Idee umgesetzt: Projekt „Tonstudio“ im Jugz realisiert

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Soner Özen (links) und Bersam Kaya haben nicht nur am Projekt „Tonstudio“ entscheidend mitgearbeitet, sondern jetzt auch Verantwortung übernommen: Sie sind sozusagen die Leiter der neuen Einrichtung im Jugendzentrum.

Kierspe - „Warum können wir so etwas eigentlich nicht immer?“ Diese Frage stand im Raum, als vor etwa eineinhalb Jahren ein Rapper - gesponsert von der Drogenberatung Märkischer Kreis - zu Gast im Kiersper Jugendzentrum „Relax“ war und zusammen mit jungen Kiersper Musiker beziehungsweise Sängern ein Lied aufnahm.

Das hatte offensichtlich so viel Spaß gemacht, dass die oben genannte Frage nicht unbeantwortet blieb, sondern das Thema angegangenen wurde: Es sollte sozusagen ein kleines Tonstudio eingerichtet werden - dafür wird natürlich die erforderliche Technik genötigt. Die hatte der Rapper damals mitgebracht und natürlich auch wieder mitgenommen. Ein Antrag wurde gestellt - und angesichts der Kosten abgelehnt.

Doch damit, so erzählt Christian Schwanke vom Jugendzentrum, habe eine Entwicklung begonnen, die letztlich von Erfolg gekrönt sein sollte. Denn aus dem ursprünglichen einfachen Antrag an die Stadt wurde ein Projekt, mit dem man bei den entsprechenden Stellen des Märkischen Kreises auf offene Ohren und damit auf Unterstützung stieß. Damit gelang es schließlich, die notwendigen Mittel bei der Stadt locker zu machen.

Immerhin waren rund 700 Euro notwendig, um ein Mikrofon einschließlich eines Ständers, eine Musiksoftware, ein „Interface“ zum Mischen sowie eine Soundkarte für den Computer, Lautsprecher und zwei Kopfhörer - für den Sänger und den Produzenten - anschaffen zu können. Darüber hinaus, so erläutert Christian Schwanke weiter, musste auch ein wenig für den Schallschutz getan werden.

Daher wurde im Rahmen dieses Projekts, das sich stetig weiterentwickelt, eine Art Kabine gebaut - mit einem Vorhang und Schallschutzelementen an diesem sowie an den Wänden. Das kleine Tonstudio im Kiersper Jugendzentrum ist damit fertig, doch das Projekt geht noch weiter. Nun wird überlegt, wie die Musik, die dort entsteht, auch visuell dargestellt werden kann, um sie beispielsweise im Internet (Youtube) präsentieren zu können.

Da einiges an Geldern in das Projekt hineingesteckt wurde, hat man sich im Jugendzentrum entschieden, auch sorgfältig damit umzugehen - und die Verantwortung für das Tonstudio an Soner Özen (18 Jahre) und Bersam Kaya (14 Jahre) zu übertragen. „Wenn die beiden hier sind, dürfen auch andere das Tonstudio benutzen“, macht Schwanke deutlich, dass der Raum sonst verschlossen ist.

Özen und Kaya waren bei diesem Projekt von Anfang an dabei und sozusagen die treibenden Kräfte. „Ich habe schon mit zwölf Jahren Texte geschrieben“, freut sich Soner Özen, dass er nun seine musikalischen Ideen beziehungsweise seine selbst geschriebenen Texte in Sachen Hiphop umsetzen kann. Dabei hilft ihm als Produzent Bersam Kaya, der die richtigen Beats findet und die Songs abmischt. Mit dem Ziel, sie auch anderen bekannt zu machen. Bislang werden die Hip-Hop-Songs bei Instagram gepostet. „Da haben wir schon ein kleines bisschen erreicht“, freut sich Özen, dass es bei Instagram mehr als 500 Aufrufe gab. „Aber wir können immer noch besser werden“, verfolgen Kaya und Özen das Ziel, aus dem Hobby einen Beruf zu machen und letztlich berühmt zu werden. Dazu gehört zweifellos auch die Visualisierung ihrer Musik, um sie in anderen digitalen Medien zu veröffentlichen.

Darüber hinaus bietet das kleine Tonstudio im Kiersper Jugendzentrum jetzt natürlich auch die Möglichkeit, besondere Angebote zu machen, erklärt Christian Schwanke. So wird darüber nachgedacht, beispielsweise Workshops anzubieten. Und dies nicht nur im Bereich Hip-Hop, sondern ebenso in den Musikrichtungen Blues, Jazz oder Rap. So gesehen ist das Jugendzentrum „relax“ um eine besondere Attraktion reicher.

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