„Ayshe, der Baum nadelt“

Was tun, wenn der Baum nadelt? Bürgermeister und Landtagsabgeordneter sprechen in Hörspiel mit

„Ayshe, der Baum nadelt“, ein Hörspiel von heimischen Sprechern interpretiert, als Ersatz für die Weihnachtslesung des Jugendzentrums und auf Youtube abrufbar.
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„Ayshe, der Baum nadelt“, ein Hörspiel von heimischen Sprechern interpretiert, als Ersatz für die Weihnachtslesung des Jugendzentrums und auf Youtube abrufbar.

Der Bürgermeister wird zum Professor und der Landtagsabgeordnete zum freundlichen und immer hilfebereiten Nachbarn. Es ist schon eine interessante Zusammenstellung an Sprechern, die Christian Schwanke und Thomas Block gewählt haben, um mit dem Stück „Ayshe, der Baum nadelt“ einen „Ersatz“ für die ausgefallene Lesung des Jugendzentrums zu liefern.

Kierspe – Es ist schon sechs Jahre her, dass die beiden Autoren Thomas Block und Ingo Jung aus ihrem gemeinsamen Buch „Sokengruch“ vor Weihnachten im Jugendzentrum vorgelesen haben. Und was als einmalige Veranstaltung begann, wurde zur Reihe – in den vergangenen Jahren sogar mit musikalischer Unterstützung und an wechselnden Orten.

Mit dabei waren in den vergangenen Jahren auch der jetzige Bürgermeister Olaf Stelse und der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas. „Ich wollte Sprecher, deren Stimmen auch bekannt sind“, sagt Block zu seiner Entscheidung, die beiden auch als Mitwirkende für das kleine Hörspiel zu engagieren.

Die grundsätzliche Idee, auch in diesem Jahr ein Angebot zu machen, hatte Streetworker und Jugendzentrumsmitarbeiter Christian Schwanke: „Es wäre einfach schade gewesen, wenn wir gar nichts gemacht hätten.“ Es sei schon länger klar gewesen, dass eine Lesung, noch dazu mit Musik und Gesang, in diesem Jahr nicht würde stattfinden können, erzählt er – nicht einmal in der Margarethenkirche, wohin man schon in den vergangenen beiden Jahren gewechselt sei, um mehr Platz und ein anderes Ambiente zu haben.

Thomas Block, der im Hauptberuf Rektor des Schulverbunds Schanhollen- und Pestalozzischule ist, war schnell überzeugt. Und ein Stück hatte er ebenfalls schnell vor Augen: „Erna, der Baum nadelt“ des Autorentrios Robert Gernhardt, Peter Knorr und Bernd Eilert, die sich in den 1990er-Jahren einen Namen als GEK-Gruppe gemacht hatten. Dass das Stück immer mal wieder in andere Regionen Deutschlands verlegt wurde, ist nichts Neues. Harry Rowohlt ließ bei einer Lesung seine Protagonisten mit Hamburgerischem Dialekt sprechen, andere ließen den Baum in Köln nadeln.

  • Die Sprecher:
  • Schorsch: Christian Schwanke
  • Ayshe: Christiane Wagner
  • Professor Dülmen: Olaf Stelse
  • Nachbar Schmidt: Gordan Dudas
  • Nachbar Thelen: Stephan Hammes
  • Rentnerin und Erzähler: Thomas Block
  • Journalist: Johannes Becker

Bei Block, dessen Baum in Kierspe nadelt, konnten die Sprecher sich ihren Dialekt aussuchen – oder auch darauf verzichten und ihre normale Stimme nutzen. Nur bei einer Sprecherin, da hatte Block genaue Vorstellungen. „Ich habe meine Kollegin Christiane Wagner mal vor Jahren als Ayshe erlebt, diese Stimme wollte ich auch im Stück.“ Und damit war klar, dass das Hörspiel auch einen neuen Namen bekommen würde, weil aus Erna nun eben Ayshe wurde.

Am Leichtesten hatte es beim Dialekt wohl Mensakoch Stephan Hammes, der als Kölner nichts an seiner Aussprache ändern, sondern diese nur verstärken musste, als er mit seiner Schwiegermutter „von drüben“ seiner Begeisterung über den nadelnden Baum Ausdruck verleiht. Die „Zonenmutter“ wie Hammes seinen Weihnachtsbesuch nennt, wird von Thomas Block gesprochen, der ansonsten mit seiner „Märchenonkelstimme“ die Zuhörer ins Stück holt und sie auch wieder entlässt.

Zusammengekommen, um es aufzunehmen, sind die Sprecher übrigens nie. Jeder hat zuhause in sein Smartphone gesprochen und Techniker Niklas Gräfe hat dann alles zusammengebracht, mit Musik unterlegt und dafür gesorgt, dass das Stück nun bei Youtube abrufbar ist.

Thomas Block hat die Arbeit so viel Freude gemacht, dass er noch schnell ein eigenes Stück geschrieben hat, bei dem Pastor und Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Herscheid mitwirken. „Ich bin dabei ein schlafender Hirsch“, verrät er im Gespräch mt der Meinerzhagener Zeitung.

Freude hat es Augenscheinlich allen gemacht, denn Block und Schwanke sind sich einig, dass Ostern ein guter Zeitpunkt für eine Wiederholung wäre. Die rund 550 Rezipienten, die sich das Stück bis Dienstagvormittag angehört haben, wird es freuen.

Nachhören

Zu finden ist der Link zum Stück auf den Facebookseiten der Protagonisten und des Jugendzentrums und auf der Homepage der Stadtverwaltung – oder direkt bei Youtube unter www.youtube.com/watch?v=fRzhOvXfmKY.

Das Stück

„Erna, der Baum nadelt“, wurde von den Autoren der GEK-Gruppe – Robert Gernhardt, Bernd Eilert und Peter Knorr – in den 1990er-Jahren geschrieben. Im gleichen Jahrzehnt erschien das „botanische Drama“ auch als Hörspiel und Buch, illustriert von Volker Kriegel. Inhaltlich wird das „Wunder“ eines nadelnden Baums behandelt. Dabei geraten nicht nur die Hausbewohner in Verzückung, auch die Presse will sich das „Weihnachtswunder“ nicht entgehen lassen – ja, sogar ein Professor des botanischen Instituts reist mit einer Studentenschar am Nachmittag des Heiligen Abends an, um Zeuge des nur aus der Literatur bekannten Phänomens zu werden.

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