Kiersper Kastanienallee auf dem Prüfstand

BUND-Vorsitzende Gudrun Barth sowie Dagmar Schröder von der Isenburg würden die Kastanienallee gerne erhalten wissen.

KIERSPE ▪ Bei Sonnenschein spazierten am Montag wieder zahlreiche Menschen durch die Kastanienallee bei der Isenburg. Alle Bäume standen in Knospe, allzu viel Grün war noch nicht zu sehen. Vor diesem prächtigen Anblick entrüsteten sich zwei Frauen über die aufgekommene Überlegung, alle 56 Bäume zu fällen und eine neue Allee zu pflanzen.  wie das vor ein paar Monaten der Umwelt- und Bauausschuss beschlossen hatte, weil einige Kastanien krank sind.

Dies hatte vor ein paar Monaten der Umwelt- und Bauausschuss beschlossen, weil einige Kastanien krank sind.

„Wenn wirklich Bäume krank sind, warum lässt man sie nicht einfach sterben und pflanzt danach einfach an ihrer Stelle neue Bäume“, äußerten die beiden Unverständnis. Für Donnerstag, 26. April, hat die Stadtverwaltung zu einer Bürgerversammlung eingeladen, die um 18 Uhr direkt an Ort und Stelle stattfindet.

Dabei soll dann das aktuell vorliegende neue Gutachten des anerkannten Sachverständigenbüros Reinartz und Schlag vorgestellt und über die Zukunft der Allee beratschlagt werden. Anfangs wird es zu einer Besichtigung kommen. Bei Bedarf ist vorgesehen, das Treffen später noch im Gemeindehaus Felderhof fortzusetzen. Eine abschließende Beratung soll dann erneut im Umwelt- und Bauausschuss stattfinden, der auch den heftig umstrittenen Fällbeschluss gefasst hat.

Auch Gudrun Barth, Vorsitzende des örtlichen BUND, sowie Dagmar Schröder aus der Isenburg, die sich beide für den Fortbestand der Allee engagieren, nutzten am Montagnachmittag das schöne Wetter und gingen nochmals an den Kastanien vorbei, um sich die Bäume anzusehen. Sie hoffen, dass morgen nicht nur die Politiker kommen, die die Allee der Kettensäge zum Opfer fallen lassen wollen, sondern auch viele Kiersper, die sie gerne erhalten wissen möchten. Denn nur dann kann es gelingen, dieses Ziel vielleicht zu erreichen.

Aus Sicht von Barth und Schröder wie auch der beiden Spaziergängerinnen macht es wenig Sinn, alle Bäume weder auf einmal noch sukzessive zu fällen und an ihrer Stelle eine neue Allee aus Jungpflanzen zu setzen, denn dann gäbe es auf lange Zeit gar keine Allee mehr und außerdem wären die vielen noch gesunden alten Bäume, die es dort noch gibt, verloren.

Viele alte Bäume sind noch völlig gesund

Das neue Gutachten soll nun zeigen, wie viele Bäume wirklich krank sind. Schon jetzt zeichnet sich aber ab, dass nicht nur viele alte Bäume noch völlig gesund sind, sondern das gilt genauso für einige der in der Vergangenheit bereits erfolgten Nachpflanzungen.

Dagmar Schröder hebt besonders den parkähnlichen Charakter der Allee hervor und würde sich wünschen, dass dieser noch verstärkt wird. Gudrun Barth kann sich vorstellen, dass die Allee durch Neuanpflanzungen beispielsweise in Richtung Padberg verlängert wird. Es sei doch viel besser, die vorhandene Allee beizubehalten und, statt diese zu fällen und neue Bäume an ihrer Stelle zu setzen, liebe eine ganz neue Allee an anderer Stelle zu pflanzen. Nach Meinung von Barth und Schröder wäre ein gemischter Bewuchs vielleicht eine gute Alternative. Diese könnte entstehen, wenn die Allee altern gelassen wird und nur einzelne kranke Bäume nach und nach durch standortgerechte Gehölze ersetzt werden. Das könnten Eschen, aber auch Ahörner, Linden oder andere Bäume sein.

Baumlehrpfad könnte den Parkcharakter unterstreichen

Eine Idee der beiden ist zudem eine Bürgerallee, wo vielleicht für jedes neugeborene Kind analog zum Heiratswäldchen ein neuer Baum gepflanzt wird und so die Allee erweitert werden könnte. Vorstellbar wäre laut Barth zudem eine Beschilderung mit Angaben zur Baumart. So würde ein Baumlehrpfad entstehen. Das könnte ebenfalls den Parkcharakter dieses Bereichs unterstreichen.

Die BUND-Vorsitzende und die Isenburg-Eigentümerin appellieren, bei der Kastanienallee kreativ vorzugegehen und statt des Fällens lieber Ideen zu entwickeln, wie das charakteristische Baumensemble erhalten werden kann, so dass weiterhin auch die Kiersper Kinder im Schatten der mächtigen Bäume im Herbst wie schon seit Jahrzehnten ihre Kastanien sammeln können.

Weil das Laub der Allee derzeit noch nicht so stark entwickelt ist, sind jetzt auch sehr gut an einigen Kastanien die durch frühere unsachgemäße Rückschnitte, die teilweise bis an den Stamm reichten und zum Absterben weiter Kronenteile geführt haben, entstandenen Schäden deutlich zu erkennen.

Rolf Haase

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare