Beginn und Ende als Lehrerin in der Bismarckschule

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Die Kinder aus allen Klassen bereiteten Heidi Willems eine überraschende Abschiedsfeier mit Musik, Gesang, den besten Wünschen und Geschenken.

Kierspe - Sie ist dort zur Schule gegangen, begann als Lehramtsanwärterin ihre Karriere und ihre letzte Unterrichtsstunde in der Bismarkschule ist Musik: Heidi Willems wurde am Donnerstag mit einer Überraschungsabschiedsfeier von allen Kindern und den Lehrern in den Ruhestand verabschiedet.

„Wir haben sie mit einem Vorwand früher in die Schule gelockt als sie eigentlich musste“, verriet Schulleiterin Stefanie Fischer. Wohlwissend, dass Willems darauf eingeht – denn sie sei stets sehr flexibel gewesen. Was nicht nur von der Rektorin der Bismarck- und Schanhollenschule, sondern auch von allen Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt wurde. „Auf Wiedersehen und Dankeschön, die Zeit mit dir war schön“ sangen die Grundschüler, die ihrer scheidenden Fachlehrerin – sie war in den letzten Jahren keine Klassenlehrerin mehr, sprang aber oft ein, wenn jemand krank wurde – einen besonderen und auch emotionalen Abschied bereiteten.

Denn die Mädchen und Jungen aller Klassen der Bismarckschule hatten sich mit ihren Lehrern mit Liederm, Musik, Sketchen, Reden und mehr darauf vorbereitet. Geschenke gab es ebenfalls: Einen Herzkuchen, Blumen, einen Gutschein und natürlich die besten Wünsche für den Ruhestand.

„Wissen Sie, warum ich diese Schule liebe?“, meinte nach der Verabschiedung eine gerührte Heidi Willems, „weil das Arbeitsklima hier so harmonisch ist“. So freut sich die Pensionärin, nun nicht mehr jeden Morgen so früh aufstehen zu müssen, scheidet aber auch mit einem weinenden Auge. „Wenn es mal einen Engpass gibt, kannst du mich anrufen“, meinte sie gegenüber Stefanie Fischer.

Heidi Willems startete zwar vor 43 Jahren in der Bismarckschule als Lehramtsanwärterin, war jedoch mit der Fächerkombination Englisch, Deutsch und Erdkunde als Hauptschullehrerin ausgebildet worden. So war ihrer erste Anstellung auch die Albert-Schweitzer-Hauptschule in Lüdenscheid. 1993 absolvierte sie dann eine Fortbildung und wurde Grundschullehrerin.

Blumen und einen Gutschein überreichte Rektorin Stefanie Fischer (rechts) an die scheidende Kollegin Heidi Willems.

Für elf Jahre war sie im benachbarten Halver in der Grundschule „Auf dem Dorfe“ aktiv – letztlich kam sie wieder zu „ihrer“ Bismarckschule, an der im Übrigen schon ihr Vater Rektor war. „Aber jetzt muss ich scheiden“, macht Heidi Willems deutlich, dass sie sicherlich hier und da den Unterricht vermissen. Denn auf diesen hatte sich stets gut vorbereitet, schließlich wollte sie den Kindern nicht immer dasselbe bieten.

Und: „Ich habe alles unterrichtet, von Deutsch und Englisch bis Religion und Musik“, führt Willems weiter aus, dass sie die kreativen Fächer heute viel mehr Spaß machen als die Wissensfächer. Heidi Willems wird es wohl auch vermissen, dass sie in den vier Jahrzehnten als Lehrerin – mit Unterbrechungen, als sie Mutter wurde – so mancher Mutter oder manchem Vater begegnet ist, die beziehungsweise der Jahre zuvor in der Schulbank ihrer Klasse gesessen hat.

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