Idee einer Kneipe von Kierspern für Kiersper

Christopher Eichert möchte eine IG Kierspe ins Leben rufen.

Kierspe - „Ich habe meistens abends Zeit, außer dienstags“, so konkret werden schon die ersten Kiersper im Facebook-Forum „Du bis Kiersper wenn...“. Thema ist die Gründung einer Interessengemeinschaft Kierspe, kurz IG Kierspe, mit dem Ziel, einen gastronomischen Betrieb in Regie eines Trägervereins im Bereich Bahnhof zu eröffnen.

Als der SPD-Ratsherr Oliver Busch vor einiger Zeit im gleichen Facebook-Forum die Kiersper nach ihrer Meinung zur Gestaltung des Tulpenplatzes fragte, reichte es Christopher Eichert nicht, einfach seine Meinung zu dem Thema zu schreiben. Er wollte aktiv werden – und seine Mitbürger motivieren, sich bei einem konkreten Projekt zu engagieren.

„Im Bereich Bahnhof gibt es schon lange keine Kneipe als Treffpunkt für die Kiersper mehr. Damit gibt es auch keine Möglichkeit, ältere und jüngere Kiersper zusammenzubringen, jedenfalls nicht außerhalb eines Vereins“, erklärt Eichert. In der Konsequenz möchte der 25-jährige Kiersper nun einen Trägerverein ins Leben rufen, der solch eine Gastwirtschaft betreiben könnte. Eichert: „Aber da stehen wir ganz am Anfang. Es gibt noch keine Gespräche mit anderen Vereinen und auch noch kein geeignetes Objekt“, erklärt Eichert.

Doch auf „Du bist Kiersper wenn...“ zeichnet sich durchaus Interesse an einem solchen Trägerverein ab. „Wenn ich helfen kann, bin ich dabei“ oder „Bin selbstverständlich dabei“ ist dort zu lesen. Und es gibt bereits konkrete Angebote einer Kiersperin: „Ich würde helfen, Ideen einbringen und so weiter. Aber finanziell ist da nichts zu machen. Ich kann Kuchen backen.“ Christopher Eichert bringt es auf den Punkt: „Jetzt müssen wir erst einmal einen Termin für ein erstes Treffen finden. Aber das sollte nicht mehr vor Weihnachten sein.“

Der Initiator der Idee für die Interessengemeinschaft ist sich durchaus bewusst, dass man einen langen Atem braucht, denn um den dauerhaften Betrieb einer Kneipe sicherzustellen, werden viele helfende Hände gebraucht.

Doch auch wenn die Kiersper viel Arbeit hätten, wenn sie ein solches Projekt umsetzen möchten, komplett neu müssen sie das Rad nicht erfinden. In Kückelheim bei Eslohe haben sich 40 Einwohner zusammengeschlossen, um in der örtlichen Schützenhalle eine Ehrenamtskneipe unter dem Namen „BegegnungsLokal“ ins Leben zu rufen. Bereits seit mehr als eineinhalb Jahren ist die Einrichtung an jedem Wochenende geöffnet, um Kartenclubs, Stammtischen und Vereinen einen Treffpunkt zu geben, aber auch Menschen, die nicht organisiert einen Ort suchen, an dem sie sich treffen können, ohne gleich Striche auf einem Deckel zu haben. Die Idee kam damals so gut an, dass sie sogar im Rahmen des Leader-Projektes von der EU gefördert wurde.

„Ich denke auch gerade an die Jüngeren, die mit der klassischen Kneipenkultur nichts mehr zu tun haben und vielleicht nur eine Cola trinken wollen“, so Eichert. Er selber würde auch die eine oder andere Schicht übernehmen. Wobei der Kiersper zeitlich sicher im Moment eingeschränkt ist. Denn nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger und der Arbeit auf einer Intensivstation hat er sich entschlossen, eine weitere Ausbildung im öffentlichen Dienst zu absolvieren. Außerdem ist er als stellvertretender Gruppenführer der Löschgruppe Neuenhaus tätig. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir etwas auf die Beine stellen können. Denn ich bin überzeugt, dass die Kiersper alles schaffen, was sie sich vorgenommen haben.“

Johannes Becker

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