Seniorenbeirat beschäftigt sich mit Demenz

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Wo sonst die Gäste der Tagespflege ihre Mahlzeiten einnehmen, traf sich diesmal der Seniorenbeirat.

Kierspe - Der Umgang mit demenziell erkrankten Menschen stand im Mittelpunkt bei der Sitzung des Seniorenbeirats. Die fand in den Räumen der Tagespflege Volmetal statt und dort trifft sich auch einmal im Monat die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken.

Marianne Struth und Gerd Hegemann hatten die Gruppe im letzten Jahr mit Unterstützung der Alzheimer-Gesellschaft ins Leben gerufen und stellten sie bei dem Treffen vor. 

Jeweils acht bis zehn Personen kämen regelmäßig zu den Treffen, um sich über den Alltag mit den kranken Partnern oder Angehörigen auszutauschen. Danach gehe es ihr jedes Mal besser, sagte Struth. 

Das Wichtigste: Vertraulichkeit sei garantiert, nichts von dem, was die Mitglieder erzählten, werde weitergetragen. Die Teilnehmer fragten interessiert nach, immer wieder entspannten sich lebhafte Diskussionen, denn fast jeder kennt inzwischen Demenzkranke. Dennoch sei die Schamgrenze im Umgang mit den Kranken groß, meinten mehrere. 

Viele würden sich erst dann zur Krankheit bekennen, wenn sie nicht mehr zu vertuschen sei, sagte ein Teilnehmer mit Hinweis auf den früheren Fußballmanager Rudi Assauer. Diese Schamgefühle abzubauen und Demenzkranken gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, sahen fast alle als vordringliche, gesamtgesellschaftliche Aufgabe an. Denn nur so könne man der drohenden Vereinsamung der Patienten und ihrer Angehörigen vorbeugen.

Zu dieser Teilhabe gehört auch das Prinzip „ambulant vor stationär“, nach dem die Tagespflege Volmetal arbeitet. Die gibt es seit Juli 2017. Inzwischen sei man fast ausgelastet, erläuterte Inhaber Ralf Ullrich. 

Zur Zeit werden am Wildenkuhlen 13 Patienten zwischen 8 und 16 Uhr betreut – Ullrich sprach von „Gästen“. Der Tagesablauf gestalte sich „so normal wie möglich“, also auch nicht wesentlich anders als zu Hause. Dazu gehört, dass die Gäste in alle Tätigkeiten einbezogen werden. Wer früher zu Hause das Frühstück zubereitet hat, kann sich auch in der Tagespflege daran beteiligen. Umgekehrt kann sich auch bedienen lassen, wer das von zu Hause aus so gewohnt ist. 

Bewegungsangebote finden täglich statt, eine ausführliche Vorleserunde mit den neuesten Nachrichten aus Sport und Umgebung gehört ebenfalls zum Programm. „So normal wie möglich“ war das stetig wiederkehrende Leitmotiv von Ralf Ullrich. Einzige Ausnahme: „Der medizinisch-pflegerische Standard ist auf Experten-Niveau.“

Die Selbsthilfegruppe trifft sich an dem ersten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr in der Tagespflege Volmetal, Kölner Str. 159. Informationen unter 0 23 59/71 09 oder 0 23 54/53 82.

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