Naturschützer kümmern sich im Kerspetal um Amphibien

Rübertragen statt überfahren

Krötenschutzzaun - Kerspetal
+
Helfer bauten den Schutzzaun auf.

Langsam wird es wärmer und die Sonnenstrahlen lassen die Lebensgeister nicht nur der Menschen aufleben, auch bei den Tieren ist es so. Seit 2010 kümmert sich Gudrun Barth zusammen mit Mitgliedern des BUND, des Hegerings, des NABU und engagierten Bürgern in Mühlenschmidthausen darum, das Überleben von vielen Kröten, Fröschen und Molchen zu sichern.

Kierspe - Zwei Tage waren die Helfer jetzt wieder damit beschäftigt, einen 300 Meter langen Schutzzaun für die Amphibien aufzustellen. Alle zehn Meter ist ein Fangeimer in die Erde eingelassen. Sobald die Temperaturen nachts über fünf Grad liegen und es zudem noch feucht ist, machen sich die Tiere auf den Weg.

Der Zaun wird sie stoppen und bei der Suche nach einem Ausweg werden sie in die Fangeimer fallen. Nun beginnt für die Tierfreunde eine arbeitsintensive Zeit. Zweimal täglich werden sie jeweils frühmorgens und spät abends den Zaun entlang gehen und die in die Eimer gefallenen Amphibien aufnehmen, über die Straße tragen und dort wieder frei lassen. Dies geht etwa über sechs Wochen, so lange sind die Amphibien zu ihren Laichgewässern unterwegs.

Gudrun Barth weist auf die Schilder hin, die der Wupperverband nahe Antlenberg angebracht hat.

Durch die Zählung an den Vorstaubecken der Talsperre erhält das Betreuerteam jährlich einen Einblick in die Entwicklung der Population im Einzugsbereich des Krötenzaunes. Bis 2019 wurden in jedem Frühjahr etwa 1800 Erdkröten gezählt. Im letzten Jahr wurden nur knapp 800 Tiere erfasst. „Die Gründe hierfür lassen sich noch nicht sicher einordnen, eine solche starke Schwankung hatten wir noch nicht“, stellt Gudrun Barth fest.

Ein Verhängnis für die Tiere ist generell die Überquerung einer Straße. Da der Asphalt für sie angenehm warm ist, wandern sie darauf entlang und werden dann oft massenweise von Autos überfahren. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare