„Europa festigen und nicht zerstören“

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Gebannte Blicke der Kiersper Politiker bei der Präsentation der Wahlergebnisse.

Kierspe - Die Ergebnisse der Bundestagswahl bescherten den heimischen Politikern keinen all zu schönen Sonntagabend. Während die Vertreter von CDU, SPD und Grüne nicht zufrieden waren mit den Resultaten, hatte die Kiersper FDP zumindest einen Grund zum Jubel.

Marie-Luise Linde (CDU): „Ich bin sehr betroffen über das Wahlergebnis der AfD. Das ist eine schlimme Geschichte für Deutschland und ein schlechtes Zeichen aus Sicht unserer europäischer Nachbarn. Ich denke, das Thema Flüchtlinge hat der CDU Stimmen gekostet, obwohl der Zustrom deutlich zurückgegangen ist und wir vor Ort gute Arbeit in der Betreuung der Flüchtlinge geleistet haben. Als stärkste Fraktion ist die Union jetzt bei der Regierungsbildung gefordert und eine Option ist sicher die Jamaika-Koalition. Wenn das absolut nicht klappt, muss sich aus meiner Sicht die SPD als zweitstärkste Fraktion der Pflicht zur Regierungsbildung stellen.“ 

Monika Baukloh (SPD): „Das ist ein trauriges Wahlergebnis für Deutschland. Das zweistellige Abschneiden der AfD ist schlimm. Ohne Frage kann ich sagen, dass das Ergebnis für die SPD und uns Sozialdemokraten vor Ort eine große Niederlage ist. Ich sehe den angekündigten Gang in die Opposition jetzt als eine Chance, denn als der kleinere Partner einer erneuten Großen Koalition können wir nur weiter verlieren. Durch starke Politik in der Opposition haben wir die Möglichkeit, unser Profil zu schärfen und so wieder mehr Wähler anzusprechen.“ 

Hermann Reyher (Bündnis 90/Die Grünen): „Dieses Ergebnis ist eine große Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der zweistellige Einzug der Nationalpopulisten muss den etablierten Parteien schwer zu denken geben. Das Abschneiden der Grünen ist etwas unbefriedigend. Unsere Themen Klimaschutz, Dieselskandal, Verkehrswende oder Verbraucherschutz wurden von Themen wie innere Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität überlagert. Die geschlagene SPD wird wohl nicht mehr in eine Große Koalition gehen. Ob ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen zustande kommt, ist ebenfalls noch fraglich.“ 

Armin Jung (FDP): „Der Erneuerungsprozess unserer Partei hat Früchte getragen. Wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen, in dem wir auf Christian Lindner, aber auch auf Wolfgang Kubicki, Nicola Beer sowie auf Johannes Vogel gesetzt haben. Wir haben schon vor der Wahl gemerkt, dass wir auch die richtigen Themen, wie Einwanderung und Bildung, angesprochen haben. Die Gespräche über eine Jamaika-Koalition werden nicht einfach, da es Schnittmengen, aber auch Unterschiede gibt. Leider werden jetzt Leute mit starker rechter Tendenz in Berlin sprechen dürfen. Wir müssen Europa festigen und es nicht zerstören. Das werden harte Zeiten.“

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