Ekkehard Haas: Der „Kapitän“ verlässt die Bismarck

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Einen Ehrenstuhl hatten Schüler und Lehrer der Bismarckschule für den scheidenden Schulleiter Ekkehard Haas aufgestellt. Daran baumelten vier Luftballons in blau und weiß.

Kierspe - „Jetzt ist es geschehen, jetzt ist es so weit, denn jetzt endet ihre lange Grundschulzeit“, sangen fast 200 Mädchen und Jungen der Bismarckschule zur Abschiedsfeier ihres Schulleiters; und Ekkehard Haas war sichtlich gerührt.

In aller Heimlichkeit hatten die Kinder und ihre Lehrerinnen diese Abschiedsfeier für Ekkehard Haas vorbereitet. Geahnt hatte der sicher etwas, doch so ganz sicher war er sich nicht. Als er dann von einer Kollegin aus seinem Lehrerzimmer in den großen Pausenraum der Schule geholt wurde, dort die vielen Mädchen und Jungen sah und das Lehrerkollegium in seinen Lieblingsfarben Blau-Weiß, war er erst einmal sprachlos. Ein Ehrenstuhl war für ihn vorbereitet und lustig baumelten daran vier Luftballons in den Farben seines Lieblingsfußballvereins Schalke 04. Von nun an hieß es für Ekkehard Haas, aufmerksam die folgende Unterrichtseinheit zu verfolgen, sie war seine Abschiedsfeier.

Mit einem Gedicht verabschiedete sich die Klasse 1a von Ekkehard Haas.

Nach dem Eingangslied kam die Klasse 1a nach vorne und trugen den Glückwunsch-Zoo vor. „Ich bin das Glückwunschkänguruh und werfe Dir eine Kusshand zu“, war nur einer der Glückwünsche, die Haas zu hören bekam. „Unwiderruflich ist dein letzter Schultag angebrochen“ begannen Silvia Witulski und Regina Wonderschütz im Wechsel mit einer kleinen Laudatio. „Unser Kollegium versteht sich als Mannschaft, in der Du viele Jahren die Rolle des Kapitäns innehattest“, ging es weiter. „Du hast uns den Rücken gestärkt, wenn dies nötig war. Dabei hast du aber nie die Aufgabe unserer Mannschaft aus dem Blick verloren, möglichst viele Kinder ins Tor als Übergang in die weitere Schullaufbahn zu bringen.“

Durch ein Spalier von Kollegen und Mitarbeitern ging Ekkehard Haas wieder ins Lehrerzimmer zurück.

So erinnerten beide an eine Mathematikstunde, in der Haas das Thema „Häufigkeit/Wahrscheinlichkeit“ praktisch veranschaulicht hatte durch das Auszählen der verschieden farbigen Gummibärchen in einer Tüte. „Dein Handbuch für Mannschaftskapitäne war ,Der kleine Prinz’.“ Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar, war ein Satz, der treffend Haas Sichtweise beschrieb. Zum Schluss zeigten ihm seine Kollegen auf, wie er seine Tage künftig füllen kann. „Du kannst schon morgens Golf spielen, nachts Deine Zeitungsartikel schreiben und in Urlaub fahren, wann immer es Dir einfällt.“ Ein Fußball-Rap der Klasse 1b folgte, ebenso der Beatlessong „Yellow submarine“.

Zum Schluss der Unterrichtsstunde „Abschiedsfeier“ hatte Haas seine Stimme wieder gefunden und sprach zu seinen Schülern das letzte Mal als Schulleiter. „Als Schüler war ich faul, stinkfaul. Ich bin dennoch Schulleiter geworden, weil ich rechtzeitig die Kurve bekommen habe“, begann er. „Ihr habt es mir nicht schwer gemacht. Den Unterricht werde ich am meisten vermissen. Zum Abschied mache ich Euch ein Geschenk. Ein Umschlag für jede Klasse und ein Gutschein für jeden Schüler – für einmal „Hausaufgaben-frei“.

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