Pflegedienst-Geschäftsführer René Huveneers fehlt klare Linie

Pflegedienst-Inhaber klagt: „Wir können nicht richtig planen!“

Pflegedienst better life - Schnelltests - Huvneneers
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Fast 80 Schnelltests im Monat müssen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Pflegedienstes „for a better life“ durchgeführt werden. Geschäftsführer René Huveneers zeigt solch einen Schnelltest.

„Toi, toi, toi“, klopft René Huveneers auf imaginäres Holz. „Bisher hatten wir im Dienst keinen Corona-Fall, weder bei den Mitarbeiterinnen, noch bei den Kunden.“

Kierspe - Der Geschäftsführer des Kiersper Pflegedienstes „for a better life“ muss ein wenig einschränken: Eine Mitarbeiterin hatte sich infiziert, aber nicht im Dienst, sondern im Urlaub. Besonders erfreulich empfindet es Huveneers, dass sich die Kunden offensichtlich strikt an die Coronaschutzregeln halten.

Bisher hatten wir im Dienst keinen Corona-Fall, weder bei den Mitarbeiterinnen, noch bei den Kunden.

René Huveneers, Geschäftsführer des Pflegedienstes „for a better life“

Für die Mitarbeiter gilt, ihre Kunden immer wieder zu fragen, ob sie Symptome einer Corona-Infektion haben. Die notwendigen Vorkehrungen, sagt René Huveneers, würden natürlich auch in seiner Firma gelten: ständiger Masken- und Handschuhwechsel, Desinfektionen und möglichst wenig Kontakt zu den Angehörigen der Kunden, bei denen jeweils ein Vorrat von Masken und Desinfektionsmittel eingerichtet worden sei. Selbst die Kunden selbst, so der Geschäftsführer des Pflegedienstes, würden gebeten, sofern möglich eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Seit 9. November Schnelltest-Pflicht

Denn klar ist: Pflegekräfte zählen zu den sogenannten systemrelevanten Berufen, was heißt, wie es Huveneers ausdrückt, „Augen zu durch“. Er weiß allerdings auch, dass manche Menschen alleine sind und versorgt werden müssen. Und dies seit Ausbruch der Pandemie mit einem größeren Arbeitsumfang, insbesondere, was hauswirtschaftliche Leistungen angeht. „Sind die Menschen früher noch gerne selbst einkaufen gegangen, so bleiben sie heute aus Gründen der Vorsicht zuhause, lassen einkaufen“, weiß der Inhaber des mobilen Pflegedienstes.

Bei zwei Strichen hat man ein Problem.

René Huveneers, Geschäftsführer des Pflegedienstes „for a better life“

Und auch Fahrten beziehungsweise die Begleitung zum Arztbesuch stünden nun häufiger auf dem Programm. „Sie halten sich eben an die Regeln.“ Derzeit gebe es durch die Pandemie mehr Arbeit, jedoch keine wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Better-Life-Pflegedienst, obwohl der Materialaufwand und die Preise dafür deutlich gestiegen seien. René Huveneers deutet auf einen riesigen Karton: „Der stand jetzt vor der Tür, kam vom Gesundheitsamt“ – und enthielt Masken. Nein, Lieferengpässe habe es in der ganzen Zeit nicht gegeben, so der Geschäftsführer weiter.

So sieht das kleine Testgerät aus: Zwei Striche zeigen einen positiven Befund an, bei einem Strich ist alles in Ordnung.

Lediglich auf die bestellten Schnelltests habe man Anfang dieses Monats einige Tage warten müssen. Denn seit dem 9. November ist es Pflicht, erklärt René Huveneers, einmal pro Woche alle Pflegekräfte zu testen. Darüber hinaus müsse in einem Dokument täglich festgehalten werden, ob die Mitarbeiter des Pflegedienstes Corona-Symptome zeigen oder eben nicht.

Bislang keine klare Linie

Notwendige Informationen, ob besser der Rachen- oder der Nasen-Schnelltest genommen werden soll, hat sich René Huveneers bei einem Kiersper Arzt geholt. Daher wird bei „Better Life“ die Probeentnahme aus dem Rachen bevorzugt. In der Nase könne man Verletzungen verursachen und außerdem, wenn man irgendwo anstößt, die Probe „verlieren“. Die mit dem Stäbchen genommene Probe komme dann in eine Lösung und diese für 15 bis maximal 30 Minuten in das kleine Messgerät. Die Schnelltests würden stets in aller Ruhe durchgeführt. „Bei einem Strich ist alles in Ordnung“, zeigt der Geschäftsführer auf das Messgerät, „bei zwei Strichen hat man ein Problem.“

Huveneers begrüßt diese Maßnahmen, vermisst aber dennoch bislang eine klare Linie in der Corona-Politik. „Wir können gar nicht richtig in die Zukunft planen“, bemängelt er das Hin und Her, wohlwissend, dass „uns das Coronavirus noch sehr lange begleiten wird“. Es vergehe viel Zeit, in der man hätte viel erreichen können.

Lieferengpässe habe es bei den Masken (normale wie FFP2) nicht gegeben, erst vor wenigen Tagen kam ein großes Paket in Kierspe an.

Aus dieser Sicht hat bei den Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes das Motto, sich über die Pflegemaßnahmen hinaus ein paar Minuten Zeit für den Kunden zu nehmen, eine noch größere Bedeutung gewonnen. „Denn das Thema erdrückt einen“, weiß Huveneers, dass auch mal über andere Sachen gesprochen, mal wieder gelacht werden muss. Das mache den Kopf frei, nicht nur bei den Kunden. Auch wenn insgesamt nach dem „Corona-Hype“ im April, Mai und Juni es nun anders geworden sei: Man wolle das Thema auch mal vergessen.

Corona-Thema auch mal ausklammern

Durch das Ausklammern des Corona-Themas könne man den Kunden auch vermitteln: „Wir sind für euch da!“ Das klappe ganz gut, zeigt sich René Huveneers zuversichtlich, „dass wir ganz gut da durchkommen“. Die Zuversicht rührt auch daher, dass in der jüngsten Vergangenheit häufiger über das Thema Impfen gesprochen wurde. „Anfangs war ich ja skeptisch“, gesteht René Huveneers, „aber jetzt würde ich mich auf jeden Fall impfen lassen und es auch allen Mitarbeiterinnen dringend empfehlen“.

Der Pflegedienst-Geschäftsführer geht davon aus, dass es für die systemrelevanten Berufe eine Impfpflicht, zumindest aber eine dringende Empfehlung geben wird. Wie das mit dem Impfen laufen wird, vermag er zwar noch nicht zu sagen. Doch der Verband, zu dem der Kiersper Pflegedienst „for a better life“ gehört, informiere stets schnell und frühzeitig über alle wichtigen Dinge, sagt Huveneers.

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