Kiersper Sondengänger frönen einem ganz besonderen Hobby:

Immer auf der Suche nach Schätzen

Schatzsuche - Nicht alltägliches Hobby - Schlecht - Hahne - Albrecht
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Einem nicht alltäglichen Hobby frönen Stefan Schlecht, Markus Hahne und Thorsten Albrecht sowie seine Kinder. Sie sind zumeist am Wochenende mit dem Spezialgerät, einem sogenannten Pin-Pointer, unterwegs auf der Suche nach im Erdboden verborgenen Schätzen aus alter Zeit.

Was nicht ist, das kann ja durchaus noch werden! Das sagen sich der 41-jährige Thorsten Albrecht aus Kierspe und seine in etwa gleichaltrigen Freunde Stefan Schlecht und Markus Hahne ständig aufs Neue und vor allen Dingen immer dann, wenn nach einem mehrstündigen „Arbeitseinsatz“ unterm Strich mal wieder nichts Nennenswertes herausgekommen ist.

Kierspe - Und das ist meistens der Fall, wenn die drei Hobby-Archäologen nach einem mehrstündigen „Arbeitstag“ abends kurz vor hereinbrechender Dunkelheit ihr Werkzeug aus der Hand legen. „Meistens nämlich ist nichts Nennenswertes dabei – der weitaus größte Teil unserer Tagesausbeute ist einfach nur Schrott und hat weder ideellen noch praktischen Wert, aber das ist im Grunde eigentlich Nebensache. Denn, wenn man ein solches Hobby betreibt wie wir, dann muss man schon viel Liebe zur Sache mitbringen, eine gehörige Portion an Idealismus ohnehin und natürlich auch die entsprechende Geduld, denn schnelle Erfolge wären ein absoluter Zufall“, sagt Thorsten Albrecht, der den Einsatzplan der kleinen Hobbyforscher-Gruppe koordiniert.

Diese nämlich ist in diesem Jahr – vielleicht auch bedingt durch die durch Corona auferlegten Beschränkungen und die alternativen Betätigungsmöglichkeiten in der freien Natur – auf drei erwachsene Personen angewachsen und kann dabei auch bereits auf einen gewissen Erfahrungsschatz bauen. Der Kiersper, Vater zweier inzwischen auch schon mit dem „Schatzsucher-Gen“ infizierter Kinder, weiß, wovon er spricht, denn er ist mittlerweile bereits seit längerer Zeit „am Ball“.

Amateur-Archäologen

Die drei Amateur-Archäologen betreiben ein nicht alltägliches Hobby. Das gilt vor allem für Thorsten. Seit er vor sechs Jahren durch einen Freund auf die Suche nach im Erdreich verborgenen Zeugen aus vergangenen Zeiten aufmerksam wurde, lässt ihn dieses Hobby nicht mehr los. Seitdem ist er Sondengänger und als solcher in seiner Freizeit häufiger und wann immer es die Witterung erlaubt, rund um die Volmestadt unterwegs in freier Natur auf der Suche nach im Erdreich verborgenen Schätzen. Denn die gibt es durchaus auch heute noch, davon ist der junge Mann überzeugt und hofft dabei natürlich auf ein wenig Glück.

Als wichtigstes Arbeitsgerät dient ihm dabei ein sogenannter Detektor, ein Gerät, das in der Lage ist, unter der Erdoberfläche verborgene Gegenstände aus Metall aufzuspüren und bis zu einer Tiefe von einem halben Meter auch anzuzeigen.

Zwei vor erfolgter Reinigung noch nicht definierbare Münzen, ein vermutlich im 19. Jahrhundert entstandenes kleines Zinnspielzeug und eine Bleikugel sowie zusätzlich wertloser Schrott sind die Ausbeute dieses Tages.

Längst sind Thorsten und seine Freunde vom Erstgerät für rund 80 Euro umgestiegen auf die heute im Einsatz befindliche „Garrett“, für die man wesentlich tiefer in die Tasche greifen musste. Dafür können sie sich aber auch darauf verlassen, dass dieses Gerät sämtliche metallischen Gegenstände, seien sie aus Gold, Silber, Eisen, Kupfer oder Alu, erkennt und punktgenau „meldet“. Meistens sind und waren das bisher jedenfalls materiell eher wertlose Funde, die sie bisher machen konnten, wie Flaschenverschlüsse, Haushaltsgegenstände oder Munitionshülsen, aber das tut dem Forscherdrang keinen Abbruch.

Meistens nämlich ist nichts Nennenswertes dabei – der weitaus größte Teil unserer Tagesausbeute ist einfach nur Schrott und hat weder ideellen noch praktischen Wert.

Thorsten Albrecht, Sondergänger

Die bisher wertvollsten Fundstücke sind eine kupferne 2-Reichspfennig-Münze aus dem Jahr 1937 und eine 10-Pfennig-Münze aus 1888. „Die habe ich im Garten hinter dem Haus gefunden und trage sie seitdem ständig als Glücksbringer im Portemonnaie“, sagt Thorsten, wohl wissend, dass wirklich wertvolle Funde meldepflichtig sind und auch die Tätigkeit als Sondengänger als solche behördlicherseits genehmigungspflichtig ist. Diesbezüglich legen die Hobby-Archäologen großen Wert auf die Feststellung, dass sie nicht mit „schwarzen Schafen“ in diesem Metier, die es durchaus gibt, in einen Topf geworfen werden wollen. Sie stehen nämlich in ständiger Verbindung mit dem Landwirtschaftsverband Westfalen – Lippe (LWL) in Olpe als zuständiger Genehmigungsbehörde für solche Tätigkeiten, die auch die formelle Genehmigung zur Forschertätigkeit erteilt.

Immer mit an Bord, wenn die Sondengänger auf freiem Feld – und nach vorher eingeholter zusätzlicher Genehmigung durch den Grundeigentümer – unterwegs sind, ist die Hoffnung, dass der Zufall doch irgendwann vielleicht einmal ein Fundstück aus der Römerzeit oder auch eine germanische Pfeilspitze ans Licht spült. „Und wenn nicht uns Erwachsenen, dann ist vielleicht ja einem der Kinder irgendwann einmal dieses besondere Glück beschieden, denn schließlich kann ja gerade das hiesige Gebiet auf eine reiche geschichtliche Vergangenheit zurückblicken, und das schürt die Hoffnung“, heißt es zum Abschluss.

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