Villa Wirth wird nicht unter Denkmalschutz gestellt

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Die Villa Wirth wird nun doch nicht unter Denkmalschutz gestellt.

Kierspe - „Solange der Eigentümer hier nicht sagt, dass er alles verstanden hat, werde ich nicht zustimmen“, machte Marc Voswinkel in der Ratssitzung am Dienstag deutlich, dass er schlechte Erfahrungen mit dem Denkmalschutz gemacht habe.

Ähnlich dachten wohl am Dienstag die meisten anderen Ratsmitglieder, die eine Unterschutzstellung der Villa Wirth ablehnten. Dabei habe der Eigentümer des Hauses oberhalb der Volmestraße bei einem Ortstermin mit Vertretern des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) keine Bedenken gegen den Denkmalschutz seines Hauses gehabt. 

Bei dem Termin, so erklärte Dorette Vormann-Berg, Sachgebietsleiterin Zentrale Verwaltung, sei es um die Außenanlage gegangen. Über Maßnahmen am oder im Haus hätte der Eigentümer nicht gesprochen, die würden derzeit nicht anliegen. Bedenken gegen die Unterschutzstellung habe er nicht geäußert. 

Wegen des Ortstermins im Dezember war das Thema von der Tagesordnung der November-Ratssitzung gestrichen worden. Außerdem, so führte Vormann-Berg weiter aus, sei die Regelung klar: Wenn der LWL sage, es ist ein Denkmal, dann folge die Unterschutzstellung. Die Belastungen des Eigentümers spielten dabei keine Rolle. 

Hermann Reyher (Grüne) sprach von einer Jugendstilvilla aus der Gründerzeit, die erhalten werden müsse. Doch auch sein Appell, dass der Rat eine Verantwortung für das kulturelle und geschichtliche Erbe der Stadt habe, vermochte die meisten seiner Kolleginnen und Kollegen nicht zu überzeugen. Im Gegenteil, Marc Voswinkel erinnerte an die Ölmühle in Rönsahl, wo der Eigentümer neue Kunststofffenster einbauen wollte – dies aber nicht durfte, sie mussten aus Holz sein, ungeachtet der höheren Kosten, auch für die folgende Pflege der Fenster. 

Auch der Hinweis, dass ein Objekt auch wieder aus dem Denkmalschutz herausgenommen werden könne – als Beispiel wurde die ehemalige Gaststätte Bauerdick in Vorth genannt – , führte zu keiner Meinungsänderung bei der Ratsmehrheit. Von einigen wurde zudem angeführt, dass die Villa recht versteckt sei. Und ob die Villa als Denkmal auch der Öffentlichkeit zugänglich sei, so erfuhren die Ratsmitglieder schließlich noch, liege in der Entscheidung des Eigentümers.

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