Feuerwehren wollen mehr Präsenz in Schulen zeigen

In den Kindergärten ist der Brandschutz schon lange Thema. Jetzt soll dieser Bereich der Feuerwehrarbeit ausgeweitet werden. - Archivfoto

KIERSPE - „Feuerwehrsachen“ nennt sich die Initiative des NRW-Innenministeriums und des Verbandes der Feuerwehren, die sich mit der Zukunftsfähigkeit der Feuerwehren beschäftigt. Unter anderem befassen sich die Mitwirkenden mit der Frage: „Muss die Feuerwehr mehr Präsenz in der Schule zeigen?“

Von Johannes Becker

Begeistert erzählen Max, Alisha, Lindi, Antonia, Lena, Alex und Emil von dem Besuch des Kiersper Wehrleiters. Vor zwei Tagen war Georg Würth in ihrer Klasse, um mit den Schülern über Feuer im Allgemeinen und den Brandschutz im Besonderen zu sprechen. Lebhaft können die Viertklässler das Gespräch wiedergeben, erinnern sich an die Geschichten, die Würth von Einsätzen erzählt hat und können genau erklären, wie sie sich im Brandfall verhalten sollten und wie sie die Wehr benachrichtigen.

In dieser Woche gibt es dann noch einen Besuch im Gerätehaus und Würth hat versprochen, noch einmal wiederzukommen, um mit den Kindern einen „Feuerlöscher“ zu bauen.

Allein von diesen Reaktionen sieht sich Georg Würth in seiner Auffassung bestätigt, auch in den Grundschulen Werbung für die Wehr zu machen und die Brandschutzerziehung, die bereits im Kindergarten beginnt, fortzusetzen.

„Im Idealfall haben wir im Kindergarten den ersten Kontakt. Begeisterte Kinder können sich dann später in Kinder- und Jugendfeuerwehr beteiligen. Aber ich glaube, es ist mehr als sinnvoll, die Schüler auch in den vierten Klassen noch einmal mit dem Thema Feuer und Feuerwehr zu konfrontieren“, so der Kiersper Wehrleiter. Und der Lehrplan spielt ihm dabei in die Hände. Denn im Sachkundeunterricht des vierten Schuljahres ist Feuer ein Thema.

Für die Initiative „Feuerwehrsachen“ erarbeitet Würth derzeit ein Konzept, mit dem die Feuerwehren in den Schulen mehr Präsenz zeigen sollen. „Dafür habe ich einen Plan erarbeitet, der jetzt mit Hilfe der Klassenlehrerinnen der vierten Klassen an der Pestalozzischule und Schanhollenschule den letzten Schliff erhält. Später soll die Brandschutzerziehung auf alle Grundschulen in Kieser ausgeweitet werden. Das gleiche geschieht auch in anderen Städten des Landes. Später soll dann in einem Arbeitskreis geklärt werden, ob die Brandschutzerziehung landesweit eingeführt werden soll. Dazu müssten sich dann aber noch das Innenministerium und das Bildungsministerium abstimmen“, so Würth.

In der Initiative „Feuerwehrsachen“ ist die Brandschutzerziehung aber nur ein Thema unter vielen. So sollen auch alle Feuerwehrleute des Landes befragt werden, um zu klären, warum etliche Wehrleute die Organisation nach einigen Jahren wieder verlassen. „Um die genauen Gründe zu erfahren, befragen wir jetzt erst einmal die jüngeren Feuerwehrleute bis 27 Jahre. Auch, um zu klären, ob es vielleicht Probleme in der Ausbildung der Wehren gibt“, so Würth.

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