen aufgreifen. Ebenfalls wurden die beiden Streetworker mit dem Streetmobil in Szene gesetzt. Auch das Rathaus mit dem Wahlbüro war ein Schauplatz, der sich in einer Sequenz wiederfinden sollte.

Ende vergangener Woche war es dann endlich soweit: das Speed-Dating mit den heimischen Kandidaten im Volme-Freizeitpark. Die drei Kandidaten Jörg Hentschel, Armin Jung und Olaf Stelse kamen nacheinander in das Open-Air-Studio. Nach einer kurzen Einweisung übernahmen die Jugendlichen das Zepter. Abwechselnd wurden zwölf Fragen gestellt.

Speed-Dating mit Armin Jung.

Dabei ging es zum einen um Themen, die die Jugendlichen beschäftigen. Dazu gehören beispielsweise das Thema Ausbildung, die Freizeitmöglichkeit in Kierspe, aber auch um persönliche Dinge, die Kandidaten betreffend. Schließlich wollten die Initiatoren die Kandidaten auch von der nicht politischen Seite kennenlernen. So wurde gefragt, wie lange die Kandidaten bereits aktiv in der Politik sind und was ihnen am meisten dabei Spaß macht, aber auch, wie sie zu den sozialen Netzwerken und -Medien stehen.

Speed-Dating mit Olaf Stelse.

Die letzte Frage lautete, wieso der Kandidat glaube, dass er der beste Bürgermeister für Kierspe wäre und was ihn von den anderen abhebe – nicht einfach zu beantworten. Aber auch alle anderen Fragen hatten interessante Themenfelder. Ein Beispiel: „Kann es nicht einen Platz geben, den die Jugendlichen vielleicht sogar mitgestalten und planen können und dann auch nutzen können, ohne ständig vertrieben zu werden?“ Oder: „Ich würde in Kierspe auch gerne meine Zukunft aufbauen. Dafür brauche ich aber die Möglichkeiten, eine Ausbildung zu machen und auch später eine gute und sichere Arbeit zu finden. Wie sehen sie die Situation der Firmen und Unternehmen in Kierspe und was kann man in dieser Hinsicht verbessern?“

Spannende Gespräche mit Kandidaten

Es entwickelten sich spannende Gespräche mit Rückfragen von beiden Seiten. Nach etwa 20 Minuten war das Speed-Dating für den jeweiligen Kandidaten beendet. „Aus dem Material der vergangenen Tage und Auszügen aus den Interviews wird ein Film hergestellt, der in den nächsten Tagen auf den Internetauftritten der Jugendzentren abzurufen sein wird“, erklärt Christian Schwanke.

Aber auch auf der Homepage der Stadt und der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen werden die Beiträge zu finden sein. „Denn die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen hat das ganze Projekt finanziell unterstützt“, freuen sich Susanne Struth-Gräfe und Christian Schwanke. Die drei kompletten Interviews mit allen zwölf Fragen und Antworten der Kandidaten können ebenfalls angesehen werden. „Ein viel beachtetes Projekt, dass das Team Streetwork da auf die Beine gestellt hat“, sind Struth-Gräfe und Schwanke überzeugt.

Speed-Dating mit Jörg Hentschel.

„Viele neue Erfahrungen für die Jugendlichen, aber auch für die Politiker, denn in der Corona-Zeit gibt es nicht viele Möglichkeiten, sich öffentlich zu präsentieren und die Kiersper Bürger haben eine weitere Möglichkeit, sich ein Bild von ihren Bürgermeisterkandidaten zu machen, bevor es am 13. September ernst wird.“ Das Thema Kommunalwahl wird in den Jugendzentren in dieser Woche eine zentrale Rolle spielen. Es werden Info-Wände aufgebaut und auch auf Facebook und Instagram wird die Kommunalwahl ein Thema sein.

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