Viel frische Luft und kein Gesang

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Der Schulstart nach den Ferien wird an allen Schulen ungewohnt sein. Vor allem im Sport- und Musikunterricht sind die Einschränkungen als Folge der Corona-Pandemie besonders spürbar. Aber auch die Einschulungsfeiern sind andere als in den Vorjahren.

Kierspe – Den Kindern wird mit Beginn des neuen Schuljahrs am Mittwoch einiges zugemutet. Maskenpflicht, Abstand halten – und manche Fächer finden nicht so statt, wie man es gewohnt ist.

Das ist der Preis, der nach Ansicht der Landesregierung dafür gezahlt werden muss, dass wieder ein gemeinsamer Unterricht für alle Schüler stattfinden kann.

Gesamtschule

Da in den Klassen der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, müssen die Schüler in NRW nun auch in den Unterrichtsräumen Masken tragen. Für die Gesamtschüler ist das nicht neu, denn diese mussten bereits vor den Ferien mit Maske im Gebäude unterwegs sein – und diese auch auf den Plätzen tragen.

Neu hingegen ist, dass nun auch wieder Nebenfächer unterrichtet werden sollen. Dabei sind Sport und Musik an der Gesamtschule alles andere als Fächer, die nur nebenbei unterrichtet werden. Denn schon seit Jahren gehören diese zu den Schwerpunkten, für die sich die neuen Schüler entscheiden können. „Wie genau der Sportunterricht aussehen wird, darüber entscheidet die Fachkonferenz in dieser Woche“, teilt Schulleiter Johannes Heintges mit. Klar ist aber jetzt schon, dass der Sportunterricht bis zu den Herbstferien möglichst im Freien stattfinden soll, wenn das Wetter es zulässt. Doch auch dafür ist ein Umkleiden notwendig, dieses soll mit Masken in den dafür vorgesehenen Räumen der Sporthalle stattfinden.

Findet der Unterricht in der Halle statt, sollen alle Notausgänge geöffnet werden, um für einen Luftaustausch zu sorgen. Die Schule hat der Stadt als Schulträger vorgeschlagen, Ventilatoren aufzustellen, um den Luftaustausch zu beschleunigen, außerdem wurde um Handdesinfektionsspender an den Eingängen zur Halle gebeten. Für die Bläserklassen hatte bereits vor den Ferien der Instrumentalunterricht wieder begonnen – in kleinen Gruppen und mit viel Abstand. Heintges: „So soll das auch weitergehen.“ Wenn im Klassenverbund geübt wird, steht das PZ zur Verfügung, das während dieser Übungsstunden durchgelüftet wird.

Beim klassischen Musikunterricht wird man Gesang sicher seltener hören als vor der Corona-Pandemie. Denn dort beträgt der Kindestabstand zwischen den Sängern sechs Meter, das wäre nur im PZ und draußen möglich. „Wobei uns das weitläufige Gelände da sicher Möglichkeiten bietet“, sagt der Schulleiter.

Gesperrt bleiben alle Räume ohne Fenster, das trifft dann auch auf die beiden Hörsäle zu.

Der Zugang zum Gebäude soll jahrgangsweise über verschiedene Eingänge erfolgen. In allen Räumen sollen nicht nur die Fenster, sondern auch die Türen geöffnet bleiben, um möglichst viel Frischluft in die Klassen zu bekommen. Das klassenweise Händewaschen, das noch vor den Ferien praktiziert wurde, entfällt, dafür gibt es einen Sprühstoß Desinfektionsmittel zum Unterrichtsstart auf die Hände.

Wie viele Lehrer fehlen werden, ist noch nicht abschließend geklärt. Doch Heintges geht davon aus, dass einige fehlen, da sie aufgrund ihrer Vorerkrankungen besonders gefährdet sind oder einen Angehörigen im eigenen Haushalt pflegen, den sie nicht gefährden möchten. Grundsätzlich müssen nun aber alle Lehrer neue Atteste vorlegen, um vom Unterricht befreit zu werden.

Pestalozzi- und Schanhollenschule

Lehrer werden auch aus diesem Grund an den Grundschulen fehlen. Auch dort ist noch nicht klar, wie viele es sein werden.

„Was wir nach den Ferien anbieten, hat mit dem normalen Sportunterricht nichts zu tun“, ist sich Thomas Block, Rektor des Schulverbunds aus Pestalozzi- und Schanhollenschule, sicher. Wenn es zu heiß oder regnerisch sei, werde man auf die Halle zurückgreifen, da aber Sportarten mit Kontakt verboten blieben, sei das Angebot doch sehr eingeschränkt. Einen Musikunterricht wird es geben, wenn auch ohne Gesang. „Dabei ist gerade der Gesang so wichtig in den Grundschulen“, so Block, der auch darauf hinweist, dass die Chor-AG dann auch nicht üben oder auftreten könne.

