Kiersper Jugendzentrum: Problemlöser und Freizeitgestalter

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Der Fitnessraum wird von den Jugendlichen stark nachgefragt, genau wie das Sportangebot in der Halle.

Kierspe - Seit mittlerweile 35 Jahren gibt es in Kierspe ein Jugendzentrum – 30 Jahre dieser Zeit arbeitet Susanne Sattler dort bereits, bei Christian Schwanke sind es mittlerweile bereits 16 Jahre. Ihre tägliche Arbeit geht weiter über das hinaus, was man auf den ersten Blick wahrnimmt. Denn neben Kicker, Dart und Billard gibt es pädagogische Angebote, gezielte Förderung und Hilfe in alltäglichen Situationen.

„Im Zentrum unserer Arbeit steht nach wie vor die offene Kinder- und Jugendarbeit“, erklärt Susanne Sattler, Leiterin des Kiersper Jugendzentrums. Die ersten, die täglich in das Zentrum kommen, sind die Kinder zwischen sechs und elf Jahren, denen dienstags bis donnerstags von 16 bis 18 Uhr der sogenannte „Kids-Treff“ offen steht. Daran schließt sich von 18 bis 21 Uhr der „Offene Treff“ für alle an, die älter als zwölf Jahre sind. „Während die Kinder nach Angeboten fragen und wir diesen auch verschiedenen Beschäftigungen anbieten, fragen die Jugendlichen nicht so stark nach Programmen, sie wollen eher chillen oder organisieren ihr eigenes Programm“, erklärt Christian Schwanke.

Bei den Älteren stehen immer noch Billard, Kicker, Dart und auch die Playstation hoch im Kurs. An der Theke finden die kleinen Snacks ihren Absatz und aus den Lautsprechern ist entweder das Radioprogramm oder Musik von der CD zu hören. Sattler: „Es freut uns, dass wir ein Angebot machen, das von allen Schichten und Ethnien angenommen wird, wobei die meisten Besucher auch im Umfeld des Jugendzentrums wohnen.“

So lief es im Jugendzentrum auch schon vor 20 Jahren. Doch die beiden Mitarbeiter stellen Unterschiede zwischen damals und heute fest. Schwanke: „Früher kamen die Besucher meist, wenn wir öffneten und blieben bis zur Schließung. Heute sind die Jugendlichen immer mal wieder verschwunden.“ Verschwunden ist aber auf jeden Fall auch der Rauch, denn auf dem Gelände und erst Recht im Gebäude selbst herrscht Rauchverbot. Alkohol hat es aber werder früher gegeben, noch gibt es ihn heute.

Zugenommen haben mit den Jahren die Gruppenangebote. Sehr gefragt ist dabei der Sport. So trainieren die Jugendlichen im Fitnessraum oder treffen sich zum Fußball in der Sporthalle – immer freitags von 18 bis 20.30 Uhr. „Natürlich ist auch ein Mitarbeiter in der Halle, aber Teil des Konzeptes ist es, dass die Teilnehmer das Angebot selbst organisieren.“ Das sieht mittwochs in der „Kocharena“ anders aus. Zumindest für die Kinder werden die Zutaten eingekauft, die Jugendlichen übernehmen das meist selbst. Sattler: „Dabei geht es nicht nur um eine gesunde Ernährung jenseits der Fertigprodukte, sondern auch um das Gemeinschaftserlebnis bei Zubereitung und Essen. Leider ist es für einige Besucher auch eine Möglichkeit, eine kostenlose Mahlzeit zu bekommen.“

Etliche Jugendliche nutzen die Anwesenheit der Mitarbeiter aber auch, um Probleme zu besprechen. „Das sind oft Schulprobleme, aber auch Liebeskummer, Probleme im Elternhaus oder der Umgang mit Straftaten“, so Schwanke.

Schulprobleme sind auch oft Thema im Pausencafé, das dienstags bis donnerstags in Kooperation mit der Gesamtschule jeweils von 11.30 bis 13.30 Uhr angeboten wird. Sattler: „Viele nutzen die Zeit, um Hausaufgaben zu machen oder zum Essen und Trinken. Für viele ist es aber auch wichtig, dass es eine lehrerfreie Zone gibt.“

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