Krötenzaun soll Amphibien vor dem Autotod bewahren

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Die Errichtung eines Krötenschutzzaunes im Bereich von Mühlenschmidthausen – unser Bild – gehört, wie am Samstag, zu den alljährlich im zeitigen Frühjahr anstehenden wichtigen Naturschutzmaßnahmen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des BUND und des Hegeringes.

Kierspe - Zu den ersten und im zeitigen Frühjahr unaufschiebbar wichtigen Tätigkeiten im Sinne des praktizierten Naturschutzes zählt für die Mitglieder und Freunde des BUND, Ortsgruppe Kierspe Meinerzhagen, und des Hegeringes Kierspe-Rönsahl seit einer Reihe von Jahren bereits die Errichtung eines rund 300 Meter langen Amphibienschutzzaunes im Bereich Mühlenschmidthausen am Vorstaubecken der Kerspetalsperre.

Am vergangenen Samstag war es wieder so weit, dass man sich dort zum gemeinsamen Arbeitseinsatz verabredet hatte. Gerade jetzt, wenn der Winter sein Rückzugsgefecht angetreten hat und die Natur zu neuem Leben erwacht, beginnt die Zeit der Krötenwanderung.

Auch im heimischen Raum sind die Kröten nun unterwegs zu ihren Laichplätzen. Bis zu zwei Kilometern, so wissen die Naturfreunde zu berichten, könne eine Erdkröte dabei zurücklegen. Mit einer Körperlänge bis zu elf Zentimetern gehört die bräunlich gefärbte Kröte als wichtiger Helfer des Gärtners bei der Vertilgung von Schadinsekten zu den größten heimischen Amphibienarten.

Durch die weitgehende Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes zählt sie zu den besonders geschützten Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Allerdings wird das Überqueren von Straßen stets zu einer tödlichen Gefahr für diese nützlichen Tiere.

Gerade aus diesem Grund ist die Errichtung eines Schutzzaunes, an dem sich die Kröten sammeln und von ehrenamtlich tätigen Naturfreunden zeitnah in Eimern eingesammelt und zum Laichgewässer getragen werden können, besonders wichtig.

Der Zaun in Mühlenschmidthausen wurde nur einseitig errichtet, denn bei der späteren Rückwanderung in die jeweiligen Reviere verteilen sich die erwachsenen Tiere räumlich und zeitlich viel stärker. Sobald sich die Kröten zunehmend auch vor der anderen Seite des Zaunes befinden, wird der Zaun abgebaut.

Auf diesem relativ kurzen Stück waren im Frühjahr 2017 immerhin 2000 Kröten Richtung Laichgewässer unterwegs. Davon waren über 90 Prozent Männchen. Die Zahl der Weibchen beträgt allgemein nur knapp zehn Prozent. 

Krötenweibchen wandern nämlich nicht in jedem Jahr zum Laichen, sondern nur alle zwei bis drei Jahre. An dieser Stelle wird durch die Arbeit der Helfer über circa sechs Wochen lang dokumentiert, was sich momentan an vielen Stellen im Stadtgebiet ereignet: nämlich der nächtliche Zug der Kröten zu den Gewässern ihrer eigenen Herkunft.

Deshalb richten Naturfreunde die Bitte an die Autofahrer, abends und besonders bei feuchtwarmer Witterung im Frühling Nebenstrecken möglichst zu meiden oder sehr langsam, unter 30 km/h und bremsbereit zu fahren. Auch ein zupackender Beifahrer, der die wandernden Kröten vor dem Auto zur richtigen Seite setzt, praktiziert Naturschutz.

Ansonsten haben die urigen Lurche wenig Chancen, auf ihrem nächtlichen Zug den Ort ihrer Geburt zu erreichen. Wie es abschließend dazu heißt, werden noch Helfer gesucht, die an den Hauptwandertagen abends auf dem naheliegenden Straßenabschnitt (Mühlenschmidthausen/Richtung Antlenberg) mithelfen, die Tiere sicher über der Straße zu bringen.

Wer im Umkreis seines Wohngebietes oder der täglichen Wegstrecken zudem noch weitere Straßenabschnitte kennt, auf denen häufig Lurche überfahren werden, sollte sich – für entsprechende Angaben bedanken sich die hiesigen Naturschützer im Voraus – bitte telefonisch bei G. Barth, Tel. 0 23 59/43 58, oder dem Hegering Kierspe melden.

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