Beim Schwimmunterricht, an dem sonst immer alle Schüler eines Jahrgangs teilnehmen, wird nun klassenweise das Bad aufgesucht – in einem monatlichen Wechsel. Block: „Eine andere Möglichkeit sehen wir da nicht, weil Duschen und Umkleidekabinen ein Problem darstellen, wenn wir mit vielen Schülern kommen.“

Bismarck- und Servatiusschule

Grundsätzlich ähnlich sieht es auch im Verbund aus Bismarck- und Servatiusschule aus, wie Rektorin Stefanie Fischer im Gespräch mitteilt. Auch dort findet der Musikunterricht ohne Gesang statt. Beim Sport setze man aber vor allem auf die Halle, sagt Fischer. Man habe dort genügend Platz im Umkleidebereich und vermeide schädliches Ozon an den heißen Tagen. Fischer: „Wir werden aber keinen Sport anbieten, bei dem es zu Berührungen zwischen den Schülern kommen kann.“

Die Rektorin bedauert, dass die Projektwoche in diesem Schuljahr nicht wie sonst üblich stattfinden kann, sondern nur noch im Klassenverbund.

Freie Schule

Die erste Reaktion auf die geänderten Bedingungen im Schulalltag der Freien Schule ist, dass jetzt schon beschlossen wurde, den Unterricht am Mittwoch und Donnerstag um 11 Uhr zu beenden. „An solch heißen Tagen möchten wir den Schülern unter ihren Masken nicht zu viel zumuten. Wie wir das am Freitag machen, entscheiden wir im Laufe der Woche“, sagt Schulleiterin Bärbel Schenk. Es gebe in dieser Woche auch keine OGS, diese starte erst kommende Woche, allerdings ohne gemeinsames Mittagessen. Schenk: „Das trauen wir uns noch nicht zu.“ Beim Sportunterricht setzt die Freie Schule vor allem auf das weitläufige eigene Gelände. „Fahrten zur Sporthalle sind in nächster Zeit jedenfalls nicht geplant“, so Schenk.

Einschulungsfeiern

An allen Schulen und Standorten finden in dieser Woche Einschulungsfeiern statt. Gesamtschule: Die Einschulungsfeier findet am Donnerstag, 13. August, im PZ der Gesamtschule statt. Damit die Abstände gewahrt bleiben, wird die Veranstaltung geteilt. Los geht es um 15.30 Uhr für die ersten drei Klassen, worüber die Eltern und Schüler in einem Brief informiert wurden. Jedes Kind darf nur eine Begleitperson mitbringen. Auf dem Schulgelände und im Gebäude ist ein Mund-Nase-Schutz zu tragen. Der Einlass erfolgt nur über den Eingang des oberen Schulhofs (Haupteingang). Wenn die ersten Klassen nach der Begrüßung mit dem Klassenlehrer in die Klassenräume gegangen sind, dann beginnt die Feier für die nächsten drei Klassen. 

Schulverbund der Bismarck-Servatiusschule: Die Einschulungsfeier an der Bismarckschule findet am Donnerstag, 13. August, ab 10 Uhr auf dem Schulhof statt. Für alle Besucher gilt während der Veranstaltung Maskenpflicht, wobei die Lernanfänger dann noch von dieser befreit bleiben. Zugelassen sind bei der Feier lediglich zwei Angehörige pro Kind. Nach einer Andacht und der offiziellen Begrüßung gehen die Kinder mit ihrem Lehrer in die Klasse. Die Besucher bleiben auf dem Schulhof, und dann dürfen auch weitere Bezugspersonen dazukommen. Für die Gäste gibt es Muffins, Kaffee und Wasser in kleinen Flaschen. Auch an der Servatiusschule in Rönsahl beginnt die Einschulungsfeier mit einer Andacht, allerdings schon um 8.10 Uhr. Die Veranstaltung findet dort in der Turnhalle statt, und auch dort sind nur zwei Angehörige je Kind zugelassen. 

Schulverbund Pestalozzischule/Schanhollenschule: Zwei Angehörige sind auch bei der Feier an der Pestalozzischule zugelassen. Auf ein buntes Programm wird man dort verzichten. Die Feier beginnt um 10.30 Uhr. An der Schanhollenschule wird ab 10 Uhr gefeiert, ebenfalls draußen und ebenfalls ohne buntes Programm. Auch dort gilt: nur zwei Angehörige. Auch an dieser Schule können die Eltern ihre Kinder nicht in die Klassenräume begleiten. 

Freie Schule: Die Einschulungsfeier an der Freien Schule beginnt um 9.30 Uhr mit den 16 neuen Schülern und deren Eltern. Es werden sogenannte Familieninseln gebildet, wobei die Familien dann an Tischen mit entsprechendem Abstand zu den anderen Gästen sitzen. Auf den Tischen stehen Getränke in Flaschen bereit. Um genügend Platz im Saal zu schaffen, werden die Türen geöffnet – je nachdem, wie viel Raum die Tische einnehmen, werden diese auch vor den Türen auf der Terrasse stehen. Nach einer Feier, auf der andere Schüler die Neuen auf einem Video begrüßen, gehen die Schüler mit ihrer Lehrerin in die Klasse. Nach rund 30 Minuten ist der erste Unterricht aber dann schon wieder beendet.

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