Lehrfilm über Null Bock und Kugelschreiber im Glück

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Holger Weyland filmt die Interviews, die die Kiersper Psychologin Heidrun Wendel vom Höferhofer Institut in einen Lehrfilm aufnehmen möchte.

Kierspe - „Null Bock – Umgang mit nicht motivierten Jugendlichen“ ist der Titel eines Lehrfilms, den die Kiersper Psychologin Heidrun Wendel vom Höferhofer Institut derzeit mit der Praktikantin Gina Biczkowski und Holger Weyland als Kameramann erstellt.

Von Johannes Becker

„Ich biete regelmäßig bundesweit Fortbildungen für Sozialpädagogen an Berufsschulen an. Dabei erlebe ich diese oft als demotiviert und desillusioniert. Denn diese Leute haben es oft mit Schülern zu tun, die sich mit der Schule sehr schwer tun oder erst gar nicht zum Unterricht erscheinen. Ich persönlich glaube nicht an unmotivierte Jugendliche. Das ist für mich nahezu ein Unwort. Jeder Mensch hat Interessen, die geweckt werden müssen. Das ist eine Erfahrung, die ich in meiner nahezu 30-jährigen Tätigkeit als Psychologin gemacht hat“, erzählt Heidrun Wendel.

Nach ihrer Erfahrung sei es wichtig, bereits im Grundschulalter die Kinder für Themen zu begeistern, dann würde es ihnen auch leichter fallen, an den weiterführenden Schulen zu bestehen und einen Beruf zu finden, den sie mit Leidenschaft ausüben würden.

In den vergangenen Tagen hat Wendel an der Gesamtschule einen Film gedreht, der den Titel „Null Bock – Umgang mit nicht motivierten Jugendlichen“ bekommen soll – und mit dem dann auch die Sozialarbeiter an den Berufsschulen geschult werden sollen.

Tatkräftige Unterstützung bekam sie dabei von Gina Biczkowski. Die Schülerin der elften Klasse passt so gar nicht in ein Null-Bock-Schema. Bereits vor mehr als einem Jahr hat sie den Entschluss gefasst, Psychologie zu studieren.

Als sie dann von dem Praktikum in der elften Klasse erfuhr, hat sie sich sofort auf die Suche nach einer entsprechenden Stelle gemacht – und wurde bei Heidrun Wendel und deren Höferhofer Institut fündig.

„Wir haben uns gleich gut verstanden. Deshalb sind wir bereits seit Oktober in regelmäßigem Kontakt. Und nun habe ich dort das dreiwöchige Praktikum absolvieren können“, erzählt die 16-jährige Schülerin begeistert.

Und da Wendel gerne ihren Praktikanten eine größere Aufgabe gibt, arbeitet die Schülerin an dem Film mit. Tatsächlich scheint es bei den Interviews, die Bestandteil der Aufnahmen sind, dass ein großer Teil der Kinder Interessen hat und auch bereit ist, diese zu verfolgen.

Gleich zu Anfang erzählt ein Schüler der fünften Klasse von seinem festen Vorsatz, Arzt zu werden. Er kennt sich mit dem Studium aus und hat auch schon eine Fachrichtung im Kopf. Gefilmt werden die Interviews von Holger Weyland, der für den Sender NRWision Beiträge produziert.

Ein weiterer Teil des Projektes, der sich dann ebenfalls in dem Film wiederfindet, ist die Aktion „Kuli im Glück“. Dabei haben 20 Gesamtschüler einen Kugelschreiber bekommen, den sie innerhalb von 24 Stunden tauschen sollen.

Dabei kann das Getauschte erneut getauscht werden, so dass eine Wertsteigerung möglich ist. Mit dieser Tauschaktion soll der Mut, auf andere zuzugehen, gefördert werden. Zum Abschluss ihres Projektes will die Praktikantin noch einen Politik-Lehrer interviewen.

„Das ist ein Lehrer, der mich motiviert hat und es geschafft hat, dass ich mich jetzt auch für gesellschaftliche Themen interessiere.

Der Film kann, wenn er fertiggestellt ist, auf der Homepage des Senders nrwision.de angeschaut werden.

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